Dortmund Airport: Land verkennt Bedeutung des Flughafens

18.09.2013 - 13:16 0 Kommentare

Der Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan bescheinigt dem Dortmunder Flughafen nur regionale Bedeutung. Dies entspreche nicht den tatsächlichen Gegebenheiten, kontert der Airport.

Flughafen Dortmund - © © AirTeamImages.com -

Flughafen Dortmund © AirTeamImages.com

Den Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan (LEP) Nordrhein-Westfalens hat jetzt der Dortmund Airport kritisiert. Der LEP-Entwurf listet Dortmund, Paderborn/Lippstadt und Niederrhein/Weeze als „große“ Regionalflughäfen mit Linien- und Charterverkehr auf. „Die Kategorisierung im LEP entspricht meiner Ansicht nach nicht der tatsächlichen Bedeutung des Dortmunder Flughafens im europäischen Luftverkehr", kommentierte dies der Dortmunder Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager.

Durch die Kategorisierung könnte der Dortmund Airport nur in Abhängigkeit von den landesbedeutsamen Flughäfen - zu denen Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück gerechnet werden - an die technischen und verkehrlichen Entwicklungen angepasst werden, befürchtet der Flughafen-Chef. "Damit wären unsere Gesellschafter Stadt Dortmund und DSW21 fremdbestimmt in jeder Entscheidung, die über den Status quo hinausgeht." Die Einschätzung im LEP stelle die Sicherung der bisherigen Investitionen, die Handlungsfähigkeit der Gesellschafter und die wettbewerbsfähige Gestaltung des Dortmund Airport infrage.

"Mit äußerst eingeschränkten Betriebszeiten und der kürzesten Start- und Landebahn ist schon jetzt kaum fairer Wettbewerb möglich. Diese Situation würde so noch verschärft“, ergänzte er. „Betrachtet man die tatsächliche Bedeutung des Flughafens Dortmund und die Passagierentwicklung der letzten Jahre, bleibt als Konsequenz nur, den Dortmund Airport ebenfalls als einen landesbedeutsamen Flughafen einzustufen", lautet sein Fazit.

Bedeutung für Tourismus und Wirtschaft gleichermaßen

Der Airport habe nicht nur eine hohe Bedeutung für den Touristikverkehr. Auch die Wirtschaft im östlichen Ruhrgebiet, in Westfalen und darüber hinaus, sei auf Flugverbindungen ab Dortmund angewiesen. So sei insbesondere auch die Anbindung an Osteuropa, aber auch nach London und in das Lufthansa-Drehkreuz München für die Wirtschaft wichtig. Mager verwies noch auf einen weiteren Punkt: Ein Wachstum von 4,4 Prozent habe den Dortmund Airport im vergangenen Jahr zum wachstumsstärksten NRW-Flughafen gemacht. 2012 wurden rund 1,9 Millionen Passagiere abgefertigt. Auch für 2013 sei mit weiterem Wachstum zu rechnen.

Dabei war das erste Halbjahr nicht leicht gewesen. In den ersten sechs Monaten 2013 wurden am Airport rund 818.000 Passagiere gezählt. Das entspricht einem Rückgang von etwa 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings standen zur Halbjahresbilanz die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen und damit das größte Verkehrsaufkommen des Jahres noch bevor.

Bis Ende Februar kommenden Jahres wird der Entwurf zum neuen LEP öffentlicht ausgelegt, um Betroffenen und Beteiligten die Möglichkeit zu Stellungnahmen zu geben. Nach deren Auswertung soll der Plan im kommenden Jahr überarbeitet und beschlossen werden. Auch der Flughafen Dortmund will das bereits begonnene Anhörungsverfahren nutzen, um seine Positionen einzubringen und auf eine Änderung hinzuwirken.

Von: airliners.de
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