Dobrindt bekundet erneut Tegel-Sympathie

20.09.2017 - 10:47 0 Kommentare

Noch vier Tage bis zur Wahl: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) widerspricht erneut der Meinung BER-Gesellschafter zur Zukunft des Cityairports Tegel. In der damaligen Planung sieht er eine Fehleinschätzung.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Foto: © dpa, Stephanie Pilick

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich erneut gegen die geplante Schließung des Berliner Flughafens Tegel ausgesprochen. "Wir müssen uns den aktuellen Realitäten und Wachstumszahlen stellen", sagte Dobrindt der "Süddeutschen Zeitung". Am Sonntag können die Berliner in einem Volksentscheid abstimmen, ob sich der Senat für die Offenhaltung des Cityairports einsetzen soll.

Schon heute ist klar, dass der BER ein Kapazitätsproblem bekommt, deswegen befasst sich der Aufsichtsrat mit Lösungsvorschlägen.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesverkehrsminister

Die Beschlüsse zur Schließung des Flughafens Tegel zeigen nach Auffassung des Ministers eine damalige Fehleinschätzung für das Luftverkehrswachstum in Berlin. Hauptstädte mit mehr als einem Flughafen seien keine Seltenheit, sagte Dobrindt der Zeitung. "Ich halte eine Hauptstadt mit zwei Flughäfen für gut vorstellbar." Darüber nachzudenken, dürfe auch in Berlin nicht verboten sein.

BER-Eröffnung noch nicht terminiert

Dobrindt hatte schon mehrfach für den Erhalt Tegels geworben. Damit verwirrte er die anderen BER-Gesellschafter, die Länder Berlin und Brandenburg. Auf einer Gesellschafterversammlung sollte deshalb Mitte August noch einmal die gemeinsame Position von Bund und den beiden Ländern abgestimmt werden - doch statt einen Konsens zu finden, vertagte man sich auf November.

Demonstration

Mehrere Hundert Menschen haben am Dienstagabend für die Schließung des Flughafens Berlin-Tegel demonstriert. Auf Plakaten war zu lesen "Tegel schließen - Ruhe genießen" oder "40 Jahre Fluglärm sind genug". Über große Lautsprecher erschallten die Geräusche startender Jets. Die Schauspielerin Jasmin Tabatabai sagte, beim Volksentscheid gehe es um Solidarität der Berliner. 300 000 Menschen im Norden der Hauptstadt müssten von Lärm und Dreck durch die Flugzeuge befreit werden. (dpa)

Demonstration gegen den Volksentscheid zur Zukunft des Airports Berlin-Tegel. Foto: © dpa, Soeren Stache

Bislang sieht ein Planfeststellungsbescheid vor, dass es in der Region Berlin/Brandenburg nur noch einen Flughafen geben soll: Daher soll Tegel sechs Monate nach Eröffnung des BER geschlossen und zu einem Wissenschaftspark umgebaut werden. Einen Termin für die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens gibt es indes immer noch nicht. Der Volksentscheid, der maßgeblich auf Initiative der FDP zustande gekommen war, ist rechtlich nicht verbindlich, da nicht über einen konkreten Gesetzentwurf abgestimmt wird.

Debatte

Kurz vor dem Berliner Volksentscheid zur Zukunft des Cityairports Tegel bildet airliners.de in zwei Meinungsbeiträgen die Argumente für und gegen den Flughafen ab. Zudem sind auch Sie, liebe Leser, herzlich eingeladen, in der Kommentarfunktion unter den Artikeln an der Diskussion um die Tegel-Frage teilzunehmen.

Foto: © dpa

Von: cs mit Material von dpa-AFX
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