Dobrindt hält hohe Investitionen in Airport Tegel für sinnvoll

31.07.2017 - 11:11 0 Kommentare

In nicht einmal zwei Monaten stimmen die Berliner über die Offenhaltung des Flughafens Tegel ab. Jetzt hat sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erneut zu dem Thema geäußert.

Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) - © © dpa - Paul Zinken

Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) © dpa /Paul Zinken

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hält einen Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel auch bei größeren Sanierungskosten für sinnvoll. Bisher zu hörende Zahlen zu nötigen Investitionen, hätten ihn "nicht besonders beeindruckt", sagte Dobrindt jetzt in Berlin.

"Wenn wir damit es schaffen, dass diese Hauptstadt weltweit angebunden bleibt über Flughäfen, ist es in der Tat wert, auch in diesen Flughafen Tegel wieder einen erheblichen Betrag zu investieren." Er halte es für richtig, jetzt darüber nachzudenken, wie der Airport erhalten werden könne, so der Verkehrsminister.

Aus Sicht des Berliner Flughafenchefs Engelbert Lütke Daldrup wäre ein dauerhafter Weiterbetrieb von Tegel auch wegen hoher Kosten unwirtschaftlich. Eine notwendige Grundsanierung des Komplexes aus den 1970er-Jahren würde mehr als eine Milliarde Euro kosten.

Fotos: dpa, airliners.de

Eine maßgeblich von der FDP getragene Initiative hat einen Volksentscheid zur Offenhaltung Tegels parallel zur Bundestagswahl am 24. September erzwungen. Bisher ist die Schließung vorgesehen, wenn der künftige Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld eröffnet wird.

Dobrindt hatte sich schon vor Kurzem für die Offenhaltung von Tegel eingesetzt. Er spricht in diesem Fall jedoch nicht für die Bundesregierung. Letztere betonte: "Die Bundesregierung steht zum Konsensbeschluss, wonach Tegel nach der Eröffnung des BER geschlossen wird."

Dobrindt warnte jetzt erneut vor fehlenden Kapazitäten angesichts des erwarteten Luftverkehrswachstums bis 2025 in Berlin. "Zu sagen, wir machen die Augen davor zu, dass es zehn Millionen Passagiere gibt, die wir nicht transportieren können, geht glaube ich nicht."

Thema ist politisch umstritten

Die Meinungen zum Weiterbetrieb des Flughafens Tegel gehen auseinander. Berlins rot-rot-grüne Regierung wird die Schließungspläne für den Flughafen nicht aufgeben. Die Brandenburger CDU teilt diese Meinung. Die Berliner CDU dagegen will, dass Tegel offenbleibt.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Berliner Abgeordnetenhaus liefert sich Schlagabtausch zu Flughafen Tegel

"Politik muss verlässlich sein", sagte Umwelt- und Verkehrsenatorin Regine Günther (parteilos/für Grüne). "Die Anwohner vertrauen seit Jahren darauf, dass der Flughafen Tegel geschlossen wird, wenn der BER in Betrieb genommen wird."

Viele von ihnen hätten wichtige Lebensentscheidungen im Vertrauen auf diesen parteiübergreifenden Konsens getroffen, so Günther. "Dieses Vertrauen darf nicht enttäuscht werden." Laut Angaben des Senats sind etwa 300.000 Menschen in Berlin und Brandenburg von Fluglärm durch den Airport Tegel betroffen.

Von: ch, dpa
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  • Am 24. September können die Berliner abstimmen, ob sich der Senat für einen Weiterbetrieb des Cityairports Tegel einsetzen soll. Berliner CDU setzt trotz Merkel auf Offenhaltung Tegels

    Trotz der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Berliner Airport Tegel müsse geschlossen werden, hält die CDU an ihrer Haltung fest, dass der Flughafen auch nach BER-Eröffnung weiterbetrieben werden soll. "Die Kanzlerin hat die geltende Rechtslage beschrieben. Aber diese Rechtslage kann man ändern", sagte CDU-Generalsekretär Stefan Evers. "Das ist in diesem Fall Ländersache."

    Vom 29.08.2017

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