Die Born-Ansage (24) ( Gastautor werden ) Dobrindt nervt!

07.01.2016 - 11:21 0 Kommentare

Der Verkehrsminister, die Codeshares, Air Berlin und Etihad entwickeln sich zu einer unendlichen Geschichte. Dabei nervt das nur noch, sagt unser Kolumnist - und hat interessante Tipps auf Lager.

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. - © © airliners.de, Karl Born -

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. © airliners.de, Karl Born

Alexander Dobrinds Haltung in der Causa Codeshares zwischen Air Berlin und Etihad ist mehr als ärgerlich. Mutti Merkel höchstpersönlich hatte doch vor einigen Wochen erklärt, sie möchte nicht Totengräber von Air Berlin sein. Also weg mit dem Thema, es nervt.

Ausgerechnet jener Minister, der bisher nichts auf die Reihe gebracht hat, probt hier seine Standfestigkeit. Seine Mautpläne sind (erwartungsgemäß) krachend vor der EU gescheitert, beim Abgasskandal VW ist er "ganz klein mit Hut", beim BER tut er so, als hätte er damit nichts zu tun. Als sei der verkorkste Flughafenbau nur eine Berliner/Brandenburger Angelegenheit... trotz Bundesbeteiligung.

Bleibt nur noch Air Berlin. Wenigstens da möchte er zeigen, dass es ihn noch gibt und weist das Luftfahrt Bundesamt an, einige Codeshare-Flüge nicht mehr zu genehmigen. Was jahrelang in Ordnung war, wird plötzlich zum Streitpunkt. Selbst seriöse Tageszeitungen bringen hier schnell einen Zusammenhang mit Lufthansa. Die Chancen von Etihad, mit Hilfe des Oberverwaltungsgerichtes doch noch eine Genehmigung zu bekommen, scheinen zumindest offen. Bekanntlich ist man auf See und vor deutschen Gerichten unvorhersehbar in Gottes Hand.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Darum geht es bei der aktuellen Air-Berlin-Codeshare-Diskussion

Einfach in Deutschland ein paar Panzer bestellen oder auf die EU warten

Da erscheint mir die Beschimpfung von Dobrindt und Lufthansa durch die arabische Airline suboptimal. Dabei wäre die Lösung so einfach... Wenn die Herrscherfamilie in Abu Dhabi registrieren würde, wie diese Bundesregierung tickt, könnte sich die Angelegenheit in Wohlgefallen auflösen: Ein paar "Panzerchen" bestellen und etwas "Kleinkram" von Heckler & Koch - und schon wäre Deutschland "überzeugt".

Nun hat die EU-Kommission den überambitionierten Plan, ein gemeinsames Luftverkehrsabkommen mit den Golf-Ländern aufzusetzen, und das mit allen 28 EU-Mitgliedsstaaten abzustimmen. Möge uns der liebe Gott davor bewahren. Ich habe keine Lust, hier monatlich den Wasserstand einer weiteren "nerver-ending-story" zu lesen. Ich erinnere mich mit Grauen an den Vorschlag zu einer EU-Pauschalreiserichtlinie, die von Anfang an inhaltlich voll daneben lag. Protektionismus auf dem letzten verbliebenen Wirtschaftsfeld und parallel dazu wird TTIP verabschiedet, oh Nein.

Lediglich für Air Berlin könnte das Ganze überraschenderweise eine große Chance sein: Die Airline sollte die zuständigen Stellen überzeugen (notfalls mit Klage), dass die Codeshares so lange genehmigt bleiben, bis die EU eine europäische Lösung gefunden hat. Dann könnte man nämlich ganz gewiss noch jahrelang einfach wie gehabt weiterfliegen.

Über den Autor

In seiner Reihe "Die Born-Ansage" veröffentlicht der ehemalige Condor-Vertriebschef, Tui-Vorstand und Touristik-Honorarprofessor Karl Born auf airliners.de Kolumnen zum aktuellen Geschehen in der Luftverkehrswirtschaft.

Professor Karl BornAls Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "Bissigen Bemerkungen" ausgezeichnet, nimmt der ehemalige Airline- und Touristikmanager auch in Sachen Luftverkehr kein Blatt vor den Mund. Kontakt

Von: Karl Born für airliners.de
( Gastautor werden )

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