DLR testet neues Verfahren zur Minderung von Wirbelschleppen

30.04.2013 - 16:35 0 Kommentare

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt testet ein neues Verfahren zur Minderung des Einflusses von Wirbelschleppen auf landende Flugzeuge. Damit sollen künftig mehr Landungen möglich werden.

Blick auf die patentierte Plattenkonstruktion des DLR sowie das überfliegende DLR-Forschungsflugzeug HALO.

Blick auf die patentierte Plattenkonstruktion des DLR sowie das überfliegende DLR-Forschungsflugzeug HALO.
© DLR

Computerdarstellung der Wirbelschleppenstruktur kurz vor einer Landung.

Computerdarstellung der Wirbelschleppenstruktur kurz vor einer Landung.
© DLR

Hinter dem DLR-Forschungsflugzeug HALO bilden sich in Oberpfaffenhofen Wirbelschleppen.

Hinter dem DLR-Forschungsflugzeug HALO bilden sich in Oberpfaffenhofen Wirbelschleppen.
© DLR

Detailaufnahme der durch das DLR-Forschungsflugzeug HALO verursachten Wirbelschleppen in Oberpfaffenhofen.

Detailaufnahme der durch das DLR-Forschungsflugzeug HALO verursachten Wirbelschleppen in Oberpfaffenhofen.
© DLR

Mit einer neuen Technik will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefährliche Luftwirbel landender Flugzeuge eindämmen und damit mehr Landungen ermöglichen. Bei Flugversuchen in Oberpfaffenhofen bei München testeten die Forscher erstmals ein bereits patentiertes Verfahren unter realen Flugbedingungen.

So könnten Landebahnen künftig von parallel zur Anflugrichtung stehenden 2,2-mal-4 Meter großen Platten gesäumt werden. Diese Plattenkonstruktion ist für den Versuchsaufbau noch aus Sperrholz, soll dann im realen Betrieb aus Schaumstoff sein. Damit würden diese nicht zu gefährlichen Hindernissen werden, wenn wirklich einmal ein Flugzeug eine solche Platte streift. «Die Ausführung ist extrem einfach», sagt DLR-Projektleiter Frank Holzäpfel. «Es geht darum, dass wir Hindernisse am Boden haben, die die Wirbelschleppen stören.» Die von den Platten erzeugten Luftströme bilden selbst kleine Wirbel und beschleunigen so den Zerfall der Wirbelschleppen.

Nach anfänglichem Nebel am ersten Testtag seien die weiteren Versuche jedoch nach Plan verlaufen, sagte Holzäpfel. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Prinzip funktioniert.» Im nächsten Schritt müssten die Daten der Lasermessungen ausgewertet werden. Theoretisch könne die Zahl der Landungen mit dem Verfahren auf das Doppelte steigen, hieß es. In der Realität gehen die Forscher aber nach groben Schätzungen von zehn Prozent aus.

Die Wirbelschleppen bilden sich aufgrund des Druckausgleichs an den Tragflächenenden der Flugzeuge. Besonders gefährlich sind sie, wenn leichtere Flugzeuge hinter schwereren Maschinen landen. Dann ist ein Sicherheitsabstand von bis zu 14 Kilometern nötig, da den leichteren Maschinen sonst abrupte Höhenverluste oder starke Fluglageschwankungen drohen. Diese sind natürlich in der letzten Flugphase des Endanflugs auf einen Flughafen besonders schwerwiegend.

Von: airliners.de mit dpa und DLR

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