DLR-Messtechnik erlaubt neue Einblicke in Flugzeugtriebwerke

08.01.2015 - 17:30 0 Kommentare

In die Brennkammer eines Flugzeugs schauen - das macht jetzt eine neue Messtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) möglich. Die Forscher wollen mit den Ergebnissen dazu beitragen, Triebwerke umweltfreundlicher zu machen.

Laboraufbau der Messtechnik, mit der die DLR-Forscher einen Blick in Flugzeugtriebwerke werfen

Laboraufbau der Messtechnik, mit der die DLR-Forscher einen Blick in Flugzeugtriebwerke werfen
© DLR

Messtechnik am Prüfstand

Messtechnik am Prüfstand
© DLR

Diese Brennkammer dient dazu, die Qualität der neuen Messtechnik zu überprüfen.

Diese Brennkammer dient dazu, die Qualität der neuen Messtechnik zu überprüfen.
© DLR

Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein spezielles optisches Messverfahren entwickelt, mit dem ein Blick in die Brennkammer eines Triebwerks möglich ist. Damit seien bislang unbekannte Einblicke möglich, hieß es in einer Mitteilung des DLR. Demnach wurde die endoskopische Technik bereits unter Bedingungen getestet, die der Realität recht nahe kommen.

Mit der neuen Messtechnik erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse darüber, wie Triebwerke in Zukunft leiser und umweltfreundlicher gemacht werden können. "Die Messtechnik erlaubt uns, Daten zu erhalten, um das Strömungsfeld an wichtigen Positionen im Triebwerk zu verstehen, die vorher nicht für optische Messtechniken zugänglich waren", sagt Guido Stockhausen vom DLR-Institut für Antriebstechnik in Köln.

Bei den Messungen leiten die Wissenschaftler Laserlicht über die Austrittsebene der Brennkammer in diese hinein. Mit der neuen Endoskop-Technik können die Forscher einen Blick in das Triebwerk werfen und beobachten, wie der Laser streut. Daraus können sie wiederum Temperatur und Strömungsgeschwindigkeiten exakt bestimmen.

Bis zu 2.000 Grad zwischen Brennkammer und Turbine

Die Forscher interessieren sich vor allem für die Strömungen am Übergang zwischen Brennkammer und Turbine. Die hier vorherrschenden Temperaturen erreichen über 2.000 Grad Celsius. Der Schmelzpunkt von Metall liegt - je nach Legierung - um 1.500 Grad Celsius. Obwohl die Turbinenschaufeln mit einer Kühlung ausgestattet sind, werden sie dennoch stark beansprucht.

© DLR, Lesen Sie auch: Laser machen Luftströmung an Tragflächen sichtbar

Die neue Messtechnik sei deutlich näher an der Realität, hieß es von Seiten des DLR. Bisher wurde mit Versuchsbrennkammern gearbeitet, die gläserne Wände und spezielle Öffnungen für Messinstrumente besaßen. Allerdings konnte mit dieser Technik nur ein Brennkammersektor dargestellt werden. Moderne Flugzeugtriebwerke haben jedoch 16 oder mehr solcher Sektoren.

Von: airliners.de
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