DLR will mit Luftstößen Strömung an Flugzeugflügeln beeinflussen

19.11.2015 - 17:01 0 Kommentare

Kleine Schlitze, große Wirkung: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will mit einer Technik an Flugzeugflügeln den Auftrieb der Maschinen steigern. Das Ganze soll bald in einem Windkanal getestet werden.

Strömungssimulation der DLR.

Strömungssimulation der DLR.
© DLR

Diese schlitzartigen Ausblasöffnungen sollen die Strömung beeinflussen.

Diese schlitzartigen Ausblasöffnungen sollen die Strömung beeinflussen.
© DLR

Blick in den russischen Windkanal Tsagi T-101. Dort will das DLR die modifizierten Flügel testen.

Blick in den russischen Windkanal Tsagi T-101. Dort will das DLR die modifizierten Flügel testen.
© DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet an einem System, mit dem sich die Strömung an Flugzeugflüglen beeinflussen lässt. Ziel ist es, den Auftrieb der Maschinen zu steigern. Das soll mit kleinen Schlitzen in der Flügelkante ermöglicht werden, die Luft ausstoßen. Nach Simulationen am Computer soll die Technik bald in einem Windkanal getestet werden. Anlass der Forschung sind die laut DLR immer größer werdenden Flugzeug-Triebwerke.

Diese sitzen oft unter den Tragflächen und verringern so den Auftrieb der Flügeloberfläche. Je größer ein Triebwerk ist, desto schneller muss bei Starts geflogen werden, um den Auftrieb und die Stabilität zu erhalten. Die Konsequenz: Mit der Entwicklung größerer Triebwerke werden in Zukunft längere Start- und Landebahnen gebraucht, heißt es von Seiten der DLR.

Druckluftkammern sitzen in Flügel-Vorderkante

Damit das nicht nötig sein wird, wollen die Forscher den Auftrieb der Maschinen steigern. "Indem wir durch feine schmale Doppelschlitze an der Vorderkante des Flugzeugflügels periodisch Luft ausstoßen, können wir das Strömungsverhalten auf der Profiloberfläche aktiv beeinflussen", sagt Vlad Ciobaca vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Die Druckluft kommt aus einer separaten Quelle - zum Beispiel der Zapfluft aus Triebwerken - und wird in sogenannte Aktuationskammern geleitet. Diese sind in der Vorderkante des Flügels eingebettet. "An der Profiloberfläche des Flügels werden auf diese Weise Wirbel erzeugt, die die oberflächennahe Strömung mit der freien Strömung vermischen", sagt Ciobaca.

"Dadurch wird der maximale Auftrieb erhöht und der Luftwiderstand verringert, was zu einem effizienteren Flugzeug mit weniger Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß führt", so Ciobaca weiter.

© airliners.de, Christian Höb Lesen Sie auch: Wie funktioniert ein Flugzeugtriebwerk?

Die Technik ist laut DLR so gut wie wartungsfrei, bislang wird sie aber nur bei Forschungsflugzeugen eingesetzt. Die Wissenschaftler wollen das System jedoch serienreif machen. Darum wird die Technologie in einem Windkanal in Moskau getestet, mit realen Flügeln und Triebwerken. Los gehen soll es im kommenden Jahr.

Von: ch
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