Fliegen trotz Vulkanasche

DLR entwickelt satellitengestütztes Vorhersageverfahren

29.01.2013 - 11:57 0 Kommentare

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) hat einen Ausblick auf die Forschungsvorhaben 2013 gegeben. So soll unter anderem ein neues Verfahren entwickelt werden, dass die Ascheverteilung schnell und verlässlich bestimmt.

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011

Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvötn am 22.05.2011
© Icelandic Met Office - Matthew J. Roberts

Aschewolke des Grimsvötn am 23.05.2011 um 11:49 UTC

Aschewolke des Grimsvötn am 23.05.2011 um 11:49 UTC
© EUMETSAT

DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20E

DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20E
© DLR

Das DLR-Forschungsflugzeug ATRA bei den Versuchen, ausgestattet mit einem elektrischem Bugrad, angetrieben durch eine Brennstoffzelle.

Das DLR-Forschungsflugzeug ATRA bei den Versuchen, ausgestattet mit einem elektrischem Bugrad, angetrieben durch eine Brennstoffzelle.
© DLR

Mit einem satellitengestützten Verfahren wollen Forscher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) die oft dramatischen Auswirkungen eines Vulkanausbruchs auf den Luftverkehr eindämmen. Dazu soll das Projekt VOLCATS (VOLCanic Ash impact on the air Transport System) zur kurzfristigen Bestimmung der Ascheverteilung in der Luft gestartet werden, wie das DLR am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Forschungsvorhaben für 2013 in Berlin mitteilte. Bis 2016 wollen die Wissenschaftler ein Verfahren entwickeln, mit dem nach einem Vulkanausbruch stark oder schwach aschebelastete Bereiche mit Satelliten-Unterstützung verlässlich nachgewiesen werden können.

Ausbrüche wie derjenige des isländischen Vulkans Eyjafjöll im Frühjahr 2010 hatten in der Vergangenheit wiederholt zu teils massiven Behinderungen im Luftverkehr geführt. So wurde nach dem Eyjafjöll-Ausbruch wegen der Gefahren für Flugzeuge durch die Asche fast der gesamte europäische Luftraum tagelang gesperrt.

Das DLR will nun mit seinem Vorhersageprojekt den Grundstein für ein flexibles Luftverkehrsmanagement legen, bei dem im Fall eines Vulkanausbruchs zeitweise aschefreie und damit sichere Bereiche für den Flugverkehr freigegeben werden können. Ergänzend entwerfen die Forscher ein Asche-Warnsystem für Linienmaschinen, das den unvorhergesehenen Einflug in eine Aschewolke meldet.

Maximalauftriebsversuche mit A320

Auch die Maximalauftriebsversuche mit einem Airbus A320 ATRA werden in diesem Jahr fortgesetzt. Im vergangenen Jahr wurden bereits bei Airbus in Toulouse Flugversuche im Langsamflugbereich durchgeführt. Die Wissenschaftler wollen den Maximalauftrieb von genauer vorhersagen. Zukünftige Flugzeugkonfigurationen und Hochauftriebshilfen sollen nun weiter aerodynamisch verbessert werden. Bisherige Daten stammen noch aus Versuchskampagnen der 1980er und 1990er Jahre.

Ergänzend sammeln die Forscher Daten bei speziell abgestimmten Windkanalversuchen im Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) und führen umfangreiche numerische Strömungssimulationen durch.

Forschung für die Turbinen der nächsten Generation

Am Standort Göttingen baut das DLR derzeit einen Prüfstand für die Triebwerke der nächsten Generation: NG-Turb (Next Generation Turbine). An der weltweit einzigartigen Anlage werden Wissenschaftler unter anderem neuentwickelte Turbinenschaufeln, Kühlsysteme und Werkstoffe untersuchen.

Von: AFP, DLR, airliners.de
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