Diskussion um Nicht-Einhaltung des Nachtflugverbots in Hamburg

05.04.2017 - 08:00 0 Kommentare

Das Nachtflugverbot am Flughafen Hamburg wird kaum eingehalten. Das ist der Vorwurf des BUND. Die zuständige Umweltbehörde weist diese Darstellung zurück.

In Hamburg wird über nächtliche Landungen diskutiert.Foto: © dpa, Julian Stratenschulte

In den sechs flugverkehrsreichsten Monaten 2016 am Airport Hamburg sind die ab 23 Uhr geltenden Nachtflugbeschränkungen und das ab null Uhr bestehende Nachtflugverbot nur an zwölf von 184 Nächten eingehalten worden. Das sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch jetzt bei der Präsentation des ersten Fluglärmreports der Umweltorganisation.

"Das ist keine Ausnahme, das ist der Regelfall, dass nach 23 Uhr in Fuhlsbüttel gestartet und gelandet wird", so Braasch. Vom Fluglärm betroffen seien in Hamburg und im Umland rund 200.000 Menschen.

Umweltbehörde weist Anschuldigungen zurück

Von der für Fluglärm zuständigen Umweltbehörde hieß es dazu: "Die Angaben von nur zwölf Nächten ohne Fluglärm in den sechs verkehrsreichsten Monaten 2016 ist so nicht nachvollziehbar." Die Fluglärmkritiker zählten offenbar Nächte mit Flügen des Polizeihubschraubers oder medizinischen Notfallflügen als "Verstöße" gegen die Nachtflugbeschränkungen mit.

"Nach unserer Kenntnis hat es 2016 an 90 Tagen keine Passagierflüge zwischen 23 und sechs Uhr gegeben", so ein Sprecher. Der Senat arbeite weiter an der Umsetzung des 16-Punkte-Plans zur Reduzierung des Fluglärms. Zuletzt sei man überein gekommen, dass das spritsparende, aber lärmintensivere Flachstartverfahren nicht mehr angewandt werden soll.

© dpa, Sina Schuldt Lesen Sie auch: Hamburger Flughafen plant höhere Lärmzuschläge

Der BUND fordert ein Nachtflugverbot ab 22 Uhr. Bereits seit dem 1. März sammelt die Organisation dafür Unterschriften, die noch vor der Sommerpause eine Volkspetition bei der Bürgerschaft ermöglichen sollen. Für die verspäteten Flüge macht der BUND vor allem Low-Cost-Carrier verantwortlich. "Das ist Kalkül bei diesen Billigfluglinien", sagte Braasch. Die Strafgebühren am Airport seien zu niedrig.

Am Flughafen Hamburg gilt in der Zeit von Mitternacht bis sechs Uhr morgens ein Nachtflugverbot. Für den Zeitraum zwischen 23 Uhr und Mitternacht gibt es eine Verspätungsregel. Für jede verspätete Landung und für jeden verspäteten Start wird bei den Fluglärmentgelten ein Aufschlag zwischen 150 und 300 Prozent für die Airline fällig.

Nach Angaben des Flughafens stieg die Zahl der Starts und Landungen im vergangenen Jahr um mehr als ein Prozent auf 160.000. Die Zahl der Fluggäste erhöhte sich um knapp vier Prozent auf mehr als 16 Millionen. Für das laufende Jahr erwartet Airport-Chef Michael Eggenschwiler ein Wachstum von drei Prozent bei den Passagierzahlen.

Von: ch, dpa
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