Digital Aviation Conference: Digitalisierung braucht den Kulturschock

17.09.2018 - 15:54 0 Kommentare

Auf der Digital Aviation Conference hat Airbus der Branche Tipps für die Bewältigung digitaler Herausforderungen gegeben. Wichtig sei eine komplett neue Unternehmenskultur. Und die hinterfragt sich ständig selbst.

Jürgen Urbanski ist Vice President Digital Plattform bei Airbus Space & Defence. - © © Bitcom -

Jürgen Urbanski ist Vice President Digital Plattform bei Airbus Space & Defence. © Bitcom

Die Digitalisierung ist für viele Unternehmen in der Luftfahrtbranche eine große Herausforderung. Jürgen Urbanski, Abteilungsleiter für digitale Plattformen bei Airbus Space & Defense, hat jetzt auf der vom Bitkom-Branchenverband ausgerichteten "Digital Aviation Conference“ in der Berliner Kalkscheune über Ansätze berichtet, die Probleme zu meistern.

Jürgen Urbanski ist Vice President Digital Plattform bei Airbus Space & Defence. Der ehemalige CTO von T-Systems war eigenen Angaben zufolge 20 Jahre in den USA und vor allem im Silicon Valley aktiv, bevor er zu Airbus nach Deutschland wechselte.

Wichtig für einen Erfolg ist laut Urbanski vor allem die Bereitschaft im Unternehmen, Neues anzugehen. Das größte Risiko für die Digitalisierung ist dabei für Urbanski eine "risikoscheue Unternehmenskultur". Ein Unternehmen müsse offen für neue Vorschläge sein. Es gelte, Querdenker in die Firma holen, die bewährte Prozesse in Frage stellen, um Veränderungen zu provozieren. Aber auch die bestehenden Mitarbeiter sollten Neuem ausgesetzt werden.

Reisen ins Silicon Valley zur Inspirationen könnten beispielsweise ein probates Mittel sein. Sie lösen laut Urbanski mitunter einen "Kulturschock" im positiven Sinne aus. Dieser rege die Mitarbeiter zu neuen Ideen an und fördere die Akzeptanz von Veränderungen. Es brauche allerdings auch "Leuchtturm-Projekte", die allen Mitarbeitern direkt etwas in ihrem Arbeitsalltag bringen, die im Privaten ohnehin bereits recht hohe Anforderungen an ihr digitales Equipment haben.

Zu einer Digitalisierungsstrategie gehört laut Urbanski auch Raum für Experimente. Wichtig ist dem Digitalisierungsexperten zufolge, dass die Mitarbeiter nicht für Fehlschläge bestraft werden dürfen. Frei nach dem Motto: Lieber viele kleine Fehlschläge von denen die Mitarbeiter lernen, als am Ende einen großen Fehlschlag, durch den das Unternehmen den Anschluss an die Zukunft verliert.

Agile Software-Entwicklung ist wichtig für den Erfolg

Neben allgemeinen Ratschlägen hat Urbanski auch konkrete Entwicklungstipps für die Branche: So sollten Projekte etwa anfangs auf eine Cloud-Entwicklungsumgebung setzen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Dazu gehöre auch der Einsatz quelloffener Software. Langwierige Beschaffungsprozesse würden dann entfallen.

Gedanken an eine Integration in die vorhandene IT-Infrastruktur sollten sich Entwickler erst dann machen, wenn sich herausstellt, dass ein Projekt zum Erfolg geführt werden kann. Das beschleunige die Entwicklung und spare Ressourcen und Abstimmungsprozesse. Urbanski empfiehlt außerdem, einen internen Produktmanager für ein Projekt aufzustellen.

Der traditionelle Unternehmenskonsens hat dem Airbus-Digital-Manager zufolge ausgedient. Stattdessen müssten für die Wettbewerbsfähigkeit die eigenen Strukturen hinterfragt werden. Darin bestehen Chancen und das Potenzial für die Zukunft, so Urbanski. Bisher nicht bekannte Konkurrenten könnten schnell zu einem Problem werden. Ein von ihm genanntes Beispiel ist Whatsapp, dass für die Telekommunikationsindustrie fast das gesamte SMS-Geschäftsmodell zerstörte.

Von: as
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