Die wichtigsten Zahlen zum Luftverkehrsmarkt Deutschland-Großbritannien

28.06.2016 - 08:08 0 Kommentare

Nach dem Brexit-Referendum erwartet die Branche eine nachhaltige Delle im britischen Luftverkehrswachstum. Deutschland ist die zweitwichtigste Europa-Destination aus Großbritannien. Eine Übersicht in Zahlen.

Passagiere am Flughafen London-Heathrow. - © © dpa - Marc Schäfer

Passagiere am Flughafen London-Heathrow. © dpa /Marc Schäfer

Die Iata hat nach dem Brexit-Votum eine Analyse zu möglichen Folgen des EU-Austritts Großbritanniens veröffentlicht. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung erwartet der internationale Airlineverband für den Luftverkehrsmarkt Großbritannien bis 2020 ein jährlich um bis zu 1,5 Prozentpunkte abgeschwächtes Passagierwachstum.

Dabei werden die Auswirkungen eines erwarteten Negativwachstums beim britischen Bruttoinlandsprodukt sogar von einer stärkeren Nachfrage im Incoming-Bereich abgefedert, so die Iata: Reisen nach Großbritannien würden durch ein schwaches Pfund günstiger.

Allerdings ist der Luftverkehrsmarkt UK vor allem ein Outbound-Markt, rund zwei Drittel der Reisen starten in Großbritannien. Deutschland ist dabei in Europa nach Spanien das zweitwichtigste Ziel. Die Brexit-Nachfrageveränderungen in Großbritannien werden daher auch auf den hiesigen Luftverkehrsmarkt Auswirkungen haben.

Der Luftverkehrsmarkt Großbritannien-Deutschland in Zahlen

Insgesamt macht der Luftverkehr von und nach Großbritannien in Deutschland rund sechs Prozent des Gesamtangebots aus.


Luftverkehrsmarkt UK: 175 Mio. Sitze/Jahr

  • Anteil von/nach Deutschland: 5,7%

Luftverkehrsmarkt Deutschland: 155 Mio. Sitze/Jahr

  • Anteil von/nach UK: 6,4%

Quelle: ch-aviation (Kapazitätsangebot, Basis 7-12/2016)

Flugplandaten zufolge liegen momentan Lufthansa und British Airways fast gleich auf, was die angebotenen Sitze zwischen den beiden Ländern angeht. Beide Airlines stellen je rund ein Viertel der Kapazitäten. 15 Prozent der Sitzplatzkapazitäten werden von Eurowings/Germanwings angeboten, fast gleich auf mit Ryanair und Easyjet.

Im Portfolio der deutschen Fluggesellschaften ist Großbritannien damit recht unterschiedlich stark vertreten: Während die UK-Angebote bei Germanwings/Eurowings zwölf Prozent der Gesamtkapazitäten ausmachen und auch Lufthansa über neun Prozent ihrer Sitzplätze im Großbritannienverkehr verkauft, fliegt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin gar nicht nach Großbritannien.


Angebotene Sitzplätze zwischen Deutschland und UK pro Woche: 2,4 Mio.

Aufteilung Sitzplatzangebot nach Airlines
Lufthansa Group 39
British Airways 24
Ryanair 14
Easyjet 13
Sonstige 10



Quelle: ch-aviation (Kapazitätsangebot, 7-12/2016)

Die meistbeflogenen Routen sind die Verbindungen zwischen Frankfurt, München und Düsseldorf nach London-Heathrow. Betrachtet man die Standorte, so sind Frankfurt und Berlin die deutschen Regionen mit den meisten Kapazitäten von und nach Großbritannien. Auf Platz drei folgt München.

© dpa, F. Arrizabalaga, Lesen Sie auch: Luftfahrt bereitet sich auf Brexit vor

Neben den zwei großen Drehkreuzen Deutschlands sticht damit Berlin heraus. Immerhin rund neun Prozent der Sitzplatzkapazitäten entfallen in der Hauptstadtregion auf Verbindungen nach Großbritannien, wobei der Anteil am Easyjet- und Ryanair-Drehkreuz Schönefeld mit rund 15 Prozent noch größer ist als in Tegel - deutlich über dem Durchschnitt.


Flüge pro Woche: 3250

  • davon von/nach Frankfurt 21%, München 17%, Düsseldorf 16% (sonstige 46%)
  • London Heathrow 38%, Manchester 12%, London Stansted 11% (sonstige 39%)

Quelle: ch-aviation (Frequenzen, 7-12/2016)

Von: dh
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