Beruf & Karriere

Die Luftfahrtregionen Deutschlands (4) - Der Süden

27.01.2014 - 11:39 0 Kommentare

Der Januar steht unsere "Beruf & Karriere"-Rubrik im Zeichen der deutschen Luftfahrtregionen: Ob Osten, Norden, Süden oder Westen - jede Region hat ihre ganz speziellen Besonderheiten.

Das deutsche Hauptquartier von Airbus Defence and Space in Unterschleißheim.

Das deutsche Hauptquartier von Airbus Defence and Space in Unterschleißheim.
© Airbus Group/Airbus Defence and Space

Blick auf den "Airbus Defence and Space"-Standort Manching.

Blick auf den "Airbus Defence and Space"-Standort Manching.
© Airbus Group/Airbus Defence and Space

Firmenzentrale von Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall

Firmenzentrale von Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall
© Recaro

Flughafen München

Flughafen München
© Flughafen München

Flughafen Memmingen aus der Vogelperspektive

Flughafen Memmingen aus der Vogelperspektive
© Flughafen Memmingen - Luftbildverlag Bertram GmbH

Das Dornier-Museum in Friedrichshafen

Das Dornier-Museum in Friedrichshafen
© dpa

Swiss am Flughafen Stuttgart

Swiss am Flughafen Stuttgart
© Flughafen Stuttgart

Unsere “Reise” in die Luftfahrtregionen Deutschlands hat bereits in den Osten sowie den Norden und den Westen des Landes geführt. Last but not least ist jetzt der Süden an der Reihe. Zwei Bereiche prägen hier vorrangig die Luftfahrtbranche: Industrie und Flughäfen.

In Sachen Industrie spielt im Süden der Republik - wie auch schon im Großraum Hamburg - die “Airbus Group”, die bis zum Jahreswechsel unter dem Konzernnamen EADS fimierte, eine wichtige Rolle. Die Zentrale der künftigen “Airbus Defence and Space” - in der Airbus Military, die Raumfahrtabteilung Astrium und der Rüstungsbereich Cassidian zusammengefasst werden - soll Ottobrunn bei München werden. Dort ist bereits das deutsche Head Office der “Airbus Group” zu finden. Weitere Niederlassungen gibt es in Friedrichshafen am Bodensee sowie in Manching bei Ingolstadt.

Bei “Airbus Helicopters” (bislang Eurocopter) arbeiten im schwäbischen Donauwörth rund 6800 Beschäftigte. Erst im Mai vergangenen Jahres war dort ein neues Hubschrauber-Entwicklungszentrum eingeweiht worden. Doch nicht alles läuft bei der Airbus Group ohne Probleme. Wegen der Krise will der Konzern europaweit 5800 Stellen abbauen, davon allein nach aktuellen Plänen rund 2200 in Deutschland. Der Standort Unterschleißheim in Oberbayern soll in diesem Zuge verkauft werden.

Beschäftigte der Airbus Group in Süddeutschland nach Standorten
0
Donauwörth 5645
Manching 3885
Augsburg 2860
Ulm 2470
Friedrichshafen 2470
Ottobrunn 1570
Backnang 1170
Unterschleißheim 1200

Quelle: Airbus Group (Stand: Oktober 2013)

Luftfahrtzulieferer und Komponentenhersteller sind stark vertreten

Ein weiteres Standbein der Industrie im Süden sind die zahlreichen Luftfahrtzulieferer und Komponentenhersteller. Ein großes Unternehmen ist beispielsweise die “Airbus Group”-Tochter Premium Aerotec. Am Hauptsitz des Unternehmens in Augsburg arbeiten rund 3800 Mitarbeiter an Komponenten für Airbus und den Eurofighter, wobei der zivile Produktionsanteil nach Firmenangaben bei 80 Prozent liegt. Ebenfalls zu nennen wären unter anderem GE Aviation in Regensburg und MTU Aero Engines in München. Und bei Liebherr-Aerospace werden in Lindenberg im äußersten Süden Deutschlands zum Beispiel Fahrwerke und Getriebe für die Luftfahrtindustrie entwickelt, gefertigt und gewartet.

Beim Erdinger Technologieunternehmen IABG als Partner der europäischen Luftfahrtindustrie werden ganze Flugzeuge und einzelne Baugruppen auf ihre Festigkeit und Lebensdauer getestet. Derzeit ist das Unternehmen unter anderem mit Strukturversuchen am Airbus A350 XWB beauftragt.

Recaro Aircraft Seating hat seinen Sitz im baden-württembergischen Schwäbisch Hall. Die Firma zählt zu den drei größten Flugzeugsitzanbietern weltweit. In Baden-Württemberg wird übrigens auch eine alte Luftfahrttradition zu neuem Leben erweckt: durch die ZLT Zeppelin Luftschifftechnik in Friedrichshafen. Auf die mehr als hundertjährige Luftfahrttradition der Region blickt in Friedrichshafen das Dornier-Museum zurück. Es erinnert an den legendären Flugzeugkonstrukteur Claude Dornier, die seinen Namen tragenden Werke und was aus ihnen geworden ist.

Unter dem Namen BodenseeAIRea haben sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem regionalen Branchenetzwerk zusammengeschlossen. Das bayerische Pendant ist der Aerospace-Cluster bavAIRia. Darüber hinaus gibt es in München das Bauhaus Luftfahrt. Der 2005 von EADS, Liebherr-Aerospace und MTU Aero Engines sowie dem Bayerischen Wirtschaftsministerium gegründete Verein versteht sich als eine international ausgerichtete Ideenschmiede.

Flughafen München mit Passagierrekord

Der größte süddeutsche Flughafen ist in München zu finden. Mit 38,7 Millionen Reisenden konnte in der bayerischen Landeshauptstadt im vergangenen Jahr ein neuer Rekord aufgestellt werden. Im Deutschlandvergleich rangiert der Münchner Flughafen hinsichtlich der Fluggastzahlen auf Platz zwei hinter Frankfurt.

Weitere wichtige Flughafenstandorte sind Stuttgart, Nürnberg, Karlsruhe/Baden-Baden und der Bodensee-Airport Friedrichshafen. Eine geografische Besonderheit stellen Zweibrücken und Saarbrücken dar. Beide Airports liegen nur 30 Kilometer voneinander entfernt und sind hoch verschuldet. Seit längerem verhandeln Politiker aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland über eine mögliche Kooperation der Flughäfen.

Das ein privat betriebener Flughafen funktionieren kann, zeigt das Beispiel Memmingen. Die Betreibergesellschaft des Allgäu Airports wurde von sieben Unternehmen ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich insgesamt 70 Kommanditisten der Aufgabe verschrieben, die Region durch den Standortfaktor Luftverkehr zu stärken.

Mehr zum Thema: Die Luftfahrtregionen Deutschlands

  1. Teil 1 - Der Osten
  2. Teil 2 - Der Norden
  3. Teil 3 - Der Westen
  4. Teil 4 - Der Süden
  5. Aktuelle Jobs in der Luftfahrtbranche im Süden Deutschlands gibt es im airliners.de-Stellenmarkt.

Von: airliners.de
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