Hintergrund

Die bisherigen Eigentümer des Lübecker Flughafens

01.07.2016 - 12:05 0 Kommentare

Zurückgezahlte Kaufpreise und untergetauchte Geschäftsleute: Durch die vielen Eigentümter-Wechsel am Airport Lübeck geriet der Flughafen immer wieder in die Schlagzeilen. Eine Übersicht der bisherigen Besitzer.

Ein Ortsschild und der Hinweis auf die Gastätte

Ein Ortsschild und der Hinweis auf die Gastätte "Zum Bruchpilot" in der Nähe des Flughafens in Lübeck. © dpa /Carsten Rehder

2005 verkauft die Hansestadt Lübeck die Mehrheit ihrer Anteile an die neuseeländische Gesellschaft Infratil. Die will den Flughafen ausbauen, die irische Billigfluglinie Ryanair Lübeck zu einer Basis ausbauen. Doch die Pläne scheitern am Einspruch von Naturschutzverbänden und Klagen von Anwohnern.

2009 zieht sich Infratil vom Flughafen zurück. Lübeck wird wieder Eigentümerin des Airports und muss den Kaufpreis von rund 27 Millionen Euro an Infratil zurückzahlen. Da ein neuer Investor nicht in Sicht ist, beschließt die Bürgerschaft, den Flughafen zu schließen. In einem Bürgerentscheid im April 2010 sprechen sich die Lübecker für den Erhalt und den Ausbau des Flughafens durch die Stadt bis Ende 2012 aus.

Ende 2012 erteilt die Bürgerschaft dem deutsch-ägyptischen Geschäftsmann Mohamad Rady Amar den Zuschlag. Er pachtet das Flughafengelände von der Stadt und kauft zu einem symbolischen Preis weitere Flächen, auf denen er Gewerbe und ein Hotel ansiedeln will. Hinter Rady Amar stehen die Firma 3 Y Logistic und Projektbetreuung GmbH, die unter anderem den Rückbau von Industrieanlagen betreibt, und ein Bauunternehmer aus Saudi-Arabien als Geldgeber.

Im April 2014 taucht Rady Amar unter. Es wird bekannt, dass er seine Anteile an der 3 Y als Muttergesellschaft des Flughafens verkauft hat. Der neue Eigentümer bleibt unauffindbar. Der vom Amtsgericht eingesetzte Notgeschäftsführer des Flughafens beantragt daraufhin Ende April Insolvenz.

Am 1. August 2014 übernahm der chinesische Geschäftsmann Chen Yongqiang den Flughafen. Er wollte eine Flugschule in Lübeck-Blankensee ansiedeln und chinesische Medizintouristen nach Lübeck holen. Doch nur ein Jahr später überwies er kein Geld mehr, der Flughafen musste zum zweiten Mal Insolvenz anmelden.

Bei der erneuten Suche nach einem Käufer bleiben von einer ganzen Reihe potenzieller Investoren zum Schluss drei ernsthafte Interessenten übrig. Der Medizintechnik-Unternehmer Winfried Stöcker bekommt den Zuschlag. Er will den Airport zunächst für Geschäftsflieger betreiben, mittelfristig jedoch auch wieder Fluglinien nach Lübeck holen.

Von: ch, gk, dpa
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