Reingefallen? Die besten Luftfahrt-Aprilscherze 2012

02.04.2012 - 00:34 0 Kommentare

April, April... Von Stehplätzen im Flugzeug bis zu Kindern im Gepäckraum waren die PR-Agenturen wieder kreativ. Und wie teuer wird es eigentlich, wenn man beim Schnäppchenflug zum Mond nicht das Kleingedruckte liest? airliners.de hat die besten Luftfahrt-Aprilscherze zusammengetragen.

Dass der erste April in diesem Jahr ein Sonntag war, hat weder Fluggesellschaften noch Redaktionen oder Luftfahrt-Fans davon abgehalten, skurrile Meldungen, Geschichten und Fotos zu veröffentlichen.

Mit einem Video meldete sich beispielsweise WestJet. Nachdem die kanadische Lowcost-Airline im vergangenen Jahr mit fiepsiger Stimme per Firmenvideo ankündigte, Helium in die Kabinenluft zu mischen, um Flugzeuge leichter zu machen, geht die Airline in diesem Jahr mit "KargoKids" an den Start. Die Blagen einfach zusammen mit den Koffern abgeben - fertig:

Vielleicht könnte sich WestJet dann noch für das "Aroma-Vision" genannte Inflight Entertainmentsystem des britischen IFE-Herstellers Mezzo entscheiden. Das System verbreite Gerüche, die zum Filmprogramm passen. Als Erstkunde für das "echt dufte" Entertainmentprogramm würde sich aber auch die neue Color-Air gut eignen. Für die Schiffe der Muttergesellschaft "Color Line" wird das selbe System von Mezzo nämlich auch angeboten.

Reingefallen?

Gerade die Social Media-Plattform Facebook hat in diesem Jahr für die Verbreitung von Aprilscherzmeldungen hinhalten müssen. Wie passend, dass wir am Wochenende auf dem airliners.de-Facebook-Profil dazu aufgerufen hatten, die lustigsten Fake-Geschichten zu sammeln. Etliches hat es in diesen Artikel geschafft, zahlreiche weitere Links zu angeblich neuen Strecken und neuen Airlines finden Sie im entsprechenden Posting. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Hinweise.

Starten wir also vielleicht mit der südafrikanischen Billigfluggesellschaft Kulula: Auf Facebook gab die Airline bekannt, demnächst mit einer speziellen Boeing 737 auch Wasserlandungen anbieten zu können. Zahlreiche Illustrationen und "Fotos" untermauern die Meldung.

Ähnlich aufregend begann der Tag für Facebook-Fans der Air Baltic: Die Republik Wadiya befände sich ab sofort im Programm. Non-Stop Sonnenschein sei in der Heimat des "großen Admiral General Aladeen" garantiert, verkündete die Airline auf ihrem Profil. Die Republik samt Diktator und "Sand-Museum" gibt es übrigens "wirklich": Und zwar im neuen Film von Sacha Baron Cohen (Borat).

Der Flughafen Hannover verkündete mit kaum überlesbarer Ironie, mit Inbetriebnahme des neuen Flughafens in Kassel-Calden täglich durch eine Direktverbindung "an das weltweite Streckennetz" des umstrittenen neuen Flughafens angebunden zu werden.

Gepostet hat auch der Flughafen Düsseldorf: Als bebilderte Textmeldungen kam auf Facebook ein angeblicher "Meilenstein rheinischer Kooperation": Der mit 84 Metern ohnehin schon höchste Flugsicherungs-Tower Deutschlands solle noch 32 Meter höher werden, um künftig auch den Flugverkehr in Köln-Bonn einfach von Düsseldorf aus mitkontrollieren zu können.

Um große Dinge ganz anderer Natur ging es beim TUI-Aprilscherz: Auf Facebook rief der Reiseveranstalter zu einem Votum für die Neuauflage des FKK-Reisekatalogs "Freisein" auf und lieferte dazu gleich ein paar Motive. Gewonnen hat übrigens das Motiv "Pralle Urlaubswelten". Wer hätte das gedacht... bei der prallen Rückansicht...

Ebenfalls per Facebook meldete sich der Air-Berlin-Reiseanbieter Binoli: Aufgrund schlechter Tomaten-Ernten sollten Kunden möglich bereits bei der Buchung den begehrten Tomatensaft reservieren. Immerhin soll dieser Service kostenlos angeboten werden.

Teuer kann es dagegen für Reisende werden, die beim US-Lowcost-Carrier Spirit Airlines für gerade mal 9 US-Dollar Oneway einen Trip zum Mond buchen können: Auf der speziell angelegten Website spiritgalactic.com gibt es hinter dem Preis ein Sternchen. In der Erläuterung erfährt der geneigte Kunde, dass in dem "Mondpreis" weder eine Sauerstoffmaske (zzgl. 2 Millionen Dollar) noch Treibstoffkosten (1,2 Milliarden Dollar) enthalten sind.

Billiger geht es bei Ryanair: Für nur 2 Euro (inklusive Steuren und Gebühren) biete man ab heute Stehplätze an. Für zunächst einhundert Testflüge von und nach Stansted baue der Billigflieger aus zwei Maschinen jeweils fünf Sitzreihen aus, um damit Platz für 50 zusätzliche Passagiere pro Flugzeug zu schaffen. Als normale Pressemitteilung versandt, schaffte es die Aprilscherzmeldung aus Irland sogar in etliche Medien - als Fakt berichtet wohlgemerkt.

Ähnlich offiziell kam eine Condor-Meldung daher, ab sofort wieder Raucherflüge anzubieten. An Bord eines Condor Retrofliegers könne wieder - wie damals in den 50er Jahren - nach Herzenslust gequalmt werden. Rechtlich sei man dabei auf der sicheren Seite, denn es handle sich bei den klar gekennzeichneten Flügen um geschlossene Gesellschaften und damit quasi um einen "separaten, ausgewiesenen Raucherraum".

Das Thema Fluglärm war den Protagonisten in Deutschland dann wohl doch zu heikel, um Scherze aufzulegen. Dabei hätte die Seite www.DemonstrantenMieten.de durchaus einen interessanten Anlass gegeben: Eckart beispielsweise demonstriert nämlich für 200 Euro pro Tag gerne in Bayern und Baden-Württemberg wahlweise gegen Stuttgart21, Tierversuche oder Fluglärm.

In Österreich freut sich derweil angeblich der Flughafen Wien über einen Investor aus der Schweiz, der im Skylink-Terminal ein Hotel mit 14 Betten errichten will. Der Investor erwarte keine Verzögerungen. Die Kollegen vom austrianaviation.net dagegen erinnern an einen Aprilscherz der österreichischen Presseagentur APA von 1997, der offenbar zu gut geschrieben war und sich zu gut verbreitete.

Von: airliners.de
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