FRA Dicke Luft im Fluglärmstreit

23.11.2012 - 11:01 0 Kommentare

Es herrscht weiterhin dicke Luft im FRA-Fluglärmstreit zwischen den betroffenen Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen. Von rheinländischer Seite wird eine neue Lärmberechnung gefordert, während aus Hessen Unglaubwürdigkeit vorgeworfen wird.

Ein Flugzeug überfliegt in geringer Höhe am Flughafen Frankfurt ein Mikrofon zur Lärmmessung - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Ein Flugzeug überfliegt in geringer Höhe am Flughafen Frankfurt ein Mikrofon zur Lärmmessung © dpa /Frank Rumpenhorst

Im Fluglärmstreit zwischen hessischen und rheinland-pfälzischen Kommunen verschärft sich der Ton. Der Kreis Mainz-Bingen forderte einen Neuzuschnitt der Fluglärmkommission. Das sei notwendig, weil sich mit der Veränderung der Flugrouten auch die regionale Verteilung des Fluglärms grundlegend geändert habe, heißt es in einem von der Kreisverwaltung im rheinland-pfälzischen Ingelheim veröffentlichten Brief an den Kommissionschef und Bürgermeister der hessischen Stadt Raunheim, Thomas Jühe (SPD).

In dem Brief wirft die Vertreterin des Kreises Mainz-Bingen in der Fluglärmkommission, Cordelia Leyendecker, der Kommissionsmehrheit und speziell dem Vorsitzenden Jühe "unsolidarisches Verhalten" vor. Da von den 30 kommunalen Vertretern in der Kommission nur zwei aus Rheinland-Pfalz kommen, ergebe sich "bei jeder Abstimmung zur Süd-Umfliegung per se ein zum Scheitern verurteiltes Minderheitenvotum".

Dabei weist Leyendecker auch den von Jühe erhobenen Vorwurf zurück, der Landkreis Mainz-Bingen habe sich aber erst nach heftigen Bürgerprotesten überhaupt mit dem Problem des Fluglärms und mit den geänderten Flugrouten auseinandergesetzt. Tatsächlich habe der Landkreis die durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu erwartende Mehrbelastung bereits frühzeitig angesprochen, so zum Beispiel im Planfeststellungsverfahren. Zudem werde Leyendecker in der kommenden Sitzung der Fluglärmkommission eine Lärmneuberechnung beantragen.

Jühe warf Schick am Mittwoch Unglaubwürdikeit vor, da rheinhessische Kommunen hätten für den Ausbau des Frankfurt Flughafens gestimmt und akzeptiert, dass in acht Jahren mit rund 700.000 Flugbewegungen 200.000 mehr abgewickelt werden sollen.  

Von: dapd
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