Wilmington-Schließungspläne

DHL-Umstrukturierung in den USA beschäftigt Politik

18.08.2008 - 18:01 0 Kommentare

Die Deutsche Post bekommt neuen Ärger wegen ihrer Schließungspläne für den DHL-eigenen Frachtflughafen Wilmington im US-Bundesstaat Ohio. Hintergrund sind die Restrukturierungspläne der Post-Tochter DHL, die in Zukunft alle Frachtflüge für Nordamerika dem Rivalen UPS übergeben will. Das hätte Auswirkungen auf ABX Air. US-Senatoren verlangen nun sogar ein Machtwort der deutschen Regierung.

Die Post-Tochter DHL will den Flughafen Wilmington aufgeben und in Zukunft alle Frachtflüge für Nordamerika dem Rivalen United Parcel Service (UPS) übergeben.

Der Flughafen selbst gehört DHL und ist der größte Privatflughafen in den USA. Die "Airborne Express" hatte die ehemalige "Clinton County Air Force Base" 1980 gekauft. 2003 übernahm DHL Express den Vertrieb und Bodendienste von Airborne Express und damit auch den Flughafen. Die Cargo-Fluggesellschaft firmierte danach als "ABX Air" und wickelte im Rahmen einer ACMI-Vereinbarung einen Großteil des DHL-Nordamerika-Geschäfts über Wilmington ab.

Durch die Umstrukturierungen könnten nun 8.200 Mitarbeiter bei den Fluggesellschaften ABX Air und Astar Air Cargo in Wilmington ihre Jobs verlieren. ABX Air hat nach eigenen Angaben eine "Hub Service"-Vereinbarung bis Augustsowie einen ACMI-Vertrag, der bis August 2010 läuft.

Senatoren verlangen Eingreifen der Bundesregierung

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenden sich jetzt die Senatoren des Bundesstaates Ohio sowie zwölf Kongressabgeordnete an die Bundesregierung Deutschlands, berichtet die Tageszeitung «Die Welt» (Samstagausgabe). Darin forderten sie Merkel auf, sich persönlich einzuschalten und DHL zu einer Kooperation mit der US-Region zu veranlassen. Der Bund ist nach wie vor der größte Anteilseigentümer der Post.

Anderenfalls könnten die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen schweren Schaden nehmen, heißt es in dem Brief, wie die Zeitung schreibt. Auch könnte die Unterstützung der Amerikaner für Wirtschaftsabkommen etwa zum freien Flugverkehr zwischen den USA und Europa schwinden. «Eine derart abweisende Behandlung von solch einem wichtigen deutschen Unternehmen wird in den USA nicht so schnell vergessen werden», schreiben die Politiker.

Post-Konzernsprecher Manfred Harnischfeger sagte der Zeitung: «Es gibt keine Alternative zu der geplanten Restrukturierung. Wir müssen die Situation beenden, dass wir in Wilmington an jedem Tag fünf Millionen Dollar Verlust machen.» Eine Verzögerung könne noch mehr Jobs gefährden.

Von: dpa, airliners.de
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