Fluglärmdebatte

DFS: Keine Flugumleitungen für Musik-Festival

27.11.2012 - 16:48 0 Kommentare

Die Flugsicherung hat im Raum Frankfurt keine Flüge mit Rücksicht auf Musikveranstaltungen umgeleitet. Der Vorwurf einer Mainer Bürgerinitiative, das von der Lufthansa unterstützte Rheingau-Musik-Fest werde vor Fluglärm geschützt, sei haltlos.  

Kondensstreifen  - ©  -

Kondensstreifen

Das von der Lufthansa unterstützte Rheingau-Musik-Fest wehrt sich gegen den Verdacht, regelmäßig die Flugsicherung anzurufen, damit Flüge vom Flughafen Frankfurt umgeleitet werden. Auslöser der Debatte ist offenbar ein 16 Jahre alter Einzelfall. Bis Ende 2000 gab es aber auch für andere Kulturveranstaltungen in der Region vereinzelt Ausnahmen.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat zwar eine eine Handvoll Fälle in den 90er Jahren bestätigt, bei denen für Veranstaltungen in der Region um Rüsselsheim Flüge anders geführt worden sind. Dabei sei es neben dem Konzert des Rheingau-Musik-Festes um Chorkonzerte in Anrainerstädten und eine Veranstaltung in Darmstadt-Kranichstein gegangen, sagte Sprecherin Ute Otterbein der dpa. Sie sprach von «bis fünf Fällen». Bereits seit September 2000 habe die Fluglärmkommission diese Praxis allerdings gestoppt.

Die Initiative gegen Fluglärm Mainz e.V. erklärte jedoch, auch in diesem Sommer sei das Kloster Eberbach, Hauptspielort des Musikfestes, bei bestimmten Konzerten weniger überflogen worden. Als angeblichen Beleg nannte sie die im Internet abrufbaren Daten zu Flugbewegungen. Die DFS-Sprecherin wies die Vorwürfe der Bürgerinitiative zurück. Man habe Flugdaten überprüft und keine Abweichungen von den üblichen Flugmustern feststellen können.  Die Lufthansa tritt beim Rheingau-Musik-Fest als offizieller Airlinepartner auf.

Ausgelöst hatte die aktuelle Diskussion der Frankfurter Unternehmer Claus Wisser, ein Förderer des Rheingau-Musik-Festivals und Freund von Intendant Michael Herrmann. Es sei den Festivalmachern «ein paar Mal» gelungen, die Routen zu ändern, wurde er im Hessischen Rundfunk zitiert. Mittlerweile spricht Wisser von einem Missverständnis. Es sei um einen einmaligen Fall vor Jahrzehnten gegangen, das hätte er klarer herausstellen sollen. «Seitdem ist seitens des Rheingau-Musik-Festivals kein Wunsch mehr geäußert worden, Flüge zu verlagern», sagte er. 

Von: dpa
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