DFS zieht gemischte Bilanz für 2017

18.04.2018 - 14:43 0 Kommentare

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) zieht eine gemischte Bilanz für das vergangene Jahr. Trotz einem Rekord an Flugbewegungen sank der Gewinn deutlich. Verantwortlich seien die gesunkenen Gebühren.

Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS), besichtigt am 18.07.2014 den

Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS), besichtigt am 18.07.2014 den "Contingency-Tower" der DFS auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. © dpa /Arne Dedert

Die Deutsche Flugsicherung zieht, wie bereits im Vorjahr, eine gemischte Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr, das am 31. März endete. Der Umsatz sank um gut 5,7 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Euro.

Der Gewinn brach um rund 64 Prozent ein und lag bei 30,6 Millionen Euro. 2016 konnte die DFS noch einen Gewinn von 86,6 Millionen Euro ausweisen. Das Unternehmen erklärte den Einbruch mit der erneuten Senkung der Gebühren im vergangenen Jahr. Im nicht regulierten Zusatzgeschäft - die DFS betreibt beispielsweise zwei Flughafentower in Großbritannien - konnten die Umsätze deutlich um ein Viertel auf 66 Millionen Euro zulegen.

Im Januar 2017 hatte die bundeseigene DFS das zweite Jahr in Serie die Flugsicherungsgebühren gesenkt. An den 16 internationalen Airports fielen die Lotsengebühren für An- und Abflug um 18 Prozent, auf der Strecke wurde es 16 Prozent billiger.

Schwierige finanzielle Aussichten

Für das laufende Jahr rechnet die DFS trotz steigendem Luftverkehrsaufkommen mit einem weiter schwierigem Marktumfeld. Um ihre Kostenziele zu erreichen, hat die DFS 2013 ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt. Bis 2019 sollen die jährlichen Betriebskosten im Vergleich zum Ausgangsjahr 2012 um knapp zehn Prozent gesenkt werden.

Den größten finanziellen Aufwand nehmen mit rund 860 Millionen Euro die Personalkosten ein. Diese sind trotz weniger Personal - aktuell beschäftigt die DFS rund 5400 Mitarbeiter - um knapp drei Prozent gestiegen. 2012 waren noch 6100 Personen bei der DSF tätig.

Verkehrsaufkommen erreicht neuen Rekordwert

Im vergangenen Jahr konnte mit rund 3,2 Millionen registrierten Flügen nach Instrumentenflugregeln ein neuer Rekordwert im deutschen Luftraum gemessen werden. Damit stieg der Zahl der Flüge um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bisherige Höchstwert wurde 2008 mit 3,15 Millionen Flugbewegungen erreicht. Der Airport-Verband ADV sprach im Januar von rund 2,3 Millionen Flugbewegungen an seinen Flughäfen 2017.

© FBB, Günter Wicker Lesen Sie auch: ADV: Deutsche Airports wachsen 2017

Gründe für den wachsenden Flugverkehr waren laut DFS ein kräftiges Wirtschaftswachstum in Deutschland und im Euroraum. Besonders stark sei der Anstieg vom verstärkten Angebot der Low-Cost-Carrier getragen worden. Die zweite Jahreshälfte war dagegen durch das Aus der Air Berlin geprägt.

Gute Prognosen für 2018

Im ersten Quartal dieses Jahres nahm das Verkehrsaufkommen weiter zu. So wurde mit gut 709.000 Flugbewegungen ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht. Für das Gesamtjahr rechnet die DFS mit insgesamt 3,4 Millionen kontrollierten Flügen im deutschen Luftraum. Damit würde man den Rekord aus dem vergangenen Jahr erneut übertreffen.

Die Zwischenfälle mit Drohnen wuchsen hingegen nicht so schnell wie befürchtet. Piloten meldeten im vergangenen Jahr 88 gefährliche Annäherungen. Die DFS hatte eine Verdoppelung der Fallzahl von 64 aus dem Vorjahr erwartet.

Von: br, dpa
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