DFS verwirft neues Anflugverfahren

21.06.2017 - 17:15 0 Kommentare

Es sollte Lärm am Flughafen Frankfurt verringern - doch jetzt ist das Landeverfahren "Point Merge" aus Sicht der Deutschen Flugsicherung (DFS) für den hessischen Standort keine Option mehr.

Passagiermaschinen im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen.  - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Passagiermaschinen im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen. © dpa /Frank Rumpenhorst

Am Frankfurter Flughafen wird es vorerst kein "Point-Merge"-Anflugverfahren geben. Diese aus Sicherheitsgründen gefällte Entscheidung hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) jetzt der Fluglärmkommission Frankfurt mitgeteilt.

Laut Angaben der Kommission würde das hohe Verkehrsaufkommen besonders große Kreisbögen der Flugzeuge notwendig machen, die wegen des militärischen Übungsgebietes im Südwesten des Airports und wegen der Nähe zu anderen Flughäfen kaum darstellbar seien. Auch bei weiter entfernten Sammelpunkten hätten die Flugzeuge über dem Rhein-Main-Gebiet kreisen müssen. Im Nahbereich des Flughafens hätte es ohnehin keine Lärm-Entlastungen gegeben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die "Frankfurter Neue Presse" über die ablehnende Haltung der Flugsicherung berichtet. Demzufolge haben die Untersuchungen zum Frankfurter Flughafen 2,5 Millionen Euro gekostet.

Das Point-Merge-Verfahren in Kombination mit dem konstanten Sinkflug (CDO). Foto: © DFS

Beim Point-Merge-Verfahren werden Flugzeuge nicht erst in unmittelbarer Nähe des Flughafens für die Landebahnen gebündelt, sondern weiter entfernt an einem Sammelpunkt (Point Merge). Dort formieren sie sich in einer Art Reißverschluss-System in einer Reihe zum Endanflug. Dies soll die Lärmbelastung senken.

2011 war "Point Merge" am Flughafen Oslo eingeführt worden. 2012 war es als ein Schritt zum aktiven Schallschutz von der hessischen Landesregierung initiierten "Allianz für den Lärmschutz" angeregt worden. Ein deutscher Testflughafen ist Leipzig/Halle, auch in Hannover ist es ausprobiert worden.

© DFS, Lesen Sie auch: DFS testet neues Landeverfahren am Airport Leipzig/Halle

Die Point-Merge-Technik kann nicht an allen Standorten eingesetzt werden. Eine Rolle spielen beispielsweise die Navigationsinfrastruktur und die Verkehrsströme benachbarter Airports. An den Berliner Standorten Tegel und Schönefeld zum Beispiel würden sich die Point-Merge-Anflüge mit denen des jeweils anderen Airports überlagern.

Von: ch, dpa
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