Deutsches Tauchgerät soll bei MH370-Suche helfen

18.08.2014 - 13:34 0 Kommentare

Für die Suche nach der vermissten Maschine der Malaysia Airlines (Flug MH370) stellt das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung nun ein spezielles Sonar zur Verfügung. Es kann koffergroße Teile in Tausenden Metern Tiefe erkennen.

Aussetzen des Seitensichtsonars.

Aussetzen des Seitensichtsonars.
© Geomar

Das Seitensichtsonar des Geomar.

Das Seitensichtsonar des Geomar.
© Geomar

Schematische Abbildung der Gerätekonfiguration.

Schematische Abbildung der Gerätekonfiguration.
© Geomar

Das Seitensichtsonar im Technik- und Logistikzentrum des Geomar.

Das Seitensichtsonar im Technik- und Logistikzentrum des Geomar.
© Geomar

Bei der Suche nach dem Wrack des seit mehr als fünf Monaten verschollenen Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines kommt jetzt ein Tauchgerät aus Deutschland zum Einsatz. «Eine holländische Bergungsfirma hat sich unser «Side Scan Sonar» gemietet», sagte Andreas Villwock, Pressesprecher des Geomar-Helmholtzzentrums für Ozeanforschung in Kiel am Montag. Das Tauchgerät könne in bis zu 6000 Metern Tiefe zum Einsatz kommen und den Meeresboden absuchen. «Wir haben es bis Ende des Jahres vermietet, dann brauchen wir es wieder selber.»

Das etwa zweieinhalb Meter lange und 900 Kilogramm schwere Kieler Tauchgerät ist unbemannt und wird von einem Schiff geschleppt. Es könne koffergroße Teile in Tausenden Metern Tiefe erkennen, erklärte Villwock. Dabei entstehen keine Fotos, vielmehr handelt es sich um ein indirektes Bildverfahren.

Technisch funktioniert ein solches Seitensichtsonar nach Geomar-Angaben so, dass ein akustisches Signal seitlich vom System abgestrahlt wird. Trifft dieses Signal auf den Meeresboden, wird es reflektiert und ein Teil wird wieder vom Gerät aufgefangen. Die Stärke dieser Rückstrahlung hängt unter anderem von der Beschaffenheit des Meeresbodens ab. Im Allgemeinen ist ein kiesiger Boden rauher als ein sandiger und dieser wiederum rauher als ein schlammiger. So lassen sich mit Seitensicht-Sonargeräten unterschiedliche Ablagerungen am Meeresboden kartieren. „Aufgrund dieses Prinzips können wir auch Gesteinsschichten von anderem Material, wie zum Beispiel den Wrackteilen eines Flugzeugs unterscheiden“, teilte Jörg Bialas, Geophysiker am Geomar, mit.

«Abyss» steht nicht zur Verfügung

Das autonome Unterwasserfahrzeug «Abyss» des Geomar, dass zunächst für einen solchen Einsatz im Gespräch war, wird bei dieser Suche nicht dabei sein. «Abyss» werde in den kommenden Monaten für verschiedene wissenschaftliche Expeditionen benötigt und könne daher nicht zur Verfügung gestellt werden, so Villwock. «Bei dem geschleppten System handelt es sich aber auch um ein sehr leistungsfähiges Gerät, dass in der Auflösung «Abyss» in nichts nachsteht und kurzfristig zur Verfügung gestellt werden kann», erklärte er. Ferner sei es für dieses System nicht notwendig, eigenes Personal abzustellen.

Am 8. März war der Kontakt zu Flug MH370 abgebrochen. An Bord der möglicherweise bei Australien ins Meer gestürzten Boeing 777 waren 239 Menschen.

Von: dpa, airliners.de
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    Vom 18.08.2017

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