Deutscher Flugverkehr wird weiter wachsen

28.07.2015 - 13:02 0 Kommentare

Steigende Passagierzahlen und Flugbewegungen: Die deutsche Luftfahrt wird auch 2016 und 2017 weiter zulegen. Das geht aus dem ersten Marktbarometer von ADV und DLR hervor.

Eine A321 am Flughafen Berlin-Tegel. Durch eine bestimmte Fotografie-Technik erscheinen die Lichter als Streifen. - © © AirTeamImages.com - Javier Guerrero

Eine A321 am Flughafen Berlin-Tegel. Durch eine bestimmte Fotografie-Technik erscheinen die Lichter als Streifen. © AirTeamImages.com /Javier Guerrero

Die deutsche Luftfahrt wird 2016 und 2017 wachsen. Das berichten der Flughafenverband ADV und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in ihrem Marktbarometer. Demnach wird die Zahl der Passagiere in beiden Jahren um jeweils rund drei Prozent zulegen (das wird auch für 2015 erwartet). Die Flugbewegungen sollen um rund einen Prozent zulegen. Es ist das erste Mal, dass ADV und DLR das Marktbarometer erstellt haben. Es soll künftig einmal pro Jahr erscheinen.

Die Zahl Passagiere soll in den nächsten zwei Jahren also dreimal so viel wie die der Starts und Landungen wachsen. Grund dafür seien vor allem die Billigflieger, die in Deutschland und Europa immer mehr an Bedeutung gewinnen würden, heißt es in dem Report. Die Lowcost-Carrier könnten im Vergleich zu anderen Airlines mit Regionaljets größere Maschinen wie die A320 oder die Boeing 737 einsetzen. Außerdem sei die Auslastung der Billig-Airlines sehr hoch im Vergleich zur Konkurrenz.

Weltweite Trends

Der Trend zu größeren Maschinen ist auch weltweit zu beobachten. Airlines profitieren dabei vor allem aus wirtschaftlicher Sicht: Je größer das Fluggerät, desto niedriger sind die Kosten pro Sitzplatz. Und auch global gesehen ist die Zahl der Passagiere und der Sitzplatzkapazität in den vergangenen Jahren gestiegen.

Foto: © ADV/DLR

Die Billigflieger orientieren sich neuerdings auch in Deutschland auf die mittleren und großen Flughäfen, heißt es in dem Bericht weiter. Ryanair zum Beispiel kündigte neulich an, alle größeren deutschen Flughäfen in der Bundesrepublik anfliegen zu wollen außer Frankfurt.

Unter dieser Strategie leiden jedoch die kleinen Airports. Letztere haben seit 2011 an Reisenden verloren, heißt es in dem Bericht. Zwei Drittel des deutschen Passagier-Aufkommens konzentriert sich dagegen auf Umsteigeflughäfen. Die Drehkreuze würden davon profitieren, dass europäische Netzwerk-Carrier ihre Angebote abseits der eigenen Heimatbasen in der Fläche ausdünnen, so ADV und DLR.

Bei dieser Grafik wurde 2010 als Bezugsjahr genommen. Danach wurde die Luftverkehrssteuer eingeführt. Die Luftfahrtverbände sehen sie als Hauptgrund für den verzerrten Wettbewerb in Deutschland an.Foto: © ADV/DLR

2014 wurden in Deutschland rund 208 Millionen Fluggäste gezählt - so viele wie noch nie. In diesem Jahr sollen es sogar noch mehr werden, und auch die Flugbewegungen und das Frachtaufkommen sollen wachsen.

Trotzdem kann die deutsche Luftfahrt international nicht mehr mithalten - sagten zumindest ADV und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bereits Anfang dieses Jahres. Denn im Vergleich zur Konkurrenz sei das Wachstum gering, was am verzerrten Wettbewerb liege.

Foto: © ADV/DLR

Von: ch
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