Deutscher Flughafenverband warnt vor Ende von Schengen

04.02.2016 - 10:31 0 Kommentare

Eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Europa würde sich auch auf den deutschen Luftverkehr auswirken. Die Folgen wären kaum auszudenken, so ADV-Hauptgeschäftsführer Beisel.

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer - © © EUROFORUM - Stefanie Hergenröder

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer © EUROFORUM /Stefanie Hergenröder

Die Arbeitshgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hat vor einer möglichen Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Europa wegen der Flüchtlingskrise gewarnt. "Nicht auszudenken wäre es, wenn die Schengen-Übereinkunft zur Disposition gestellt würde", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Rund 50 Millionen Schengen-Fluggäste müssten dann pro Jahr bei der Einreise einer Grenzkontrolle unterzogen werden.

Nach ADV-Schätzungen könnten in der Folge 10 bis 30 Prozent der betroffenen Flüge, je nach Flughafen, Tag und Uhrzeit, gestrichen oder verlegt werden, um eine einigermaßen geordnete Abwicklung sicherzustellen.

Zuvor hatten schon französische Experten gewarnt, neue Grenzkontrollen könnten wegen der Beeinträchtigungen für die Wirtschaft langfristig mehr als 100 Milliarden Euro kosten.

Das Schengener Abkommen legte den Grundstein für offene Grenzen zwischen den meisten europäischen Ländern. Wegen der Flüchtlingskrise haben mehrere Länder aber vorübergehend wieder Grenzkontrollen eingeführt - darunter auch Deutschland.

Von: gk, dpa
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