Deutsche Small Planet hat wohl Käufer gefunden

Exklusiv 22.10.2018 - 15:19 0 Kommentare

Small Planet Deutschland sucht einen Investoren - und ist nun nach airliners.de-Informationen fündig geworden. Noch in dieser Woche soll der Verkauf abgewickelt sein. Die Zeit drängt.

Im Inneren einer Airbus-Maschine von Small Planet Airlines. - © © AirTeamImages.com - Jan Severijns

Im Inneren einer Airbus-Maschine von Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com /Jan Severijns

Die insolvente Small Planet Deutschland hat offenbar einen Investor gefunden. Bevor offiziell verkündet wird, wer es ist, müssen noch Kunden, Lessoren und das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) informiert werden, erfuhr airliners.de aus Verhandlungskreisen. Bis Freitag (26. Oktober) solle der Verkauf abgewickelt sein.

Denn die Zeit drängt. Aus dem Management von Small Planet heißt es, dass das LBA in der vergangenen Woche einen Brief geschrieben hat: Das AOC werde zum Ende des Sommerflugplans entzogen, sollte kein neuer Businessplan für die nächsten zwölf Monate eingereicht werden. Auf Nachfrage will sich die Behörde nicht dazu äußern.

Die deutsche Small Planet meldete Mitte September Insolvenz in Eigenregie an. Dem Carrier waren mehrere technische Probleme, die im Sommer zu langen Verzögerungen inklusive Ausgleichszahlungen an Passagiere führten, zum Verhängnis geworden.

Mitarbeiter misstrauen offenbar Management

Indes wächst im Personalkorpus der Frust über die Airline-Spitze: Neueste Entwicklungen erfahre man in der Regel zuerst aus den Medien - erst danach gäbe es "beschwichtigende Versuche" vom obersten Management, konstatieren mehrere Mitarbeiter.

Viele von uns nehmen die E-Mails der beiden Geschäftsführer kaum noch ernst.

Mitarbeiterin von Small Planet Airlines Deutschland

Das wiederum könnte einen direkten Einfluss auf den Flugbetrieb haben: So wollten viele Crews keine Flüge mit Übernachtungen zu beispielsweise nordafrikanischen Zielen mehr durchführen; zu groß sei die Sorge, dass man nicht mehr nach Hause komme. Ein "Go-Sick" ist bei Airline-Pleiten nicht ungewöhnlich.

Verhandlungen mit Zeitfracht gescheitert

Die Übernahmespekulationen beobachten die rund 400 Mitarbeiter sehr genau. In der vergangenen Woche waren Verhandlungen zwischen Small Planet Deutschland und Zeitfracht gescheitert. Der Logistiker wollte die Hälfte der Flotte ins ACMI-Geschäft einbinden.

Doch dem Vernehmen nach konnte das Small-Planet-Management vorherrschende Sicherheitsbedenken bei Zeitfracht nicht aus der Welt schaffen. "Wir werden die Sicherheit der Passagiere niemals auch nur im Geringsten gefährden", hieß es in einer E-Mail der Zeitfracht-Spitze. Auch VLM war zeitweise im Gespräch.

"Bei allen Bietern stellt sich letztlich die Frage", so die Mitarbeiterin, "wie unser Geschäft weiterbetrieben wird - und vor allem wie viele von uns noch gebraucht werden." Dabei gehe es auch um Managementstrukturen, die nach einer Übernahme womöglich doppelt sind.

Tui plant schon um

Die deutsche Small Planet übernimmt mit zuletzt neun Maschinen Flüge für verschiedene Reiseveranstalter. Doch der Reisekonzern Tui scheint nicht mehr daran zu glauben, dass der deutsche Ferienflieger wieder auf die Beine kommt.

© Leonard Niemann, Lesen Sie auch: Tui plant den Winter ohne Small Planet

Von: cs
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