Deutsche Piloten und Ryanair einigen sich auf Schlichter

05.11.2018 - 17:34 0 Kommentare

Die zuletzt stockenden Tarifverhandlungen zwischen Ryanair und der VC sollen mit zwei Schlichtern voran kommen. Die beiden Mediatoren inklusive eines ersten Termins stehen laut Gewerkschaft fest.

Leere Schalter von Ryanair. - © © dpa - Stina Stjernkvist/TT NEWSAGENCY/AP

Leere Schalter von Ryanair. © dpa /Stina Stjernkvist/TT NEWSAGENCY/AP

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und Billigflieger Ryanair haben sich auf einen Schlichter geeinigt. Mitte November fände eine Verhandlung unter Beteiligung zweier Schlichter in der irischen Hauptstadt Dublin statt, schreibt die VC in einem Presse-Statement. Einzelheiten waren bislang nicht zu erfahren.

Die Schlichterfrage ist schon länger spaltendes Element in den Tarifverhandlungen. Denn den Vermittler, der das Ergebnis der irischen Piloten mit Ryanair aushandelte, lehnt die VC ab. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte daher kürzlich im Interview mit airliners.de, dass "für die Verzögerungen in den Gesprächen allein VC verantwortlich" ist.

© dpa, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: "Viele Airlines werden den Winter nicht überleben" Interview mit Ryanair-Chef O'Leary

VC-Tarifexperte Ingolf Schumacher betont nun, dass sowohl Gewerkschaft als auch Airline bis Ende November wesentliche Eckpunkte eines Tarifvertrags festlegen will. Ryanair will bis Weihnachten Tarifwerke in Deutschland abschließen. Inzwischen haben sich auch Minister aus mehreren Ländern in die Streitigkeiten eingemischt.

Ryanair setze "Pistole auf die Brust"

Gleichzeitig kritisiert die VC die Schließung der Standorte Bremen und Eindhoven in den Niederlanden sowie die Verkleinerung des Standortes Weeze am Montag: Ryanair setze damit mehreren hundert Angestellten "die Pistole auf die Brust".

Entweder die dort Angestellten fügten sich ihrer Versetzung an einen anderen Ryanair-Standort, "weit entfernt von ihrem bisherigen Lebensmittelpunkt", oder sie akzeptierten die Kündigung, kritisierte Schumacher. Damit solle das Personal "gefügig gemacht werden", den Arbeitskampf abzubrechen, warf er Ryaniar vor.

Gericht urteilt gegen Zwangsversetzungen

Ryanair hatte die Schließung der Standorte Anfang Oktober angekündigt. Zur Begründung führte die Airline die Streiks von Piloten und Flugbegleitern und die deshalb gesunkenen Gewinne an.

Ein niederländisches Gericht urteilte vergangene Woche, die Entscheidung scheine eine "Strafe" für die Streiks zu sein. Es verbot Ryanair, Beschäftigte an einen anderen Standort zu verlegen. 16 in Eindhoven stationierte Piloten hatten sich geweigert. Sie muss Ryanair vorerst weiter bezahlen.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: Gericht verbietet Zwangsversetzung von Ryanair-Piloten

Von: cs
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