Deutsche Piloten bestreiken Ryanair am Freitag

08.08.2018 - 14:16 0 Kommentare

Die deutschen Ryanair-Piloten wollen streiken: Nun ist klar, dass die 400 Flugzeugführer hierzulande dies am Freitag tun sollen. An dem Tag setzen auch die Cockpit-Crews in anderen Ländern Airline-Chef O'Leary zu.

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Ryanair-Chef Michael O'Leary
© Jane Barlow/PA Wire/dpa

Boeing 737 der Ryanair.

Boeing 737 der Ryanair.
© AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

Die deutschen Piloten haben die Streiks bei Ryanair terminiert. So ruft die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Flugzeugführer an den zehn deutschen Basen für Freitag zum Ausstand auf. Der Streik soll von drei Uhr am Freitagmorgen 24 Stunden lang laufen.

Ryanair kündigte daraufhin an, am Freitag noch einmal 250 Flüge streichen zu müssen. Betroffene Passagiere würden noch am Mittwoch informiert, sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs. In Deutschland sollen Maschinen demnach nur vom Flughafen Baden-Baden aus starten.

Streiks in anderen Ländern

Damit schließt sich die VC den Streikaufrufen mehrerer europäischer Gewerkschaften an: Denn am Freitag sind auch die Piloten in Belgien, Irland und Schweden zum Ausstand aufgerufen. Für die irischen Flugzeugführer ist es schon der fünfte Streiktag.

Pilotenstreiks bei Ryanair

  • 21. Dezember 2017: Warnstreik in Deutschland;
  • 13., 20., 24. Juli, 3. August: Irland;
  • 10. August: Belgien, Deutschland, Irland, Schweden, (Niederlande);

Quelle: airliners.de

Teilnehmen werden an dem Streik voraussichtlich auch die Piloten aus den Niederlanden. Die Gewerkschaft VNL hält sich mit einer offiziellen Ankündigung noch bedeckt. Allerdings muss sie nach niederländischem Recht auch maximal zwölf Stunden vorher den Ausstand ankündigen.

Schlichter in Irland

Indes scheinen sich der Billigflieger und seine Piloten in Irland anzunähern: Sie wollen einen Schlichter einsetzen. Die zuständige Gewerkschaft Forsa begrüßte diesen Schritt im Gespräch mit airliners.de: "Dass das Unternehmen diesen Schritt nicht an Bedingungen knüpft, ist eine unerwartete aber gute Entwicklung." Forsa dränge seit Wochen auf einen Schlichter.

Als Schlichter könnte der unabhängige Arbeitsexperte Kieran Mulvey zum Einsatz kommen - allerdings frühestens ab kommender Woche (14. August). Daher rüttelt die Gewerkschaft nach eigenen Angaben nicht am fünften Streiktermin am Freitag.

Konsequenzen auch in Deutschland?

Nach drei Streiks der irischen Piloten kündigte Ryanair jüngst Konsequenzen an: Zum Winter soll die Basis am Flughafen Dublin von jetzt 30 auf "höchstens" 24 Maschinen schrumpfen, beschloss der Verwaltungsrat. Die Flugzeuge sollen nach Polen verlegt und dort die Aktivitäten der neuen Charter-Tochter Ryanair Sun unterstützen. Dies liege zum einen an dem starken Zuspruch, den Ryanair Sun bekomme. Zum anderen wird die Entscheidung mit der schlechten Buchungsentwicklung infolge der Streiks begründet. Für Irland hat das weitreichende Folgen: 100 Piloten und 200 Flugbegleiter können mit nach Polen wechseln - oder arbeitslos werden.

© AirTeamImages.comges.com, Dirk Grothe Lesen Sie auch: Ryanair - die zerrissene Airline Hintergrund

Ähnliche Repressalien schloss Marketingchef Kenny Jacobs für Deutschland jüngst aus: "Wir wollen in Deutschland wachsen." Nach airliners.de-Informationen hat Airline-Chef Michael O'Leary aber auch hiesigen Flugzeugführern mit Konsequenzen gedroht.

Von: cs
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