Deutsche halten Lufthansa-Pilotenstreiks für unverhältnismäßig

21.03.2015 - 14:57 0 Kommentare

Nach vier Tagen Lufthansa-Pilotenstreiks zeigt eine Umfrage, was die deutschen Verbraucher über den Ausstand denken. Eine klare Mehrheit sieht die Maßnahmen der Piloten demnach als unverhältnismäßig.

Eine Anzeigetafel weist auf gestrichene Flüge hin. - © © dpa - Christoph Schmidt

Eine Anzeigetafel weist auf gestrichene Flüge hin. © dpa /Christoph Schmidt

Der Streik der Lufthansa-Piloten findet wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Bei einer repräsentativen Yougov-Umfrage im Auftrag der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon erklärten 55 Prozent der Befragten, dass sie den Streik nicht mehr für verhältnismäßig halten.

Eine Mehrheit von 52 Prozent sieht die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als wesentlichen Verursacher der Streiks an. Das Lufthansa-Management sahen nur 19 Prozent als Urheber des heftigsten Tarifkonflikts in der Unternehmensgeschichte.

Laut Umfrage haben die Befragten für die Forderungen der Piloten wenig Verständnis. Ganze 26 Prozent sind der Meinung, dass die Piloten ihre Position zum Nachteil der Lufthansa-Kunden ausnutzen.

Der Arbeitskampf schade dem Image des Unternehmens, glauben 58 Prozent der Befragten. Einen Imageschaden für die Gewerkschaft VC sehen nur 21 Prozent. Am Streikrecht will aber dennoch kaum jemand rühren. 83 Prozent halten es nach wie vor für ein berechtigtes Mittel der Arbeitnehmer bei Tarifkonflikten. Nur 11 Prozent befürworteten gesetzliche Einschränkungen.

Von den Pilotenstreiks, die den Flugbetrieb der Lufthansa seit einem Jahr in inzwischen zwölf Wellen behindert haben, waren bislang rund eine Million Passagiere waren betroffen. Offiziell größter Streitpunkt im Tarifkonflikt ist die Übergangsversorgung bis zur Rente für die rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Unterschwellig geht es um den Umbau des Lufthansa-Konzerns.

Die Umfragedaten wurden vom Marktforschungsinstitut YouGov unter 1.008 Personen im Zeitraum 17.03.2015 bis 19.03.2015 mittels einer Online-Befragung erhoben.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus