Deutsche Flugsicherung will rund 600 Stellen bis 2019 abbauen

05.08.2013 - 12:07 0 Kommentare

Etwa jeder zehnte Job bei der Deutschen Flugsicherung soll in den kommenden Jahren wegfallen. Dadurch will das Unternehmen rote Zahlen vermeiden. Statt auf Entlassungen, setzt man bei der DFS auf natürliche Fluktuation.

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt/Main - © © dpa - Marius Becker

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt/Main © dpa /Marius Becker

Im Kampf gegen drohende rote Zahlen will die Deutsche Flugsicherung (DFS) in den kommenden Jahren rund 600 Stellen abbauen. «Ziel ist es, bis 2019 etwa ein Zehntel der rund 6100 Arbeitsplätze einzusparen», sagte der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, der «Wirtschaftswoche». Dies soll das Staatsunternehmen vor roten Zahlen bewahren. Dass es zu einem Stellenabbau kommen wird, hatte zuvor bereits ein Sprecher bestätigt. Frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen, sei ein Teil des nun nötigen Sparprogramms. Zudem soll weniger ausgebildet werden. Entlassungen seien nicht geplant.

Scheurle sagte dem Magazin, dass die rund 1900 Fluglotsen der DFS vom Stellenabbau zunächst weitestgehend ausgenommen seien. Allerdings seien einige Standorte überbesetzt. Letztlich müssten alle Bereiche sparen.

Hintergrund der Sparmaßnahme des bundeseigenen Unternehmens aus Langen bei Frankfurt sind die geringen Verkehrszahlen im Flugverkehr und die dadurch rückläufigen Umsätze der Flugsicherung. Ob durch die Verluste Gebührenerhöhungen anstehen, ist bislang offen.

An den 22 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2013 rund 94,1 Millionen Passagiere abgefertigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank das Fluggastaufkommen um 0,4 Prozent, wie der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) in Berlin informierte. Der innerdeutsche Luftverkehr war mit einem Minus von 5,9 Prozent besonders stark rückläufig. Die Zahl der Flugbewegungen ging von Januar bis Juli 2013 um 5,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zurück.

Die Verkehrszahlen liegen nach den Angaben rund elf Prozent unter Plan, der Jahresumsatz werde 2013 voraussichtlich um 30 bis 40 Millionen Euro sinken. Scheurle wolle die Ausgaben bis 2019 um 100 Millionen Euro senken und damit dauerhaft schwarze Zahlen schreiben. Dazu soll auch eine Intensivierung des Geschäftsbereichs Aeronautical Solutions beitragen, wie eine DFS-Sprecherin auf Nachfrage von airliners.de sagte. Dazu zählen beispielsweise Beratungsleistungen und Luftfahrtkartenmaterial für Deutschland und Europa.

Die Flugsicherung ist bundesweit an 16 internationalen Flughäfen und über die Tochterfirma Tower Company an etlichen Regionalflughäfen vertreten. 2012 hatten die Lotsen 2,99 Millionen Flüge geleitet, im Rekordjahr 2008 waren es noch 3,15 Millionen Flüge.

Von: airliners.de, dpa
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