Deutsche Flughafenbetreiber gegen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

31.03.2016 - 17:15 0 Kommentare

Die Flughafenbetreiber in Deutschland sehen nach den Terroranschlägen in Brüssel keinen Grund, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Die EU-Kommission plädiert für "angemessene Maßnahmen".

Beamte der Bundespolizei sichern den Terminalbereich des Flughafens in Frankfurt am Main. - © © dpa - Boris Roessler

Beamte der Bundespolizei sichern den Terminalbereich des Flughafens in Frankfurt am Main. © dpa /Boris Roessler

Die EU-Kommission spricht sich nach den Terroranschlägen in Brüssel für "angemessene" Sicherheitsmaßnahmen an europäischen Flughäfen aus. Die Reaktion auf den Anschlag am Brüsseler Flughafen in der vergangenen Woche müsse verhältnismäßig und risikobasiert sein, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc am Donnerstag in Brüssel. "Wir wollen offene Transportsysteme", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde weiter. Es dürfe bei Sicherheitsmaßnahmen keine Überreaktion geben.

Experten aus den EU-Staaten und der Kommission sollten am Donnerstag in Amsterdam die Sicherheitslage im europäischen Flugverkehr analysieren und erörtern, ob Änderungen notwendig seien, hieß es weiter. Mit Ergebnissen sei noch nicht zu rechnen. Das Thema werde beim informellen Treffen der EU-Verkehrsminister in Amsterdam am 14. April sowie beim EU-Rat im Juni zur Sprache kommen.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) begrüßte die "besonnene" Reaktion der EU-Verkehrskommissarin. Der Verband spreche sich für angemessene Maßnahmen aus, die zu einem Mehr an Sicherheit führten, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Sie müssen umsetzbar und passagierfreundlich sein. Forderungen nach Zugangskontrollen vor den Terminals erteilt der Flughafenverband ADV eine klare Absage."

In der "Wirtschaftswoche" hatte er erneut vor "blindem Aktionismus" gewarnt. "Zugangskontrollen vor den Terminals sind das Gegenteil von kluger Sicherheitspolitik. Sie erhöhen die Gefahr von Anschlägen sogar. Reisende, die draußen Schlange stünden, ließen sich noch schwieriger schützen", so Beisel.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn rissen drei Selbstmordattentäter 32 Menschen mit in den Tod. Nach den Anschlägen hatte die Bundespolizei ihre Kontrollen an Flughäfen in Deutschland intensiviert.

Der Brüsseler Flughafen ist etwa anderthalb Wochen nach dem Terroranschlag bereit für seine Wiedereröffnung. Das teilte der Betreiber am Donnerstag mit. Wann genau wieder Passagierflüge starten könnten, hänge jedoch noch vom grünen Licht der zuständigen Behörden ab. Bis Freitagabend sollten demnach noch keine Passagiermaschinen abheben, hieß es.

Von: gk, AFP, dpa
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