Deutsche Flughäfen sind gegen drohendes Laptop-Verbot bei US-Flügen

11.05.2017 - 13:45 0 Kommentare

Die USA überlegen, ihr Laptop-Verbot auf Flüge aus Europa auszudehnen. Der Flughafenverband ADV kritisiert das. Die Lufthansa prüft verschiedene Szenarien.

Kommt ein Laptop-Verbot auf Flügen von Europa in die USA? Foto: © Lufthansa

Das drohende Laptop-Verbot auf USA-Flügen aus Europa sorgt bei den deutschen Flughäfen für Kritik. "Wir haben volles Vertrauen in die bislang üblichen Kontrollen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralf Beisel, jetzt in Berlin. Es lägen auch keine sicherheitstechnischen Erkenntnisse vor, die ein Verbot von größeren Elektrogeräten an Bord rechtfertigen würden.

Viele Fragen für eine effektive Umsetzung des möglichen Verbots seien noch ungeklärt. Es sei mit Verspätungen und erheblichen Kosten zu rechnen, so Beisel.

Bisher gilt das Verbot für Europa nicht

Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums hatte am Vortag Überlegungen bestätigt, das bereits seit März für zehn Flughäfen in Afrika und dem Nahen Osten bestehende Verbot auf europäische Standorte auszuweiten. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen, ob und in welchem Umfang dies geschehe.

Sollte der Bann kommen, dürften sämtliche Elektro-Geräte, die größer als Mobiltelefone sind - also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras - nicht mit in die Kabine genommen werden. Die Geräte könnten jedoch im Gepäck aufgegeben werden, das im Flugzeugbauch verstaut wird.

Die Lufthansa prüft eigenen Angaben zufolge bereits seit Wochen verschiedene Szenarien, da bislang keine Anweisungen der US-Behörde für Transportsicherheit TSA vorliegen. Bislang würden die Sicherheitsabläufe unverändert angewendet, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Grundsätzlich sei man verpflichtet, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte kürzlich: Anders als die USA plane Deutschland keine Laptop-Verbote in Flugzeugkabinen oder andere zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr.

Von: ch, dpa
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