Beruf & Karriere

Deutsche Flughäfen von Fachkräftemangel nicht verschont

11.04.2017 - 09:03 0 Kommentare

Flughäfen sind als Arbeitgeber wichtige regionale Standortfaktoren und bieten Hunderttausenden Jobs. In unserer Rubrik "Beruf & Karriere" geht es heute unter anderem darum, warum die Suche nach Fachleuten oft nicht leicht ist.

Ein Mitarbeiter von Globeground winkt auf dem Flughafen Berlin-Tegel ein Flugzeug auf seine Parkposition. - © © dpa - Gero Breloer

Ein Mitarbeiter von Globeground winkt auf dem Flughafen Berlin-Tegel ein Flugzeug auf seine Parkposition. © dpa /Gero Breloer

Die Luftfahrtbranche generiert Arbeitsplätze. Nicht nur die Wirtschaft allgemein ist in ihrem Wachstum aus vielen Gründen auf den Luftverkehr angewiesen, auch die Branche selbst bietet in Deutschland rund 350.000 direkte Arbeitsplätze, wie aus aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Luftverkehrswirtschaft (BDL) hervorgeht.

Gerade in Deutschland stationierte Flugzeuge generieren laut BDL Arbeitsplätze. Nur für Cockpit, Kabine und den unmittelbaren technischen Support werden bei einem Langstrecken- 120 und bei einem Kurzstreckenflugzeug 40 Beschäftigte benötigt. Je nach Fluggesellschaft und Flugzeugtyp variiert diese Zahl natürlich.

1 + 2 = nur Besatzung, ohne Verwaltung Foto: © BDL

Demnach sichert etwa nach Angaben der Lufthansa jedes Langstreckenflugzeug alleine im eigenen Unternehmen direkt rund 220 Arbeitsplätze; beim A380 sind es sogar rund 400 Arbeitsplätze. Hinzu kommen rund 90 Beschäftigte bei Flughäfen, Flugsicherung, Herstellern, Spediteuren und weiteren Systempartnern.

Vom Fachkräftemangel nicht verschont

Ein aktuelles Problem betrifft ebenso wie die gesamte deutsche Wirtschaft auch die Flughäfen. Auch sie sind nach ADV-Einschätzung vom Fachkräftemangel betroffen. So konkurrieren Flughäfen bei der Suche nach Fach- und Führungspersonal mit anderen Arbeitgebern, etwa aus der Automobilbranche. Dem gelte es, mit attraktiven Bedingungen entgegen zu steuern. Zudem müssten die Flughäfen auf dem Arbeitsmarkt aktiv neue Fachkräfte rekrutieren und sich entsprechend präsentieren.

Der Flughafen Hannover beispielsweise hat sich dies bereits auf die Fahnen geschrieben. Auch hier spüren die Betreiber den Mangel an Fachkräften. Sie haben bereits Mühe, einige Stellen nach zu besetzen. Deshalb wird auf Messen um qualifizierte Bewerber geworben. Zudem soll unter anderem gezielt auf den künftigen Bedarf hin ausgebildet werden.

Das Problem betrifft alle Flughäfen von klein bis groß. Der Münchener Flughafen bildet ebenfalls aus - und das mit steigender Intensität. In den letzten 20 Jahren hat sich die Gesamtanzahl der Ausbildungsplätze am Flughafen von damals 230 auf heute 660 nahezu verdreifacht. Die Auszubildenden am Münchner Flughafen verteilen sich dabei mittlerweile auf 45 Ausbildungsberufe.

Weiterer Bedarf an vielen Orten

Vom Reinigungsjob über Kaufleute bis zu Ingenieuren - die deutschen Flughäfen beschäftigen Mitarbeiter der unterschiedlichsten Qualifikationen. Und weiteren Bedarf gibt es an vielen Orten. Allein am Flughafen München ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen 20 Jahren um mindestens 120 Prozent auf rund 35.000 gestiegen.

Damit nicht genug: In den kommenden Jahren werden in München hunderte neue Mitarbeiter in unterschiedlichen Funktionen benötigt, teilt der Airport auf Nachfrage mit. Gefragt sind neue Mitarbeiter vor allem in den Bereichen IT, Engineering, Gebäudemanagement, Safety, Einzelhandel, Gastronomie und Sicherheit.

Der Betreibergesellschaft des Flughafens München ist mit ihren derzeit rund 8900 Mitarbeitern nach der Lufthansa mit etwa 11.100 Beschäftigten übrigens nur der zweitgrößte Arbeitgeber am Standort. Meist stellen aber die Flughafengesellschaften und ihre Töchter die meisten direkten Arbeitsplätze vor Ort.

Mechatroniker in Düsseldorf gefragt

So ist auf dem Gelände des Düsseldorf Airports der Flughafen mit rund 2300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber - und sucht ebenfalls neue Leute: Unter anderem sind Fachleute wie Mechatroniker gefragt. Am Airport gibt es derzeit insgesamt rund 19.800 Arbeitsplätze bei etwa 250 ansässigen Firmen und Dienststellen.

Ob Feuerwehrleute, Systeminformatiker oder Ingenieure - auch die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) sucht für Tegel, Schönefeld und den vielleicht irgendwann einmal eröffnenden BER weiteres Personal. Andere Betriebe an den Berliner Standorten haben ebenfalls Bedarf und suchen beispielsweise Bus- und Lkw-Fahrer, IT-Spezialisten sowie Fluggerätmechaniker.

Während bei den Betreibergesellschaften selbst die Beschäftigtenzahl insgesamt allerdings eher langsam wächst, steigt der Personalbedarf nach Einschätzung des Flughafenverbandes ADV derzeit vor allem bei den Dienstleistern. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einem deutlichen des Personalbedarfs zu rechnen. Wer also heute nach einem Job am Flughafen Ausschau hält, sollte sein Glück nicht nur bei den Betreibergesellschaften direkt versuchen sondern auch die Möglichkeiten für einen Jobeinstieg bei den Dienstleistern am Platz ausloten.

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Jobs an Flughäfen finden Sie im airliners.de-Stellenmarkt.
BDL-Studie zu Arbeitsplätzen im Luftverkehr
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Von: airliners.de
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