Deutsche Fluggesellschaften verbrauchen etwas mehr Kerosin

03.07.2017 - 17:10 0 Kommentare

Auch der Luftverkehr trägt zur Emission von Kohlendioxid bei. Daher soll das Fliegen umweltschonender werden. Laut BDL haben die deutschen Airlines im vergangenen Jahr minimal mehr Kerosin verbraucht.

Ein Flugzeug wird auf dem Flughafen München betankt. - © © dpa - Andreas Gebert

Ein Flugzeug wird auf dem Flughafen München betankt. © dpa /Andreas Gebert

Die deutschen Airlines treten im Kampf um geringeren Kerosinverbrauch auf der Stelle: Die Fluglinien haben im vergangenen Jahr mit 3,64 Litern minimal mehr Kerosin pro Person und 100 Kilometer verbraucht als ein Jahr zuvor. Dennoch sei dies ein Top-Wert.

"Die neuesten Zahlen belegen, dass die Maßnahmen der Luftverkehrsbranche zur Steigerung der Energieeffizienz greifen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Stefan Schulte, jetzt zum neuen Klimaschutzreport. 2015 hatten die deutschen Airlines mit 3,63 Litern Kerosin pro Person und 100 Kilometer eine neue Bestmarke erzielt.

Technische Neuerungen lassen Verbrauch sinken

Seit 1990 hätten die Fluggesellschaften den Treibstoffverbrauch pro Passagier um 42 Prozent verringert. Der Verbrauch pro Passagier sei abhängig von der Auslastung des Flugzeugs und der Strecke.

Trotz hoher Wachstumsraten sei der Anteil des Luftverkehrs an den globalen CO2-Emissionen kontinuierlich von 2,92 Prozent im Jahr 2000 auf 2,55 Prozent 2014 gesunken. Der BDL sieht die Branche auf dem richtigen Weg. Technische Innovationen bewirkten, dass der Treibstoffbedarf mit jeder neuen Flugzeuggeneration um 15 Prozent sinke.

OMV Aktiengesellschaft, Lesen Sie auch: Icao-Staaten legen Klimaschutzabkommen für die Luftfahrt auf

Im Oktober 2016 hatten sich Vertreter fast aller UN-Mitgliedsländer bei einer Versammlung der UN-Luftfahrt-Organisation Icao auf einen Mechanismus geeinigt, nach dem Airlines Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases CO2 vorweisen müssen. Die Idee ist, dass Verursacher von Verschmutzung "Rechte" kaufen müssen - damit der Anreiz wächst, weniger auszustoßen und in klimafreundliche Technik zu investieren.

Am wirkungsvollsten seien Investitionen in neue Flugzeuge, urteilte der Verband. 214 neue Passagierflugzeuge wollten die deutschen Airlines in den kommenden Jahren anschaffen, heißt es in dem Bericht.

Airbus und Boeing setzen auf Neuauflagen

Verkaufsschlager bei den beiden weltgrößten Flugzeughersteller Airbus und Boeing sind derzeit die A320neo- beziehungsweise Boeing-737-MAX-Familie. Die Maschinen verbrauchen weniger Sprit als ihre Vorgängermodelle. Airlines können das aus Marketingsicht als gut für die Umwelt verkaufen. Durch den niedrigeren Verbrauch sparen die Fluggesellschaften jedoch auch Sprit und müssen somit weniger für Kerosin ausgeben.

© Airbus, Fixion Lesen Sie auch: Airbus setzt auf die A320neo Hintergrund

Von: ch, dpa
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