Deutsche Bahn will Flugbetrieb in Tempelhof übernehmen

19.12.2006 - 10:00 0 Kommentare

Berlin (ddp.djn). Die Deutsche Bahn will neben Bahnhöfen im Eisenbahnnetz auch andere Verkehrsimmobilien wie Flughäfen oder U-Bahnstationen betreiben. In einem ersten Schritt sei für einige Jahre die Übernahme des Flugbetriebs auf dem von der Schließung bedrohten Berliner City-Airport Tempelhof geplant, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Dazu habe die Bahn bei der Berliner Luftfahrtbehörde einen Antrag auf Übernahme der Betriebsgenehmigung zum 30. Oktober 2007 gestellt. Die Bahn plane, den Flughafen in Kooperation mit dem deutsch-amerikanischen Investor Fred Langhammer weiter zu entwickeln.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg wollte am Dienstag über die Klagen von dort ansässigen Fluggesellschaften gegen die Schließung des innerstädtischen Flughafens zum 31. Oktober 2007 entscheiden. Seit 1996 beabsichtigt das Land Berlin, den Flughafen Berlin-Tempelhof endgültig zu schließen.

Dem Bahn-Sprecher zufolge beinhaltet der Antrag die Übernahme des Flugbetriebs vom 30. Oktober 2007 bis sechs Monate nach Inbetriebnahme des geplanten internationalen Großflughafens BBI, die für Ende 2011 vorgesehen ist.

Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigte am Dienstag den Eingang des Antrags der Bahn. Das Bahnvorhaben sei sehr «spektakulär». Der Antrag des Unternehmens werde nun unabhängig vom Ausgang des Verfahrens vor dem OVG bearbeitet. Wann ein Ergebnis vorliege, sei aber nicht abschätzbar.

Nach eigenen Angaben möchte die Bahn das Rollfeld betreiben und zudem vom Bund diejenigen Einrichtungen pachten, die für den Flugbetrieb und die Abfertigung von Passagieren notwendig seien.

Der Unternehmer Langhammer, Chef der Kosmetikfirma Estée Lauder, plant, bei Erhalt des Flugverkehrs für 350 Millionen Euro im historischen Flughafengebäude ein Gesundheitszentrum mit Hotel, Schulungszentrum und Gewerbe einzurichten.

Das Tempelhof-Projekt ist Teil einer neuen Strategie der Bahn. Sie wolle ihre Erfahrung im Bahnhofsbetrieb auf andere Verkehrsimmobilien ausweiten, sagte der Sprecher. Man sehe sich noch weitere «innerstädtische Verkehrsstationen» an und bewerbe sich außer für Tempelhof auch an anderen Stellen. Genaueres lasse sich derzeit noch nicht sagen, fügte der Sprecher hinzu.

Von: ddp
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