Deutlich verspäteter Abflug bei kurzer Pauschalreise ist erheblicher Reisemangel

03.02.2014 - 07:34 0 Kommentare

Passagiere haben Anspruch auf eine teilweise Erstattung des Reisepreises, wenn sich das Flugzeug bei einer kurzen Pauschalreise deutlich verspätet. Die übliche Minderung reicht nicht aus.

Ein Flugzeug im morgendlichen Landeanflug - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Ein Flugzeug im morgendlichen Landeanflug © dpa /Frank Rumpenhorst

Verspätet sich der Abflug bei einer nur wenige Tage dauernden Pauschalreise massiv, darf der Urlauber den Reisepreis deutlich mindern. Das hat das Amtsgericht Hamburg-St. Georg entschieden (Az.: 920 C 378/12). Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift «ReiseRecht aktuell».

In dem Fall hatten die Kläger eine fünftägige Pauschalreise nach Mallorca gebucht. Abflug sollte morgens um 4.20 Uhr sein. Tatsächlich startete das Flugzeug erst um 23.15 Uhr.

Nach Ansicht des Gerichts haben die Kläger deshalb Anspruch auf teilweise Erstattung des Reisepreises. Bei einer Kurzreise stelle eine fast 19-stündige Verzögerung des Reisebeginns einen erheblichen Reisemangel dar. Da die Kläger dadurch fast einen kompletten Urlaubstag verloren haben, ist die bei Flugverspätungen übliche Reisepreisminderung von fünf Prozent ab der fünften Verspätungsstunde nicht ausreichend.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Air-Berlin-Abwickler Lucas Flöther: "Eine schnelle Lösung war unumgänglich." "Air Berlin ist nicht tot"

    Interview Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther spricht im Interview mit airliners.de über den Verkauf der insolventen Airline, über den Status-Quo des Unternehmens und den Weg, der noch vor ihm liegt.

    Vom 13.08.2018
  • Eine Boeing 777F der Aerologic. Neuer Streit um Aerologic

    Lufthansa baut das Frachtgeschäft beim Joint-Venture Aerologic weiter aus - außerhalb des Tarifvertrags. Das kommt bei VC und Verdi nicht gut an. Sie hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung im Dezember.

    Vom 17.09.2018
  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair bereitet sich auf harten Brexit vor

    Im Frühjahr noch wollte Ryanair britische Aktionäre entmündigen, um als EU-Airline nach einem harten Brexit auf dem Kontinent weiterfliegen zu können. Nun sind die Pläne für das "No Deal"-Szenario versöhnlicher.

    Vom 25.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus