Details für LGW-Schlichtung bekannt

11.09.2018 - 09:23 0 Kommentare

Bei Eurowings soll eine Schlichtung den zuletzt festgefahrenen Konflikt mit den LGW-Piloten lösen. Nach airliners.de-Informationen hat man sich nun auf Datum und Kopf des Verfahrens geeinigt.

LGW betreibt 20 Bombardier-Flugzeuge Dash 8. - © © Eurowings -

LGW betreibt 20 Bombardier-Flugzeuge Dash 8. © Eurowings

Eurowings und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben sich auf Eckdaten über einen neuen Anlauf im Tarifkonflikt bei der ehemaligen Air-Berlin-Tochter LGW verständigt. Nach airliners.de-Informationen sind Datum und Personalie der Schlichtung vereinbart worden.

© Roland Lukas Konfliktlösungen

Schlichten soll der Arbeitsrechtler Holger Dahl (Foto rechts, © Roland Lukas Konfliktlösungen). Dieser ist Mitgeschäftsführer von "Roland Lukas Konfliktlösungen". Ab 2003 war Dahl Richter an den Arbeitsgerichten in Frankfurt und Wiesbaden; zuvor sammelte er unter anderem Erfahrungen als Fachanwalt für Arbeitsrecht.

"Gutes Verständnis für wirtschaftliche Belange"

Dahl ist darüber hinaus Vorsitzender der Einigungsstelle und als Mediator, Schlichter sowie Schiedsrichter tätig. Das Fachmagazin "Juve" kürte Dahl kürzlich zu einem der zehn besten Einigungsstellenvorsitzenden in Deutschland. Er gilt in Anwaltskreisen als "ausgewogen, zügig und engagiert" und habe ein "gutes Verständnis für wirtschaftliche Belange".

Beginnen soll die Schlichtung zwischen dem Eurowings-Management und der VC noch in diesem Monat. Den Informationen zufolge ist der erste Termin unter der Leitung Dahls für Mittwoch kommender Woche (19. September) angesetzt.

LGW fliegt komplett für Eurowings

Die verhandelnde VC und das Eurowings-Management einigten sich Anfang Juli auf eine Schlichtung. Die VC äußerte damals die Hoffnung, dass "ein externer Schlichter mit objektivem Blick die Differenzen wird überbrücken können". Der geltende Tarifvertrag bei LGW war bereits im vergangenen Jahr ausgelaufen; da die Zukunft der ehemaligen Air-Berlin-Tochter jedoch unklar war, begannen die Verhandlungen erst zu Beginn dieses Jahres.

Ende 2017 übernahm Lufthansa LGW für knapp 20 Millionen Euro. Der ehemalige Dortmunder Regional-Carrier fliegt nun komplett unter "EW"-Flugcode und bedient rund ein Viertel des Eurowings-Flugplans - mit 20 Dash-8-Maschinen und bis zu 13 A320-Jets.

In Anlehnung an die Struktur der neuen Eignerin streben die LGW-Piloten in erster Linie eine Anpassung der Bezahlsystematik auf die Berechnungsgrundlage bei Eurowings erreichen. Laut Kreisen sei man sich in den Verhandlungen bei der Vergütung auch prinzipiell einig geworden, jedoch habe Eurowings insbesondere eine Einführung der beim Carrier üblichen betrieblich finanzierten Altersvorsorge, sowie die Angleichung der Spesen auf Eurowings-Niveau als für Dash-8-Piloten zu teuer angesehen.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Das ist die Tarifsituation bei Eurowings Überblick

Für die Kabine ist LGW bislang untarifiert. Hier bemühen sich Ufo und Verdi um entsprechende Verträge. Erst vergangene Woche saßen Vertreter von Ufo und Eurowings zusammen. Laut der Flugbegleitergewerkschaft verlief das Gespräch "zu unserem Staunen in konstruktiver Atmosphäre".

So konnte man noch einmal über von Ufo angestrebte Regelungen zum Wechsel in andere Eurowings-Airlines, zum Wechsel an andere Stationierungsorte und zum freiwilligen Verlassen der LGW sprechen. "Die Airline-Verantwortlichen haben uns signalisiert, dass man grundsätzlich bereit sei, entsprechende Vereinbarungen mit uns zu treffen." Bereits in dieser Woche sollen die Verhandlungen fortgeführt werden.

Von: cs
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