Der Tüv nimmt die BER-Entrauchungsanlage ab

Unter Fachleuten hat sie den Spitznamen "das Monster". Die komplizierte Entrauchungsanlage am BER war einer der Hauptgründe, dass es auf der Baustelle jahrelang kaum voran ging. Jetzt hat der Tüv sie freigegeben.

Blick in die Entrauchungsanlage - © © dpa - Patrick Pleul

Blick in die Entrauchungsanlage © dpa /Patrick Pleul

Eines der größten technischen Probleme, an dem die Eröffnung des BER bisher scheiterte, scheint überwunden. Stolz vermeldet die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) in einer aktuellen Pressemitteilung, dass die komplexe Entrauchungssteuerung für das Terminal vom Tüv final abgenommen wurde.

O-Ton FBB: "Die Entrauchungssteuerung, die sogenannte Übergeordnete sicherheitsgerichtete speicherprogrammierbare Steuerung (ÜSSPS), wurde Ende der letzten Woche vom Übergeordneten Sachverständigen (ÜSV) Tüv Rheinland final geprüft und ohne Mängel freigegeben. Am Montag wurden der Flughafengesellschaft die Prüfberichte für alle Segmente der hochkomplexen Siemens-Anlage vom Tüv übergeben."

Die Anlage sorge für eine funktionierende Entrauchung am BER und sichere das Zusammenspiel zwischen den Nachströmelementen für Frischluft wie Fassadenöffnungen und der maschinellen Entrauchung beispielsweise durch Ventilatoren. Im Brandfall würden mehr als 120 Entrauchungsanlagen für eine rauchfreie Schicht von 2,50 Metern für mindestens 15 Minuten sorgen, damit die Menschen im Umkreis des Brandortes sicher das Gebäude verlassen können, so die FBB.

Berlins Bürgermeister Müller glaubt an Eröffnungstermin

Die abgenommene Entrauchungsanlage stimmt die Verantwortlichen optimistisch. Der Vorsitzende der FBB, Engelbert Lütke Daldrup, sprach von einem "Meilenstein", der erreicht wurde. Er dankte den FBB-Kollegen und Siemens für die "termingerechte" Fertigstellung der "schwierigsten technischen Anlage des BER."

Und Berlins Regierungschef Michael Müller glaubt - trotz neuer Fragezeichen in den letzten Wochen - weiter an eine Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER im kommenden Jahr. "Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es gelingt, im Oktober 2020 zu starten", sagte der SPD-Politiker am Dienstag. "Ich habe nach wie vor keine Zweifel an den Aussagen des Geschäftsführers."

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Bund fordert Stellungnahme zu BER-Eröffnung

Lütke Daldrup habe wiederholt gesagt, dass er auf Grundlage von Baufortschritten und der Beseitigung alter Probleme an eine Eröffnung an diesem Termin glaube. "Und ich habe keine Zweifel daran, dass das auch so funktionieren kann, wie er es sagt", so Müller. "Ich muss mich darauf allerdings auch verlassen", fügte er hinzu und verwies darauf, dass er nicht im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sitze und daher keine eigenen Erkenntnisse über Baufortschritte habe.

Zuletzt waren Zweifel am Terminplan lauter geworden. Dieser sei "aufgrund des unfertigen Anlagenzustands stark gefährdet", zitierte der "Tagesspiegel" aus einem internen Bericht des Tüv Rheinland vom März. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup widersprach daraufhin.

Ursprünglich sollte der BER im Oktober 2011 eröffnet werden. Mehrere Termine platzten in der Folge wegen Mängeln am Bau.

Von: dk mit dpa

Datum: 16.04.2019 - 15:35

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