In-Town-Check-In: Mit der Bahn ohne Koffer zum Flughafen

16.10.2017 - 09:18 0 Kommentare

Raus aus dem Hotel, zum Hauptbahnhof, den Koffer abgeben und den Rest des Abreisetags mit Sightseeing verbringen? In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh geht das Dank In-Town-Check-In und speziellen Bahnen zum Flughafen. Leider machen nicht alle Airlines mit.

Fotostrecke zum In-Tow-Check-in starten...

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Vom Bahnhof der Taipei Metro Beimen gehen wir ...

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© airliners.de - Andreas Sebayang

... durch weitläufige Tunnel Richtung Taouyuan-Metro.

... durch weitläufige Tunnel Richtung Taouyuan-Metro.
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Diese sind vorbildlich beschrieben.

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Der Check-In ist ausgeschildert.

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Der In-Town-Check-In ist klar beschildert.

Der In-Town-Check-In ist klar beschildert.
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Kurz vor unserer Ankunft findet sich ein unterirdischer Taxistand.

Kurz vor unserer Ankunft findet sich ein unterirdischer Taxistand.
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Daneben ist der Check-In-Bereich.

Daneben ist der Check-In-Bereich.
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Abflugtafeln

Abflugtafeln
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Gepäckaufgabe-Automaten.

Gepäckaufgabe-Automaten.
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Der Scanner ...

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... ermitteln, ob das Gepäck die Sicherheitskontrolle passiert hat.

... ermitteln, ob das Gepäck die Sicherheitskontrolle passiert hat.
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Wir gehen weiter Richtung Bahnhof und blicken uns auf die Taxizufahrt um.

Wir gehen weiter Richtung Bahnhof und blicken uns auf die Taxizufahrt um.
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Viele Automaten ...

Viele Automaten ...
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... samt klar dargestellter Preisstruktur.

... samt klar dargestellter Preisstruktur.
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Kurz vor dem Eingang gibt es noch einmal Fluginformationen.

Kurz vor dem Eingang gibt es noch einmal Fluginformationen.
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Ein bisschen Natur im Tunnel.

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Ticket-Gates. Am einfachsten ist die Fahrt mit einer Easycard.

Ticket-Gates. Am einfachsten ist die Fahrt mit einer Easycard.
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Der Blick zurück auf die Gates.

Der Blick zurück auf die Gates.
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Hier fährt uns gerade der Zug davon.

Hier fährt uns gerade der Zug davon.
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Blick auf den Bahnsteig ...

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... und vom Bahnsteig zu den E-Ticket-Gates.

... und vom Bahnsteig zu den E-Ticket-Gates.
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Unser Zug kommt.

Unser Zug kommt.
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Vorbildliche Gepäckablagen für Zuggäste.

Vorbildliche Gepäckablagen für Zuggäste.
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Die Bestuhlung ist bequem ...

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... und es gibt nicht nur Displays als Anzeigen.

... und es gibt nicht nur Displays als Anzeigen.
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Robuste LED-Displays werden auch eingesetzt.

Robuste LED-Displays werden auch eingesetzt.
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Vierer-Sitze sind in Asien ungewöhnlich.

Vierer-Sitze sind in Asien ungewöhnlich.
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WLAN an Bord ist selbstverständlich.

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Ein bisschen Werbung finanziert den Dienst einmalig je halbe Stunde.

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Klapptische wie diese für ein Metro-System ebenfalls.

Klapptische wie diese für ein Metro-System ebenfalls.
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Die Frontkamera ist aktiv.

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Wir fahren mit 74 km/h.

Wir fahren mit 74 km/h.
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Ankunft im Terminal.

Ankunft im Terminal.
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Ein Zug für Pendler. Doch selbst diese haben Gepäckbereiche.

Ein Zug für Pendler. Doch selbst diese haben Gepäckbereiche.
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Die nächste Station wird klar angezeigt.

Die nächste Station wird klar angezeigt.
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Der Laufweg unserer Bahn.

Der Laufweg unserer Bahn.
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Die Pendlerzüge sind nicht so komfortabel.

Die Pendlerzüge sind nicht so komfortabel.
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Die Anzeige ist auch seitlich zweisprachig.

Die Anzeige ist auch seitlich zweisprachig.
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Am Ende hängt der Gepäckwagen.

Am Ende hängt der Gepäckwagen.
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... kommt der Express.

... kommt der Express.
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Kurz darauf ...

Kurz darauf ...
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... nutzt er das Ausweichgleis des Bahnhofs.

... nutzt er das Ausweichgleis des Bahnhofs.
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Erkennbar an den blauen Farben ...

Erkennbar an den blauen Farben ...
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Überholverfahren: Erst kommt der Pendlerzug.

Überholverfahren: Erst kommt der Pendlerzug.
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Gut zu sehen: die Plattform Screen Doors.

Gut zu sehen: die Plattform Screen Doors.
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Wir schauen uns das auf einem der Bahnhöfe an, in denen der Express den Commuter Train überholt.

Wir schauen uns das auf einem der Bahnhöfe an, in denen der Express den Commuter Train überholt.
© airliners.de - Andreas Sebayang

Der Gepäckwagen von außen.

Der Gepäckwagen von außen.
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Die Anzeige der nächsten Abflüge ist vorbildlich.

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Hinter der Tür ist der Gepäckwagen.

Hinter der Tür ist der Gepäckwagen.
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Wir sind wieder in einem Express-Zug.

Wir sind wieder in einem Express-Zug.
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Der Express fährt gen Flughafen ab.

Der Express fährt gen Flughafen ab.
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Das Schleppen der Koffer gehört mit zu dem anstrengendsten und langweiligsten einer Flugreise. Und sie kostet wertvolle Urlaubszeit. Insbesondere auf dem Heimweg, wenn die Koffer voll sind mit Souvenirs, Süßigkeiten und anderen Mitbringseln aus fernen Ländern. In einer fremden Stadt ist das selbst mit ein paar Wochen Erfahrung nicht so einfach. Nicht zuletzt deswegen wird gern das Taxi vom Hotel zum Flughafen genutzt. Wenn der Flug aber spät ist, lohnt es sich, eigentlich den Tag über mit ein wenig Sightseeing zu verbringen - wären da nicht die Koffer. Diese im Hotel unterzubringen ist zwar eine Lösung, doch das erfordert eine Rückkehr und schränkt den Bewegungsraum durch die einzurechnenden Reserven ein. Zum Flughafen bringen und wieder in die Stadt fahren kostet zudem oft viel zu viel Zeit, da die meisten größeren Flughäfen fernab der Stadt liegen.

Sogenannte In-Town-Check-Ins (kurz ICTI) lösen das Problem. Der Koffer wird lange vor dem Flug mitten in der Stadt der Fluggesellschaft übergeben, die die Verantwortung für den sicheren Transport zum Flughafen übernimmt. Das Verfahren ist bekannt, doch weltweit nur in wenigen Städten zu finden. Taipeh und dessen Hauptflughafen (TPE), der genau genommen in Taoyuan liegt, gehört seit ein paar Monaten zu den Städten, die diesen Service anbieten. Zeit sich dieses Konzept etwas genauer anzuschauen, was in Deutschland auch einmal existierte.

In-Town-Check-In

Die Gepäckaufgabe in der Stadt ist vor allem in Asien verbreitet. Seoul bietet für den Flughafen Incheon (ICN) gleich zwei Orte. Zum einen den zentralen Hauptbahnhof Seoul Station samt Schnellzugverbindung und zum anderen den City Airport Busbahnhof in Seoul-Gangnam: Beide werden von den Fluggästen gern angenommen und sind gut besucht.

Das gilt auch für die Sonderverwaltungsregion Hong Kong, die für ihren Flughafen (HKG) gleich zwei Airport-Express-Stationen mit Check In bietet: Hong Kong und Kowloon. In der notorisch überfüllten Stadt ein gern angenommenes Angebot. Sowohl Hong Kong als auch Seoul werden von sehr vielen Fluggesellschaften unterstützt.

Kuala Lumpur (KUL) gehört ebenfalls zu den Gepäckaufgabe-Gebieten in der Innenstadt. Hier bietet der KLIA Ekspres die Möglichkeit, am Bahnhof KL Sentral das lästige Gepäck loszuwerden. Leider ist das nur etwas für die dort ansässigen Carrier, wie Malaysia Airlines. Geschlossen ist leider schon länger die Option in Bangkok (Makkasan Station für Suvarnabhumi).

Doch nicht nur in Asien gibt es das Konzept In-Town-Check-In. Die Stadt Wien bietet mit dem City Airport Train einen sehr gut nutzbaren Service für den Flughafen Wien inmitten der schönen Wiener Innenstadt. Zu den Vorzügen Wiens gehört eine breite Unterstützung der Fluggesellschaften für das ITCI. (as)

So gab es vor Jahrzehnten einmal den Lufthansa Airport Express, ein markant gelber Zug, der als Zubringer sogar aus weit entfernten Städten funktionierte. Damit war die Kofferabgabe sogar in anderen Städten möglich, was die Bahnfahrt zum Flughafen vereinfachte. Selbst nach der Einstellung des Zugs und der Verbreitung der ICEs, wurde die Gepäckaufgabe noch ermöglicht. Spezielle Schalter gab es etwa im Kölner Hauptbahnhof, bei denen das Gepäck aufgegeben werden konnte.

Wer den Frankfurter Weg vom ICE-Bahnhof zum Terminal kennt, würde das Angebot sicher heute noch dankend annehmen, auch wenn per Airrail-Checkin zumindest einige Fluggäste dort die Koffer direkt am Fernbahnhof des Flughafen Frankfurt abgeben können. Doch die Zeiten der Abgabe in der Innenstadt sind hierzulande lange vorbei. Heute heißt es Koffer schleppen, bis in den Terminal.

In Asien beschränkt man sich vor allem auf Innenstädte

Im serviceorientierten Asien wird das System hingegen gern angenommen, wenngleich bei Weitem nicht so weitreichend, wie es mal in Deutschland war. Es ist zum Beispiel nicht möglich seinen Koffer im Süden Taiwans in Kaohsiung bei der Fluggesellschaft aufzugeben und dann mit dem Hochgeschwindigkeitszug zum Flughafen zu reisen. Taiwan und viele andere Länder, beschränken sich auf die Innenstadt.

Das System in Taipeh besteht aus einer neuen U-Bahn ähnlichen Hochbahn-Linie, der Taoyuan Metro (MRT), die den Flughafen mit dem Hauptbahnhof (Taipei Main Station) verbindet. Dessen Züge sind teilweise mit einem speziellen Gepäckwagen ausgestattet, der wiederum mit Gepäckstücken in einem abgeschotteten Bereich beladen wird. Die Gepäckstücke können vor dem Betreten des Bahnsteigs den Fluggesellschaften übergeben werden.

Das Konzept selbst ist recht alt. Die ersten Arbeiten fingen 2006 an. Die erste Eröffnung war eigentlich für 2010 angedacht. Eröffnet wurde schließlich erst im März 2017. Für Taiwan war die Verzögerung ein mittlerer Skandal. Die Taoyuan Metro stellt eine gewisse Peinlichkeit für das kleine Land dar. Es ist sozusagen der BER Asiens. Die Eröffnung wurde über Jahre verzögert. Einer der letzten Gründe: Der Airport Express brauchte 36 Minuten für die Fahrt zum Flughafen Terminal 1. Vertraglich vereinbart waren aber 35 Minuten Fahrzeit. Bei dem Anspruch, den viele asiatische Länder an ihre Infrastruktur haben, war das nicht hinnehmbar. Zudem musste eine für die Region selbstverständliche Zuverlässigkeit von 99 Prozent erreicht werden. Auch das gelang nicht - der Skandal war perfekt.

Hierzulande wundert man sich über derartige Vorgänge wegen einer Minute Fahrzeit. Allein die Vorstellung sein Gepäck vorzeitig los zu werden, dürften vielen eine planmäßige Verspätung in dem Bereich wert sein. Sei es, um entspannter zum Flughafen zu fahren und sich nicht in die Schlangen einreihen zu müssen, oder auch um den Tag besser zu nutzen.

Taipeher Bahnhof der Taoyuan Metro gibt es dafür mehrere Schalter zur Aufgabe des Gepäcks. Bedingung ist allerdings meist, dass der Fluggast mindestens drei Stunden vor Abflug erscheinen muss. Den Puffer brauchen Fluggesellschaften bei ICTI-Systemen oft, um Risiken zu vermeiden. Für den Fluggast, der noch die Stadt an dem letzten Tag erkunden will, ist das in der Regel kein Problem. Die Strecke vom Hauptbahnhof bis zum Gate schafft der Nutzer in Taipeh erfahrungsgemäß in etwas mehr als zwei Stunden.

Einchecken wie am Flughafen

Der Prozess selbst funktioniert wie am Flughafen. Das Gepäck wird abgegeben und der Gast bekommt seine Bordkarte samt Gepäckquittung ausgehändigt. Eine Besonderheit ist in Taiwan allerdings zu beachten. Dort muss der Kunde so lange warten, bis das Gepäck die Sicherheitskontrolle passiert hat. Dafür gibt es zum einen zahlreiche Monitore rund um die Check-In-Zone und zum anderen zwei Barcode-Scanner, die auch Fluggästen, die nicht die ganze Zeit auf die Monitore starren wollen, über den Gepäckstatus informieren.

Die Gepäckbelege müssen nur kurz an den Scanner gehalten werden, ein unkomplizierter Service. Ist das Gepäck durch, was in der Regel nicht einmal eine Minute dauert, kann sich der angehende Flugpassagier entfernen und einen beliebigen Zug nehmen. Das Gepäck fährt in der Regel mit einem der nächsten Züge mit abgesperrtem Gepäckwagen zum Flughafen.

Die Fahrt mit der Taoyuan Metro ist dann vergleichsweise teuer. 140 Taiwan Dollar (NTD) werden für die Strecke fällig. Das sind derzeit rund vier Euro. Zum Vergleich: Die Hochgeschwindigkeitsstrecke THSR zwischen Taoyuan HSR und Taipei Hauptbahnhof kostet gerade mal 160 NTD mit Sitzplatzreservierung. Die THSR können Fluggäste übrigens auch nehmen, da die Taoyuan Metro vom Flughafen nicht nur nach Taipei fährt sondern auch zum Taoyuan HSR, der etwa 15 Minuten vom Flughafen entfernt ist. Allerdings gibt es in Taoyuan HSR keinen In-Town-Check-In. Darüber sind aber die wichtigsten Städte des Landes wie Hsinhu, Tainan oder Kaohsiung schnell erreichbar. Multimodaler Verkehr ist in dem Land kein Problem.

Die Züge fahren mit bis zu 94 Kilometer pro Stunde auf der Strecke. Möglich sind laut Betreiber 100 Kilometer pro Stunde. Durch Bahnhöfe fahren die Expresszüge teils mit Geschwindigkeiten von über 70 Kilometer pro Stunde. Für ein MRT-System ist beides ziemlich fix. Aufgrund der überall verbauten Schutztüren (Plattform Screen Doors) stellt das sicherheitstechnisch kein Problem dar.

Die hohe Geschwindigkeit der Bahn bemerkt der Nutzer nicht. Zum einen ist ein Großteil der Strecke in schwindeleregender Höhe und zum anderen sind die Züge äußerst leise. Die ohnehin leise Klimaanlage ist lauter als die Fahrgeräusche. Ein klassisches Klack-Klack, Klack-Klack gibt es gar nicht zu hören. Selbst Gleiswechsel sind extrem leise. Aus Sicherheitsgründen fahren die Züge bergab allerdings nur mit 48 Kilometer pro Stunde. Das mag mit der hohen Erdbebengefahr des Landes zusammenhängen.

Das subjektive Geschwindigkeitsgefühl wird durch die Taoyuan Metro fast so stark betrogen wie etwa bei Seouls Flughafenmagnetbahn Ecobee.

Alles sicher und alles in Englisch

Auf der gesamten Fahrt zum Flughäfen muss sich der Nutzer der Metro-Systeme in Taipeh keine Sorgen machen. Sämtliche Bahnhöfe sind mit Personal bestückt. Dieses kümmert sich um potenzielle Ticket-Probleme und weißt die Fahrgäste zu den Türen. Es gibt sogar spezielle Safezones, die zusätzlich zum Bahnhofspersonal besonders durch Kameras überwacht werden. Sorgen um seine Koffer muss sich in Taiwan eigentlich niemand machen. Die Gesellschaft leidet allerdings ohnehin kaum unter Straßenkriminalität. Zur Sicherheit gehört auch der Umstand, dass jeder Zug nach jeder Fahrt gereinigt wird.

In Taiwan ist man sich zudem sehr der Problematik bewusst, dass von Gästen das Lesen chinesischer Schriftzeichen nicht erwartet werden kann. Dementsprechend ist ein Großteil der Anzeigen abwechselnd auch in englischer Sprache zu lesen. Auch die Ansagen sind in englischer Sprache. Dabei bemühte sich die Taoyuan Metro um professionelle Sprecher. Eine Computerstimme, wie das hierzulande manchmal gehandhabt wird, gibt es nicht zu hören. Dazu kommen sehr moderne Digital-Signage-Systeme in den Zügen. Sogar mitunter mit einer Frontkamera auf die Strecke.

Vor- und Nachteile des ICTI-Konzepts

  • Auslagerung des Check-In-Prozesses in einen externen
  • kürzere Schlangen, da die Fluggäste sehr verteilt über den Tag ankommen
  • zusätzliche Stressreduktion für Passagiere mit spätem Flug
  • hohe Kosten durch zusätzliches Personal und Infrastruktur
  • Check-In nur mit einigen Fluggesellschaften möglich

Der Komfort ist abhängig von der gewählten Zugkategorie. Für die Einheimischen sind eigentlich die gleich teuren Commuter Trains gedacht, die an jeder Haltestelle halten. Aber die kann auch ein Fluggast nutzen, der das ITCI genutzt hat. Sie sind aber mit ihren harten Sitzschalen in Längsanordnung nicht so komfortabel wie die schnelleren Expresszüge mit weichen Polstern und ausklappbaren Tischen. Die Hitze Taiwans ist in beiden Zuggarnituren kein Problem. Die Klimaanlage ist so stark, dass man durchaus in den Zügen frieren kann. Insgesamt bietet Taiwan damit einen sehr guten Zubringerservice zum internationalen Flughafen.

Einen großen Nachteil hat das ITCI in Taiwan derzeit leider. Nur EVA Airlines (BR), die Tochter Uni Air (B7) und Taiwans Flagcarrier China Airlines (CI) samt der Tochter Mandarin Air (AE) unterstützen das In-Town-Check-In. Fluggäste aus Deutschland kommen also nur sehr schwierig in den Genuss des Systems. China Airlines (Skyteam) fliegt immerhin täglich nach Frankfurt mit einer B77W und vier Mal die Woche nach Wien mit einer A350. Zudem wird mit dem Flugzeug auch Amsterdam viermal die Woche angeflogen.

Eva Air (Star Alliance) ist für deutschsprachige Kunden eher unattraktiv. Zwar wird auch Wien vier Mal die Woche mit einer B773 angeflogen, allerdings mit einem Zwischenstopp in Bangkok. Drei Mal die Woche wird immerhin Amsterdam direkt angeflogen. EVA Air unterstützt zudem neben der Lufthansa das Rimowa Electronic Luggage Tag.

© airliners.de, Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Nett, aber nutzlos Digital Passenger (14)

Von: as
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