Digital Passenger (34)

Der Münz-Digitalisierer vom Flughafen Osaka

18.04.2019 - 15:26 0 Kommentare

Bei unserem "Digital Passenger" Andreas Sebayang häufen sich auf Auslandsreisen oft Münzen an. Gut, wenn man damit etwas sinnvolles anstellen kann. Zum Beispiel einen Automaten am Flughafen füttern.

Pocket-Change-Automat. - © © Pocket Change -

Pocket-Change-Automat. © Pocket Change

Kleingeld ist in Deutschland immer noch ein beliebtes Zahlungsmittel. Normalerweise habe auch ich mit Bargeld kein Problem. Auch nicht mit Münzen. Denn bei aller Modernität: als ITler sehe ich es als Redundanz zu digitalen Geldflüssen. Doch im Ausland, also außerhalb der Eurozone, nerven mich vor allem die Münzen.

Nicht zuletzt deswegen zahle ich im nicht-Euro-Ausland lieber mit der Karte. Aber leider geht das nicht immer. Scheine sind einfach, Münzen unterschiedlicher Prägungen hingegen sind wirklich anstrengend. Denn im Ausland fehlt mir einfach der lockere Umgang damit: Was bedeutete noch einmal das Loch in der Münze, das ich da in der Hosentasche erfühle? Ich weiß es nicht. Also zahle ich vor allem in den ersten Tagen ständig mit einem Schein und bekomme haufenweise Münzen zurück. Doch was mache ich dann damit?

Eine schöne Lösung habe ich vor einiger Zeit am Flughafen Osaka Kansai (KIX) entdeckt. Ein Automat, der das Kleingeld aufnimmt und irgendwie umwandelt. Das gab es zwar schon einmal mit der Travelers Box. Doch die weltweite Lösung ist mittlerweile in der Startup-Versenkung verschwunden.

Pocket Change am Flughafen Osaka Kansai. Foto: © airliners.de, Andreas Sebayang

Das System mit dem Namen "Pocket Change" in Osaka ist hingegen speziell im japanischen Markt ein Angebot. Wie es funktioniert? Ziemlich simpel: Man wirft die Münzen und sogar Scheine in die jeweiligen Schlitze und wählt dann aus, was damit passieren soll. Da Japan mit sehr vielen kontaktlosen Bezahlkarten arbeitet, die gleichzeitig im Nahverkehr genutzt werden, wählte ich den Transfer des Betrags auf meine "Suica"-Karte aus. Interessanterweise war der Service sogar kostenlos.

Für europäische Gäste gibt es noch wenige Möglichkeiten

Es gibt aber auch zahlreiche weitere Alternativen, das Bargeld in andere Bezahl- oder Gutscheinsysteme zu leiten. Die Liste ist ziemlich lang. Im Euro-Raum aber beschränkt. So gibt es Zalando-Guthaben oder Ecopayz als Möglichkeit.

Getauscht wird laut Pocket Change übrigens zu einem selbst festgelegten Währungskurs. Vermutlich wird darüber Gewinn gemacht. Das Problem des teuren Rückumtausches hat man als Reisender aber immer und letztendlich ist es besser als das Kleingeld. Das kann man auf diese Art einfach - bis auf ein paar Erinnerungsmünzen vielleicht, per Pocket Change loszuwerden. Sogar Spenden sind möglich.

Einen solchen Service würde ich mir auf vielen internationalen Flughäfen wünschen. Pocket Change selbst ist noch ein recht junges Unternehmen. Das gibt es laut Eigendarstellung zwar schon seit 2015, doch so richtig aufgebaut wurde das System in Japan erst innerhalb der letzten zwölf Monate. Das reicht aber immerhin, um fast alle wichtigen Flughäfen Japans abzudecken.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Instagram-Account AroundTheBlueMarble. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: as
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