Jahresrückblick

Der Hauptstadtflughafen BER von A bis Z

21.12.2014 - 08:12 0 Kommentare

Korruptionsskandal, Rücktritte und kein Eröffnungstermin: Unser Jahresrückblick von A bis Z fasst zusammen, was 2014 am neuen Berliner Flughafen BER alles passiert beziehungsweise nicht passiert ist. Das "Y" stimmt derweil hoffnungsfroh.

Hell erleuchtet ist am frühen Morgen das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens BER.

Hell erleuchtet ist am frühen Morgen das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens BER.
© dpa - Patrick Pleul

Blick auf das beleuchtete neue Terminal und die Rollflächen des Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt in Schönefeld (Brandenburg).

Blick auf das beleuchtete neue Terminal und die Rollflächen des Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt in Schönefeld (Brandenburg).
© euroluftbild.de/dpa

Arbeiter gehen über die Baustelle im Gebäude des neuen Hauptstadtflughafens.

Arbeiter gehen über die Baustelle im Gebäude des neuen Hauptstadtflughafens.
© dpa - Ralf Hirschberger

Ein Teil der Landebahn Nord und des Nordterminals am neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER.

Ein Teil der Landebahn Nord und des Nordterminals am neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER.
© dpa - Ralf Hirschberger

Jörg Marks, Technikchef am BER.

Jörg Marks, Technikchef am BER.
© dpa - Bernd Settnik

Klaus Wowereit, ehemaliger Bürgermeister von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender

Klaus Wowereit, ehemaliger Bürgermeister von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender
© dpa - Maurizio Gambarini

Jochen Großmann

Jochen Großmann
© dpa - Bernd Settnik

Januar 2014: Hartmut Mehdorn, inzwischen Flughafenchef, sagt, Ziel sei ein Betriebsbeginn noch im Jahr 2015.

Januar 2014: Hartmut Mehdorn, inzwischen Flughafenchef, sagt, Ziel sei ein Betriebsbeginn noch im Jahr 2015.
© dpa - Wolfgang Kumm

Anwohner protestieren gegen die geplanten Flugpläne am zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg.

Anwohner protestieren gegen die geplanten Flugpläne am zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg.
© dpa - Florian Schuh

"Der BER ist nach wie vor das größte ungelöste Problem in Berlin." Das sagte Klaus Wowereit in diesem Jahr. Auch mit dem ehemaligen Berliner Bürgermeister und früherem BER-Aufsichtsratsvorsitzenden beginnt der Jahresrückblick des neuen Berliner Flughafens von A bis Z.

A wie Aufsichtsrat

Personalkarussel im BER-Aufsichtsrat: Klaus Wowereit (SPD) gibt den Posten als Vorsitzender ab, wer ihm folgt, ist noch unklar. Der ehemalige Daimler-Manager Axel Arendt soll für Brandenburg in den Aufsichtsrat einziehen. Außerdem sendet das Land auch Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski in das Gremium. Finanzminister Christian Görke (Die Linke) und Ex-Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke) verlassen den Rat. Weiterlesen

B wie Bundesverwaltungsgericht

Der BER ist noch nicht einmal fertig, da muss sich schon das Bundesverwaltungsgericht (BVG) mit künftigen Flugrouten beschäftigen, so zum Beispiel im November. Das BVG erklärt die Wannsee-Flugrouten für rechtens und weist damit Klagen der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und der Deutschen Umwelthilfe ab. Die Richter räumen ein, die Gemeinde sei unzumutbarem Fluglärm ausgesetzt. Aber alternative Routen würden an anderen Stellen für noch mehr Menschen zu Belastungen führen. Weiterlesen

C wie Container

Im Juni sorgen zwei unbewachte Container für Wirbel: Darin befinden sich Aktenordner aus dem früheren Planungsbüro für den BER. Sie stehen einfach so an einer Straße in Berlin-Lichtenberg herum. Die Betreibergesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg (FBB) sieht darin einen "eklatanten Verstoß gegen vertragliche Pflichten und ein Bruch der Vertraulichkeit eines Vertragspartners der FBB". Weiterlesen

Mitarbeiter der Spurensicherung laden in Berlin Kartons mit Akten in einen Transporter. In zwei unbewachten Containern waren zuvor Aktenordner aus dem früheren Planungsbüro für den Hauptstadtflughafen BER entdeckt worden. Foto: © dpa, Paul Zinken

D wie dritte Startbahn

Keine dritte Starbahn am BER - darauf haben sich SPD und Linke in Brandenburg in Koalitionsverhandlungen geeinigt. Allerdings gibt es gar keine Pläne zum Bau einer dritten Bahn. Eine Volksinitiative hat trotzdem schon einmal 16.500 Unterschriften gegen einen möglichen Ausbau gesammelt. Weiterlesen

E wie Eröffnung

"Heute eröffnet der neue Hauptstadtflughafen BER" - auf diese Schlagzeile müssen die Journalisten noch bis Ende 2017 warten. Denn dann soll der Airport (endlich) eröffnen. Es wären rund sechs Jahre Verspätung. Weiterlesen

F wie flyBB

14 Flughäfen und Flugplätze aus Berlin und Brandenburg schließen sich zu dem Verband "flyBB" zusammen. So können Starts und Landungen kleinerer Jets und Privatmaschinen vom großen BER auf Flugplätze der Region verlagert werden. Der Verband soll außerdem dazu beitragen, die oftmals von der Schließung bedrohten kleineren Standorte zu unterstützen. Weiterlesen

G wie Großmann

Nach Korruptionsvorwürfen verliert Jochen Großmann seinen Job als Technikchef am BER. Das Amtsgericht Cottbus verurteilt ihn wegen Bestechlichkeit und Betrug zu einer Bewährungstrafe von einem Jahr.

"Ich habe diesem Mann getraut."

Flughafenchef Mehdorn

Außerdem muss Großmann 200.000 Euro zahlen. Er hatte den Planungsauftrag für den BER an eine Firma vermittelt und dafür fast 500.000 Euro verlangt. Weiterlesen

H wie Hauptstadtflughafen

Auch BER, Flughafen Berlin Brandenburg oder Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt. Da sich die Eröffnung in den vergagenen Jahren mehrmals verschoben hat, vergisst der eine oder andere schonmal die Dimension des Airports: 25 Fluggastbrücken, eine 3.600 und 4.000 Meter lange Landebahn und 85 Abstellpositionen für Flugzeuge. 30.000 Tonnen Stahl sind verbaut (so viel wiegt der Berliner Fernsehturm) und 33.000 Quadratmeter Fassade verglast. Außerdem sind 49.000 Quadratmeter Dachfläche abgedeckt.

I wie Ingenieur

Die Berliner Flughafengesellschaft ist bei ihrer Brandschutzanlage offenbar einem Hochstapler aufgesessen. Es geht um Planer Alfredo di Mauro. Der technische Zeichner hatte sich als Ingenieur ausgegeben. Das wird im Juni bekannt. Geschäftsführer Mehdorn hatte die Zusammenarbeit allerdings schon vorher beendet. Die nicht funktionierende Entrauchungsanlage gilt als Hauptursache für den geplatzen Eröffnungstermin 2012. Weiterlesen

J wie Jobs

Am BER haben einige Mitarbeiter dieses Jahr ihren Job verloren. Neben Technikchef Großmann feuert Flughafen-Chef Mehdorn zum Beispiel auch Bereichsleiter Harald Siegle, der für die Vermarktung der Flughafen-Immobilien zuständig gewesen ist. Siegle hatte in einem Schreiben an mehrere Aufsichtsräte die Inbetriebnahme für 2016 infrage gestellt, Mehdorn wirft ihm Indiskretion vor und kündigt Siegel im April (das Arbeitsgericht Berlin erklärt die Kündigung im Dezember für unwirksam). Auch Projektleiterin Regina Töpfer muss gehen. Sie sollte den neuen Hauptstadtflughafen eigentlich zu Ende bauen, übersteht aber offenbar nicht einmal die Probezeit, wie die "FAZ" berichtet.

K wie Kosten

2014 steigen die Kosten für den BER von 4,3 auf 5,4 Milliarden Euro. Nach der Verschiebung des Eröffnungstermins auf 2017 wird das aber nicht reichen. "Das wird keine Milliarde sein, aber das wird schon eine Summe", sagt Brandenburgs Flughafen-Koordiantor Rainer Bretschneider. Darum beantragen die Gesellschafter bei der EU vorsorglich schon mal die Genehmigung weiterer Gelder - und zwar in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Ursprünglich sollten 1,1 Milliarden Euro beantragt werden. Weiterlesen

L wie Lufthansa

Die Lufthansa drängt beim Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens auch auf einen Tunnel unter dem Vorfeld. Die Verantwortlichen dürften damit nicht warten, bis der Flughafen in Betrieb sei. Die Planfeststellung des Flughafens erlaubt zwei Ergänzungsterminals ("Satelliten"), die noch nicht gebaut sind. Die Betreibergesellschaft hat aus Kostengründen bisher auch darauf verzichtet, vorsorglich den Tunnel zu bauen. Mit den Satelliten ließe sich nach Betreiberangaben die Kapazität des neuen Flughafens langfristig auf 45 Millionen Passagiere erhöhen. Weiterlesen

M wie Mehdorn

"Die Frage überspringen wir, weil das nie stattfindet." Bei dieser Aussage bezieht sich BER-Geschäftsführer Harmut Mehdorn im März allerdings nicht auf die Eröffnung des Flughafens - sondern auf seinen Rücktritt. Ein halbes Jahr später sieht die Sache anders aus: Mehdorn will spätestens im Juni 2015 seinen Job abgeben - mehr als zwei Jahre vor dem geplanten Start des BER. Weiterlesen

N wie Nachtflugverbot

Das geplante Nachtflugverbot beim BER bleibt, wie es ist: Zwischen 0 und 5 Uhr dürfen keine Maschinen starten und landen. Das beschließen der Berliner Senat, die Flughafengesellschafter und sogar der Bundestag. Anwohner hatten gefordert, das Flugverbot auf acht Stunden auszudehnen (22 bis 6 Uhr). Das würde den neuen Hauptstadtflughafen nach Betreiberangaben wirtschaftlich schwer schädigen, so der Senat zur Begründung. Weiterlesen

Anwohner protestieren gegen die geplanten Flugpläne am zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg. Foto: © dpa, Florian Schuh

O wie Online-Tool

Anwohner können mit dem Tool "Fluglärmprognose online" adressgenau die zukünftige Fluglärmbelastung rund um den BER abfragen. Allerdings erst nach Inbetriebnahme des Flughafens. Die Anwohner geben ihre Adresse ein und erfahren, in welcher Höhe das eigene Haus voraussichtlich überflogen wird und welche Maximalpegel wahrscheinlich auftreten werden. Auch der errechnete Dauerschallpegel wird für jede eingegebene Adresse für den Tag- und Nachtzeitraum separat ermittelt. Weiterlesen

P wie Probebetrieb

Sieben Monate - solange soll der Probebetrieb am neuen Hauptstadtflughafen laut Mehdorn dauern. Die Flughafengesellschaft sucht Anbieter, die den Ablauf und die Schulungen für die Mitarbeiter am neuen BER organisieren. Außerdem sollen - wie schon vor der geplatzten Flughafen-Eröffnung 2012 - Komparsen zum Einsatz kommen. Damals taten 10.000 Freiwillige so, als ob sie Passagiere sind. Weiterlesen

Q wie Qualitätsmängel

Flughafenchef Mehdorn beziffert die Zahl der Mängel im BER-Neubau auf 150.000. Allerdings gehen die Ausbesserungsarbeiten in diesem Jahr schlecht voran. Der technische Leiter für den Bau des Hauptstadtflughafens BER, Jörg Marks, kritisiert das. Wie die "Bild am Sonntag" im November berichtet, heißt es in einem internen Bericht von Marks, dass erst 15 Prozent der nötigen Arbeiten erledigt seien. Von den Brandschutzmängeln seien 80 Prozent noch nicht behoben.

R wie Regierungsterminal

Das neue Regierungsterminal am BER ist noch nicht fertig - bis dahin soll für Staatsgäste der Bundesregierung ein Interimsbau geschaffen werden. Der noch nicht begonnene Neubau soll 300 Millionen Euro kosten. Später sollen Geschäftsflieger den Bau nutzen. Weiterlesen

S wie Schallschutz

Der Schallschutz am neuen Flughafen läuft 2014 schleppend. Darum will Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn das Thema beschleunigen. Bis Ende 2015 sollen alle Anwohner den Bescheid erhalten, mit dem die Handwerker bestellt werden können. Insgesamt haben 25.500 Anwohner Anspruch auf Schallschutz in ihren Wohnungen. Noch längst haben nicht alle ihren Antrag gestellt. Der Flughafen hatte den Schallschutz jahrelang zu schmal bemessen und muss nach Gerichtsurteilen von vorn beginnen. Die Kosten für das Programm steigen von 139 Millionen Euro auf 730 Millionen Euro. Weiterlesen

T wie Terminband

2017 soll der BER eröffnen - wann genau, ist aber noch unklar. Geschäftsführer Hartmut Mehdorn spricht von einem "Terminband" von Juni bis September 2017. Es könnte aber auch erst im zweiten Halbjahr 2017 so weit sein. Weiterlesen

U wie Untersuchungsausschuss

Viel Arbeit für den Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses: Gleich mehrmals muss sich das Gremium in diesem Jahr mit dem BER beschäftigen. So sagt der Ex-Chef der Berliner Flughäfen, Rainer Schwarz, er könne sich nicht an frühe Warnungen vor Termin- und Kostenrisiken am BER erinnern. Der ehemalige Geschäftsführer Manfred Körtgen kritisiert bei seiner Aussage den langjährigen Controller CBP/WSP als "Dreh- und Angelpunkt" des Projekts. Weiterlesen

V wie Verzichtserklärung

Bei Lärmschutzmaßnahmen den betroffenen Haushalten Verzichtserklärungen vorlegen - das darf die Flughafengesellschaft FBB nicht. Bürgerinitiativen in den Anrainer-Gemeinden des neuen Airports hatten sich darüber beschwert, dass Unterlagen mit einer zweifelhaften Verzichtserklärung versendet worden waren. Darin kann der künftige vollständige generelle Verzicht auf Lärmschutzmaßnahmen erklärt werden. Weiterlesen

W wie Wowereit

Bye, bye, Klaus: Der regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) legt im Dezember sein Amt nieder und macht auch den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden frei. Wer ihm nachfolgt, ist noch offen. Eine der größten Niederlagen seiner politischen Karriere sei die nicht zeitgerechte Eröffnung des Flughafens, sagt Wowereit. Weiterlesen

X wie in TXL und SXF

Weil der Hauptstadtflughafen erst 2017 eröffnet, muss der Berliner Airport Tegel (TXL) bis dahin den Großteil der Passagiere schultern. Darum wird der Flughafen in den kommenden zwei Jahren modernisiert. 20 Millionen Euro sollen investiert werden, vor allem in Rollwege und Vorfeldflächen. Weiterlesen

Das Terminal-Gebäude des Flughafens Berlin-Tegel. Foto: © dpa, Jens Kalaene


Bei der Sanierung der alten Nordbahn des Schönefelder Flughafens (SXF) wird der Termin festgezurrt: Die Arbeiten sollen am 2. Mai 2015 beginnen - auch wenn die Schallschutzauflagen für die dann betroffenen rund 4.300 Anwohner noch nicht vollständig erfüllt sind. Weiterlesen

Y wie Y-Wing

Man darf ja mal träumen: Das Raumschiff vom Typ Y-Wing aus "Star Wars" wird tatsächlich gebaut und startet seinen Jungfernflug im Jahr 3209 vom BER. Der wird übrigens seit diesem Jahr vom neuen Flughafenchef Yoda geleitet und wurde einen Tag nach der Übernahme eröffnet. "Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen", so Yoda. Sein Plan: der BER soll ein Gegenentwurf zum Imperialen Stützpunkt in Frankfurt werden:

Z wie zu klein

Der BER ist schon vor seiner Eröffnung zu klein. Er ist für 27 Millionen Passagiere ausgelegt, 2020 sollen es 35 Millionen sein, so eine Studie. Flughafen-Chef Mehdorn überlegt deshalb, das alte Schönefelder Flughafen-Terminal auch nach der Eröffnung weiter zu nuten. Außerdem muss die Gepäckausgabe am BER schon vor der Inbetriebnahme erweitert werden. Weiterlesen

Weitere Jahresrückblicke finden Sie hier:

Von: ch, mit Material von dpa
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