Der Airbus A321-XLR wird wahrscheinlicher

26.02.2019 - 09:07 0 Kommentare

Airbus konkretisiert offenbar die Pläne für eine A321-XLR. Die Europäer sollen bereits unverbindliche Vorbestellungen annehmen – damit will man den Druck auf Dauerrivalin Boeing erhöhen.

Ein Airbus A321-LR mit

Ein Airbus A321-LR mit "Zorro-Maske". © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Die Spekulationen über eine Ultralangstrecken-Version des Airbus A321-Neo reißen nicht ab. Die Europäer sollen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters damit begonnen haben, unverbindliche Vorbestellungen für eine mögliche A321-XLR (Extra Long Range) anzunehmen.

Branchenexperte Michael Santo von der Unternehmensberatung H&Z erklärt gegenüber airliners.de, dass es sich beim Sammeln von unverbindlichen Bestellungen um ein übliches Verfahren handele. Dies sei hilfreich, um die Resonanz des Marktes vor dem eigentlichem Programmstart zu verstehen. "Der Vertrieb bekommt dann eine Art "Voraberlaubnis" , mit Kunden über das Programm zu sprechen, obwohl der eigentliche Programmstart noch nicht beschlossen wurde."

Qualität der potenziellen Kunden entscheidend

Laut Reuters soll der Schwellenwert der potenziellen Bestellungen bei 200 bis 300 Stück liegen, bevor man das Programm offiziell starten könne. Der Experte gibt zu bedenken, dass es bei den Vorbestellungen weniger auf die Anzahl, als auf die Qualität potenzieller Kunden ankäme. "Wichtig ist, dass einige der Top-Leasingunternehmen oder auch einige sehr namenhafte und marktprägende Airlines darunter sind."

Insgesamt hält es Santo für wahrscheinlich, dass Airbus bald offiziell den Startschuss für das A321-XLR-Programm geben könnte. Denn gerade im Hinblick auf Boeings mögliches New Midsize Airplane (kurz NMA), könnte Airbus mit ihrer Airbus-Ultralangstreckenversion der A321 der Rivalin aus Seattle Käufer streitig machen. Beide Maschinen bedienen ein sehr ähnliches Marktsegment.

Jede A321-XLR ist eine Boeing-NMA weniger

Airbus ist allerdings zeitlich im Vorteil, denn eine A321-XLR könne deutlich früher ihren Markteintritt feiern, als Boeings-NMA. Der Grund ist simpel: die XLR ist eine Weiterentwicklung eines bestehenden Modells. Boeing konzipiert die NMA komplett neu.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Neuer Schub für die A321 Neo XLR

Santo schätzt, dass eine A321-XLR wahrscheinlich drei bis fünf Jahre vor Boeings-NMA auf den Markt kommen könnte. Das bedeutet für Airbus, jede verkaufte Maschine der Ultralangstrecken-Version ist ein Kunde weniger für Boeing.

Airbus stattet A321-XLR mit noch höherer Reichweite aus

Spekuliert wird über eine Reichweite der A321-XLR von rund 8400 Kilometern bei einem maximalen Startgewicht von 101 Tonnen. Die A321 Longe Range-Version schafft laut Herstellerangaben eine Reichweite von rund 7400 Kilometern bei 206 Passagieren. Laut eines Airbus-Srechers sind bis Ende Januar "mehr als 110 Aufträge von zehn Betreibern" für die LR-Version eingegangen.

Allerdings hatte Airbus schon einmal versucht, mit einer einfachen Weiterentwicklung gegen Boeing zu Punkten. Damals sollte die A330 mit neuen Triebwerken ausgestattet schnell gegen die Neuentwicklung Boeing 787 antreten. Das ging nach hinten los. Schließlich gab Airbus dem Druck der Airlines nach uns setzte mit dem A350 eine komplette Neuentwicklung auf.

Von: br
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