Airbus macht A220 fit für die Langstrecke

21.05.2019 - 15:09 0 Kommentare

Airbus erhöht das maximale Startgewicht der A220 um über zwei Tonnen. Mit einer Reichweite von fast 6300 Kilometern sollen dann auch Transatlantikstrecken möglich werden. Ursprünglich war die C-Series für die Mittelstrecke gebaut.

Rendering der beiden Airbus-Modelle A220-100 und A220-300 - © © Airbus -

Rendering der beiden Airbus-Modelle A220-100 und A220-300 © Airbus

Airbus arbeitet daran, sein kleinstes Modell auch für Langstrecken fit zu machen. Der Flugzeugbauer erhöht dafür das zulässige Startgewicht der A220 ab Mitte 2020 um etwa 2,3 Tonnen.

Die Version A220-300 soll damit auf 3350 nautische Meilen oder umgerechnet etwa 6200 Kilometer Reichweite kommen, die kleinere Schwester auf 3400 Meilen oder fast 6300 Kilometer, wie Airbus in Toulouse mitteilte. Damit ordnet sich das Flugzeug von der Reichweite her unter der A319 Ceo (6950 Kilometer) und der Boeing 757-200 (7200 Kilometer) ein, die beide auf kürzeren Strecken über den Atlantik zum Einsatz kommen.

Übersicht über die erhöhte Reichweite des Airbus A220 Foto: © Airbus

Mit der zusätzlichen Reichweite von 830 Kilometern (450 nautische Meilen) kann die A220 laut Airbus ohne Stopp auf kurzen Transatlantikstrecken, etwa von Boston nach Dublin, fliegen. Ebenso soll die Range für Verbindungen von Mitteleuropa in den Nahen Osten reichen.

Ob diese Strecken allerdings in der Realität wirklich mit dem A220 bedient werden können, wird sich zeigen müssen. So muss die Boeing 757 auf einigen Strecken zwischen Nordamerika und Europa bei gewissen Wetterlagen mit zu starkem Gegenwind einen Tankstopp einlegen.

Die A220 ergänzt das Airbus-Portfolio

Airbus hatte den Flugzeugtyp im vergangenen Jahr vom strauchelnden Rivalen Bombardier übernommen. Der kanadische Hersteller hatte den Flieger unter dem Namen C-Series entwickelt, sich mit den Entwicklungskosten von mehr als sechs Milliarden Dollar aber finanziell übernommen. Als Minderheitseigner ist Bombardier bei der A220 weiter mit an Bord.

Airbus konnte mit dem als Kurz- und Mittelstreckenjet entwickelten Flugzeug seine Produktpalette um kleinere Jets erweitern, die vorher im Portfolio fehlten. Der Airbus A220 deckt dabei in zwei Versionen den Markt für Passagierjets mit 100 bis 150 Sitzplätzen ab. Der Auftragsbestand liegt derzeit bei mehr als 530 Maschinen. Airbus schätzt, dass in den kommenden 20 Jahren weltweit rund 7000 Flugzeuge dieser Größe benötigt werden.

© dpa, Hannah Mckay Lesen Sie auch: Airbus lässt A220-Jets in den USA bauen

Nun bauen die Europäer für die A220 auch an einer neuen Endfertigungslinie in den USA. Im Januar gab es in Mobile, Alabama - wo bereits Flugzeuge der A320-Familie endmontiert werden - den Spatenstich. Mit einer Produktion in den USA sollen etwaige Strafzölle der US-amerikanischen Regierung umgangen werden.

US-Rivale Boeing hat den Markt kleinerer Passagierjets ebenfalls für sich entdeckt. Bis Ende des Jahres will Boeing sich die Mehrheit an der Verkehrsflugzeug-Sparte des brasilianischen Herstellers Embraer einverleiben.

Von: hr, dpa
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