Debatte um geplante Rabatte am Airport Frankfurt geht weiter

07.11.2016 - 09:19 0 Kommentare

Die angestrebte Gebührenstaffel am Flughafen Frankfurt beschäftigt auch weiterhin die Politik. Die Hessische SPD hat jetzt eine Erklärung zur neuen Entgeltordnung gefordert - auch in Bezug auf das Konzept der Lärmobergrenzen.

Blick auf den Flughafen Frankfurt. - © © airliners.de - Gunnar Kruse

Blick auf den Flughafen Frankfurt. © airliners.de /Gunnar Kruse

Die hessische SPD-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung eine Erklärung zur neuen Entgeltordnung und der Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen. In der aktuellen Debatte um eine neue Gebührenstaffel am größten deutschen Airport, von der der Billigflieger Ryanair profitieren würde, müsse "Licht ins Dunkel" gebracht werden, forderte jetzt der SPD-Abgeordnete Marius Weiß.

In einem dringlichen Berichtsantrag habe die SPD den zuständigen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) aufgefordert, in der kommenden Sitzung des Verkehrsausschusses "zu dem Thema transparent zu berichten". Das Treffen soll an diesem Donenrstag (10. November) stattfinden.

Zu klären sei auch, welche Auswirkungen eine Genehmigung der neuen Entgeltordnung auf das Konzept der Lärmobergrenze haben werde. Es sei fraglich, ob Ryanair neuere und leisere Flugzeuge einsetzen werde, so die hessische SPD. Der Carrier betreibt eine reine Boeing 737-Flotte. Laut Al-Wazir soll das Konzept die Entwicklung des Flughafens ermöglichen und gleichzeitig den Lärm begrenzen.

Fraport-Chef rechnet mit baldiger Genehmigung

Der Chef des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, rechnet mit einer Genehmigung der Gebührenstaffel durch das hessische Verkehrsministerium in den kommenden zwei Wochen. Der geplante Nachlass bei den Flughafenentgelten für neue Anbieter am Platz sorgt jedoch für Kritik.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) zum Beispiel bemängelte, dass dem Billigkonkurrenten "mit ungleichen Vorzugsbedingungen der rote Teppich ausgerollt" werde. Die Lufthansa als größte Kundin am Frankfurter Flughafen verlangt die selben Rabatte, die Fraport dem Neukunden gewähren will. Man werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Fraport-Chef Schulte verteidigt Neukundenrabatt

In der hessichen Landespolitik riefen die Pläne gemischte Reaktionen hervor - auch innerhalb der schwarz-grünen Regierungskoalition. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zum Beispiel begrüßte die Kooperation grundsätzlich. Der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Mathias Wagner, sagte: Die Pläne seien ein "Eingeständnis, dass die Prognosen der Fraport zur Entwicklung und Marktpositionierung des Flughafens falsch waren".

Fraport-Chef Schulte verteidigte den Neukundenrabatt. Die Öffnung des größten deutschen Drehkreuzes für Billiganbieter sei schon wegen der zunehmenden Konkurrenz umliegender Flughäfen notwendig, sagte er. Auch Bestandskunden können laut Schulte von den geplanten Anreizen profitieren - wenn sie neue Ziele anfliegen oder ihre Kapazitäten stark ausbauen.

Von: ch, dpa
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