De Maizière erwägt Ausweispflicht bei Schengen-Flügen

02.04.2015 - 11:20 0 Kommentare

Bundesinnenminister Thomas de Maizière prüft die Wiedereinführung der Ausweispflicht auf Flügen innerhalb der EU und im Schengenraum. Der Germanwings-Absturz bietet der Politik dafür einen neuen Grund.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) - © © dpa - O. Berg

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) © dpa /O. Berg

Als Konsequenz des Absturzes von Germanwings-Flug 4U9525 prüft Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Wiedereinführung der Ausweispflicht auf allen Flügen innerhalb der EU und im Schengenraum. Das sagte der Minister der "Bild"-Zeitung.

Nach dem Unglück sollte untersucht werden sollte, ob die Crew und die Passagiere als mögliche "Gefährder" bekannt waren, so de Maizière. "Wir mussten aber feststellen, dass zunächst gar nicht klar war, wer überhaupt in dem Flugzeug saß." Dabei gehe es nicht um die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU, betonte er. Der Vorschlag müsse nun mit den Partnern in der EU besprochen werden.

Im Schengenraum wird die Identität der Passagiere seit dem Wegfall der Grenzen nicht mehr systematisch kontrolliert. "Wenn ein Passagier sein Ticket an jemand anderen abtritt, wird nur der Name des ersten Passagiers erfasst", so der Minister weiter. "Das ist ein riesiges Sicherheitsproblem und wir müssen ernsthaft überlegen, ob das in Zukunft wirklich noch so bleiben kann."

Die EU-Innenminister hatten nach den Terroranschlägen auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" bereits verabredet, den Austausch von Fluggastdaten voranzutreiben. Dabei wird unter anderem diskutiert, Fluggastdaten auch innerhalb Europas zu erheben und zu speichern.

© dpa, Ole Spata Lesen Sie auch: EU-Parlament diskutiert innereuropäische Fluggastdatenspeicherung

Die A320 der Germanwings war am 24. März in den französischen Alpen auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand zerschellt. Der 27 Jahre alte Erste Offizier wird verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich gegen den Berg gelenkt zu haben. Nach Erkenntnissen der Düsseldorfer Staatsanwalt war er in psychotherapeutischer Behandlung.

Die deutschen Fluggesellschaften hatten nach dem Absturz ihre Cockpitregeln verschärft. Demnach müssen in Zukunft immer mindestens zwei Crewmitglieder im Cockpit sein. Auch andere Airlines wollen dieses Vier-Augen-Prinzip umsetzen.

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: airliners.de, AFP, dpa
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