Von A biz Z Das bleibt vom Luftverkehrsjahr 2015

01.01.2016 - 09:01 0 Kommentare

Luftverkehr wo kommst Du her, wo gehst Du hin? Wir haben die Themen aufgelistet, die in der deutschen Branche aktuell für Bewegung sorgen. Von A wie Angerlandvergleich bis Z wie Zwei-Schicht-Betrieb.

Vor kreuzenden Flugzeugen warnt ein Schild auf dem Rollfeld des Flughafens Frankfurt - © © dpa - Boris Roessler

Vor kreuzenden Flugzeugen warnt ein Schild auf dem Rollfeld des Flughafens Frankfurt © dpa /Boris Roessler

Von A bis Z: Schlagen Sie die Themen des Jahres hier nach. Für unseren Rück- und ausblick sind wir die wichtigsten Themen der deutschen Branche alphabetisch angegangen.

A wie Angerlandvergleich
Engpässe trotz vorhandener Kapazität – damit darf sich der Flughafen Düsseldorf beschäftigen. Ein über 50 Jahre alter Vertrag ist Grund für viele Sorgen. Aber auch im neuen Jahr wird sich an der Betriebsgenehmigung nichts ändern. Was bleibt, ist auf weitere A380 zu setzen.

B wie billiges Öl
Dank niedriger Kerosinpreise können Fluggesellschaften weltweit aktuell mit so viel Gewinn rechnen wie noch nie. Das betrifft auch die deutschen Airlines. Einzig der Dollar-Kurs verhindert in Europa Rekord-Höhenflüge. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

C wie Condor
Condor hat sich ihren eigenen Buchstaben in unserer Jahresübersicht redlich verdient: In Frankfurt von der neuen Touri-Lufthansa bedrängt, von der Langstrecken-Eurowings in Köln vertrieben und von Ryanair und allen anderen zusammen überall sonst beengt: Keine andere deutsche Airline musste in diesem Jahr so leiden wie die Airline mit dem Herz auf dem Leitwerk.

D wie Distribution Cost Charge
Seit September gilt sie: Die "Distribution Cost Charge" bei Lufthansa. Besser bekannt als GDS-Gebühr macht sie die Lufthansa zum Vorreiter im Kampf der Airlines gegen die Zuschläge von Buchungssystemen. Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, da war Lufthansa über eine Beteiligung an Amadeus selbst noch Nutznießer. Aber warum teilen, wenn es auch so geht: 16 Euro, bitte.

E wie Entscheidungsgrundlage
Eine vom Verkehrsministerium beauftragte Markt- und Wettbewerbsanalyse soll eine geeignete Entscheidungsgrundlage für das neue Luftverkehrskonzept für Deutschland werden. Schon bald soll es an das Konzeptpapier gehen. Dabei haben nicht alle in der Branche dieselben Ziele

F wie früher
Früher war alles besser, besagt ein viel zitiertes Sprichwort. Und es wird sicher nicht schwer, in der Luftverkehrsbranche Unterstützer für diese These zu finden. Dabei ist bei der Lufthansa "früher" irgendwie vieles schief gelaufen. Von anderen Airlines fangen wir hier besser gar nicht erst an. Fragt man dagegen die Passagiere, war Fliegen früher vor allem eins: teurer.

G wie gemeinsame Räume
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen), der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und die deutsche Initiative für alternative Kraftstoffe im Luftverkehr (Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany; AIREG) sind noch enger zusammengerückt: 2015 haben sie gemeinsame Räume in Berlin-Mitte bezogen.

H wie Horst Seehofer
Ist der bayrische Ministerpräsident nun für oder gegen den Ausbau um eine dritte Bahn am Flughafen München? Man wird es hoffentlich bald erfahren. Derweil bereitet sich der Flughafen auf die Eröffnung des neuen Terminal-Satelliten vor. Irgendwie muss es ja weitergehen, am zweitgrößten Flughafen der Republik.

I wie international abgehängt
Die deutsche Luftfahrt wächst - und kann trotzdem international nicht mithalten. Diese Kritik äußern die Branchenverbände ADV und BDL. Begründet wird die Haltung mit Zahlen und einer altbekannten Kritik.

J wie jederzeit
Als Lufthansa-Passagier hat man es derzeit wirklich nicht leicht: Jederzeit muss man mit neuen Streiks rechnen. Im vergangenen Jahr machten erst die Piloten mit einen Streiktag nach dem anderen auf sich aufmerksam und dann kamen auch noch die Flugbegleiter mit einem gefühlten Endlos-Streik hinzu. Die Konkurrenz hat es gefreut, obwohl zumindest "Rot/Weiß-Berlin" mit sich selbst zu tun hatte:

K wie Konzentration
Air Berlin konzentriert sich zwar schon lange. So langsam wird das Konzentrieren aber auch nach außen sichtbar: Konzentration auf die Durchschnittserlöse, Konzentration auf die Drehkreuze, Konzentration auf die Langstrecke, Konzentration auf eine reine Airbus-Flotte, Konzentration auf den Onlinevertrieb und Konzentration auf Geschäftskunden.

L wie liberale Luftverkehrspolitik
Unter anderem die Golf-Carrier machen Druck auf europäische Fluggesellschaften. Die EU-Kommission will diese und andere Konkurrenz künftig kontrollieren und im Falle von "unfairen Beihilfen" Strafen verhängen können. Das ist allerdings nur ein Punkt in dem Strategiepapier der EU, das sich auf den ersten Blick eigentlich ganz freundlich liest, aber ganz offensichtlich auf das genaue Gegenteil von liberaler Luftverkehrspolitik abzielt.

M wie Markteintritt
Lange wird es nicht mehr dauern: Turkish Airlines will ihren Billigflieger Anadolujet nach Deutschland schicken. Damit kommt noch ein Lowcost-Konkurrent. Flugrechte in Deutschland: Massenhaft verfügbar. Aber Moment mal: Ein Teil der Flotte wird von Sunexpress-Piloten geflogen. Sunexpress ist ein Joint-Venture von Turkish Airlines und Lufthansa.

N wie Nummer Zwei
Auch für Ryanair ist Deutschland ein wichtiger Wachstumsmarkt. Da kommt gelegen, dass die Konkurrenz nach Ansicht der Iren schwach ist. Ryanair will darum nicht lange warten - und Air Berlin hierzulande schon bald von Platz zwei verdrängen. Die Wiederaufnahme von innerdeutschen Flügen zwischen Köln und Berlin ist eine Ansage. Auch gegen Lufthansa.

O wie ohne Billigflieger
Ohne Billigflieger will der Flughafen München nicht mehr lange sein. Auf Eurowings kann München aber nicht setzen, denn laut Lufthansa-Definition ist München ein Hub. Und zu Hubs fliegt Eurowings nun mal nicht. Klasse, dachte sich da Air France-KLM und spendiert ihrer Billigtochter Transavia genau in München erstmals eine Basis außerhalb Frankreichs und Hollands. Das neue Jahr wird zeigen, was die Lufthansa nun macht.

P wie Passagierrekorde
2015 gibt es wieder ein recht gesundes Passagierwachstum: Rund vier Prozent in Deutschland! Auch wenn die Wachstumstreiber ausländische Airlines sind, die Flughäfen freut es. Allzeit-Rekorde gab es nicht nur an den Drehkreuzen in Frankfurt und München. Auch in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und vielen anderen Flughäfen knallten rund um Weihnachten die Verkehrszahlen-Sektkorken.

Q wie Quatsch mit Soße
Verschiedene Umweltorganisationen haben Ihren Vorschlag für das Luftverkehrskonzept in Deutschland vorgelegt. Neben einem generellem Nachflugverbot, einem generellen Ausbaustopp und einem Verbot für innerdeutsche Flüge soll eine Klimaabgabe bis zu 80 Euro pro Tonne CO2 die Luftverkehrsabgabe ergänzen. Das ist alles Quatsch mit Soße, findet natürlich die Luftfahrtbranche und sagt: Das ist wahrlich keine Basis für eine konstruktive Diskussion.

R wie radikaler Umbau
Europas größte Airline-Gruppe steht vor genau diesem – beziehungsweise befindet sich mittendrin. Die zahlreichen Streiks bei der Lufthansa sind dabei nur ein Symptom. Mit der neuen Eurowings wird langsam aber sicher nicht nur für die Mitarbeiter sichtbar, wohin die Reise geht.

S wie Spatenstich
Spatenstiche sind eine feine Sache, vor allem für Politiker. Hier können Sie sich zeigen und beweisen, dass sie richtig was bewegen. Nicht so der hessische Verkehrsminister: Tarek Al-Wazir (Grüne) nahm nicht am Festakt zum Baubeginn für das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen teil. Er konnte das Projekt nicht verhindern.

T wie Tarifeinheitsgesetz
Es gilt seit diesem Jahr und ist in der Branche hoch umstritten: Das Tarifeinheitsgesetz gefällt nicht jedem. Vor allem nicht der Vereinigung Cockpit. Droht doch die Gefahr, dass Piloten und Flugbegleiter bei der Lufthansa bald als "fliegendes Personal" gemeinsam vertreten werden könnten und die Piloten dann viel zu wenige sind. Verdi und die von der Ufo mitgegründete neue IGL gehen bereits in Position.

U wie unglaublich gute Bewerber
Die gibt es im airliners.de-Stellenmarkt. Bitte entschuldigen Sie, aber diese Werbung mitten im Text musste einfach mal sein, denn viele Entscheider lesen zwar unsere Branchen-News, kommen aber nicht auf die Idee, ihre Ausschreibungen hier zu inserieren. Dabei liegt es auf der Hand: Wo sich die Branche informiert, gibt es die besten Bewerber.

V wie Verdi
Immerhin: Ein Tarifstreit bei der Lufthansa ist in diesem Jahr beendet worden. Darum bekommt Verdi ihren eigenen Buchstaben: Die Dienstleistungsgewerkschaft hat sich mit Lufthansa auf einen neuen Tarifvertrag für rund 33.000 Bodenbeschäftigte geeinigt, die jetzt mehr Geld bekommen.

W wie Wachstum
Wie werden die Märkte der Zukunft aussehen? Dazu hat der Branchenverband Iata eine Prognose erstelle. Die Luftfahrtwelt dreht sich demnach auch ohne Deutschland weiter. In Deutschland selbst wird das Passagierwachstum derweil auch laut DLR eher schwach ausfallen - wobei selbst ein schwaches Wachstum zu einem Passagier-Plus von 70 Millionen in 2030 im Vergleich zu heute führen wird.

X wie airliners.de-Xing-Gruppe
Und nochmal Werbung in eigener Sache: Kennen Sie eigentlich schon die airliners.de-Gruppe auf Xing? Das „Aviation Forum“ ist auch im abgelaufenen Jahr weiter gewachsen. Wir freuen uns auf neue Mitglieder:

Y wie das Ende von Intersky
Intersky hat mit ihrer Pleite erneut gezeigt, wie ersetzbar Fluggesellschaften seien können. Anfang November wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und schon Ende Dezember konnte der Flughafen Friedrichshafen die Homecarrier-Lücke wieder schließen: VLM übernimmt demnächst die wichtigsten Routen.

Z wie Zwei-Schicht-Betrieb
Auf der BER-Baustelle in Berlin geht derweil das Jahr zu Ende wie es begonnen hat: Mit Termindruck. Nach Weihnachten gehen die Bauarbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb weiter. Und am Wochenende soll auch gearbeitet werden. Bei so viel Eifer kann das ja nur klappen mit der Eröffnungsfeier im Oktober nächsten Jahres. Prost Neujahr! Wir freuen uns jedenfalls erstmal auf 2016.

Von: dh, ch
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