Jahresrückblick

Das war das Luftfahrtjahr 2014

31.12.2014 - 08:11 0 Kommentare

Die deutsche Luftverkehrsbranche hat 2014 auch abseits der zentralen Themen viele Höhen und Tiefen erlebt. Ob Flughäfen, Fluggesellschaften oder Industrie - vieles ist passiert. An einiges erinnern wir heute, und werfen dabei auch den einen oder anderen Blick ins Ausland.

Zwei Mitarbeiter stehen sich tröstend am Flughafen Zweibrücken vor einer Boeing der TUIfly, dem vorläufig letzten Passagierflugzeug, das auf dem insolventen Flughafen gestartet ist.

Zwei Mitarbeiter stehen sich tröstend am Flughafen Zweibrücken vor einer Boeing der TUIfly, dem vorläufig letzten Passagierflugzeug, das auf dem insolventen Flughafen gestartet ist.
© dpa - Oliver Dietze

Die Flughafen-Feuerwehr in Hannover begrüßt am 17.2.2014 die erste Boeing 737-800 der TUIfly im neuen Dynamic-Wave-Design

Die Flughafen-Feuerwehr in Hannover begrüßt am 17.2.2014 die erste Boeing 737-800 der TUIfly im neuen Dynamic-Wave-Design
© redjaal spotting - Renè Dirschau

Neue Economy Class auf der Condor-Langstrecke

Neue Economy Class auf der Condor-Langstrecke
© Condor

Das FTF (Fahrerloses Transportfahrzeug) in Aktion.

Das FTF (Fahrerloses Transportfahrzeug) in Aktion.
© serva transport systems GmbH

Ludger Dohm ist zum neuen Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH bestellt worden.

Ludger Dohm ist zum neuen Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH bestellt worden.
© Flughafen Düsseldorf

Der Geschäftsführer des Nürnberger Flughafens, Michael Hupe (r), und der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU), präsentieren das neue Logo mit dem neuen Namen des Flughafens, "Albrecht Dürer Airport Nürnberg".

Der Geschäftsführer des Nürnberger Flughafens, Michael Hupe (r), und der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU), präsentieren das neue Logo mit dem neuen Namen des Flughafens, "Albrecht Dürer Airport Nürnberg".
© dpa - Daniel Karmann

"Manfred Rommel Airport" steht in Stuttgart an einem Terminal des Flughafens.

"Manfred Rommel Airport" steht in Stuttgart an einem Terminal des Flughafens.
© dpa - Daniel Maurer

Chen Yongqiang (l-r), Käufer des Flughafens Lübeck, Bernd Saxe (SPD), Bürgermeister Lübecks und Yang Huiqun, Generalkonsul Chinas in Hamburg, posieren am 01.08.2014 in Lübeck.

Chen Yongqiang (l-r), Käufer des Flughafens Lübeck, Bernd Saxe (SPD), Bürgermeister Lübecks und Yang Huiqun, Generalkonsul Chinas in Hamburg, posieren am 01.08.2014 in Lübeck.
© dpa - Markus Scholz

Ralf Schustereder, Chef des Regionalflughafens Kassel-Calden

Ralf Schustereder, Chef des Regionalflughafens Kassel-Calden
© dpa - Uwe Zucchi

Rainer Schwarz, Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage

Rainer Schwarz, Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage
© dpa - Bernd Wüstneck

Geplante dritte Bahn in M

Geplante dritte Bahn in M
© Flughafen M

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
© Fraport AG

Illustration des London Britannia Airports.

Illustration des London Britannia Airports.
© Testrad

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan legt am 8. Juni 2014 den Grundstein für den neuen Flughafen in Instanbul.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan legt am 8. Juni 2014 den Grundstein für den neuen Flughafen in Instanbul.
© Ministerpräsident der Türkei

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.

Airbus A350 in den Farben von Qatar Airways.
© Airbus - H. Goussé

Der erste Airbus A320neo auf seinem Erstflug am 25.09.2014.

Der erste Airbus A320neo auf seinem Erstflug am 25.09.2014.
© Airbus

Der erste Airbus A400M für die deutsche Luftwaffe hat jetzt seinen Jungfernflug absolviert.

Der erste Airbus A400M für die deutsche Luftwaffe hat jetzt seinen Jungfernflug absolviert.
© Airbus Defense & Space

Rollout-Zeremonie für den Mitsubishi Regionaljet (MRJ).

Rollout-Zeremonie für den Mitsubishi Regionaljet (MRJ).
© Mitsubishi Aircraft Corporation

Das Jahr 2014 war vor allem durch ein Handvoll an Themen geprägt. Sie internationale Luftfahrtbranche wurde durch die zwei Malaysian-Airlines-Katastrophen MH370 und MH17 nachhaltig erschüttert. In Deutschland war das Jahr von den strategischen Neuausrichtungen bei Air Berlin sowie der Lufthansa geprägt. Darüber hinaus erwies sich - mal wieder - der noch immer nicht fertige Hauptstadtflughafen BER als Dauerbrennerthema. Aber das war lange nicht alles. Ein Überblick:

Gleich zum Jahresanfang setzte Tuifly quasi einen "Farbtupfer": Die Fluggesellschaft wechselte bei der Lackierung ihrer Maschinen von Kanariengelb auf Blau. Mit dem babyblauen "Dynamic Wave"-Design geht die Fluggesellschaft historisch gesehen zu ihren Wurzeln zurück.

Mehr um die "inneren Werte" ging es hingegen bei der Condor. Die Airline schloss die Rundum-Erneuerung ihrer Langstreckenkabine ab. Zudem hat Condor mit der Umrüstung ihrer Boeing 757-300-Maschinen begonnen und will damit im Frühjahr fertig sein.

Eine andere Fluggesellschaft verblüffte mit einer Personalentscheidung: Germania trennte sich im Oktober überraschend von zwei Geschäftsführern. Offiziell gab es keine Begründung für diesen Schritt.

Für manche Flughäfen ging es bergauf, für andere bergab

Schwere Zeiten mussten vor allem zwei deutsche Verkehrsflughäfen durchstehen. So musste der Flughafen Lübeck im April Insolvenz anmelden, zuvor war der bisherige Eigentümer aus dem Unternehmen ausgestiegen und abgetaucht. Nach bangen Wochen und Monaten bekam der Flughafen dann doch noch einen neuen Eigentümer. Zwar läuft der Betrieb noch immer etwas auf Sparflamme, für 2015 werden aber erste kleine Erfolge erwartet.

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Lübecker Flughafen setzt auf chinesischen Reisemarkt

Am Flughafen Zweibrücken zerschlugen sich allerdings letztlich doch alle Hoffnungen. Anfang November hob dort zum letzten Mal ein Passagierflugzeug ab nachdem im Juli Insolvenzantrag gestellt worden war. Ein Immobilienunternehmen kaufte schließlich den Airport. Passagier- oder Frachtverkehr ist nicht mehr geplant. Die EU hatte entschieden: In der Region darf nur der Nachbarflughafen Saarbrücken öffentlich subvertioniert werden.

Auch der Flughafen Rostock-Laage hängt als Randzonenflughafen am Subventionstropf und ist regional umstritten. Doch im Februar sorgte ein Förderbescheid des Landes Mecklenburg-Vorpommern über eine Million Euro für etwas Planungssicherheit. Große Hoffnungen hatte der Airport auf Rostock Airways gesetzt. Doch Mitte April wurde bekannt, dass die Fluggesellschaft gar nicht mehr aktiv ist.

Ex-Chef der Berliner Flughäfen findet neuen Job

Und nochmal sorgte der Regionalflughafen Rostock für Schlagzeilen: Für bundesweites Aufsehen in der Branche sorgte im Oktober, als bekannt wurde, dass der einstige Chef der Berliner Flughäfen Rainer Schwarz neuer Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage wird.

Auch am Flughafen Düsseldorf wurde mit Ludger Dohm ein neuer Chef bestellt. Gemeinsam mit Thomas Schnalke soll er ab März die Geschäftsführung des Unternehmens übernehmen. Und Düsseldorf konnte Mitte des Jahres mit einer Weltneuheit auftrumpfen: Park-Roboter "Ray" übernahm die lästige Stellplatzsuche.

© serva transport systems GmbH, Lesen Sie auch: Menschenleeres Parkhaus: Flughafen stellt Roboter «Ray» vor

In Kassel-Calden übernahm im Frühling ebenfalls ein neuer Chef das Flughafenruder, doch so recht konnte es Ralf Schustereder im Laufe des Jahres nicht herumreißen. Erst in zehn Jahren, so schätzt er, wird der Flughafen Kassel-Calden wirtschaftlich stabil sein. Zudem musste der Regional-Flughafen seine Fluggastprognose deutlich nach unten korrigieren.

Eine Entscheidung aus Brüssel setzt seit Jahresbeginn nicht nur Kassel-Calden, sondern alle deutschen Flughäfen unter Druck. Die EU-Kommission kappte die möglichen staatlichen Beihilfen für den Betrieb und Investitionen. In den nächsten zehn Jahren müssen sich die unprofitablen Flughäfen Europas nun etwas einfallen lassen - bevor die Beihilfen ab 2024 ganz verboten werden sollen.

In Stuttgart gibt es diese Probleme nicht, der Flughafen ist profitabel. Ein neuer Name sorgte derweil für Bauchgrimmen bei einigen Kommentatoren: Mitte des Jahres entschied sich der Aufsichtsrat für den Beinamen "Manfred Rommel", seit Ende Oktober erinnert der Flughafen nun ganz offiziell an den Alt-Oberbürgermeister der Stadt. Weniger um die Ehrung einer Person, als um schlichtes Marketing geht es hingegen am Flughafen Nürnberg, der seit dem nun vergangenen Jahr als "Albrecht Dürer Airport" auftritt.

Die beiden Spitzenpositionen im deutschen Flughafen-Ranking belegen weiterhin Frankfurt und München - und beide Airports wollen für weiter wachsende Passagierzahlen gewappnet sein. Doch Ausbaupläne sind in beiden Fällen nicht unumstritten und gehörten mit zu den Hauptthemen des Jahres für die Betreibergesellschaften. So besteht die Fraport weiterhin auf dem Bau eines dritten Terminals und muss sich gegen Kritik wehren. In München sorgte auch in diesem Jahr die geplante dritte Start- und Landebahn für Streit, der auch wieder die Justiz beschäftigte.

Große Flughäfen mit zu großen Visionen?

International machten in Sachen Flughafenbau vor allem zwei Standorte Schlagzeilen. So sollte in der Themsemündung vor London ein neuer Großflughafen entstehen, umgerechnet bis zu 114 Milliarden Euro sollte das gigantische Vorhaben kosten. Der “London Britannia Airport” sollte den Flughafen Heathrow ersetzen und als wichtigstes europäisches Drehkreuz jährlich bis zu 172 Millionen Passagiere abfertigen können - doch Anfang September kam das Aus für die hochfliegenden Pläne.

© Ministerpräsident der Türkei, Lesen Sie auch: Erdogan legt Grundstein für neuen Istanbuler Großflughafen

Große Pläne gibt es derweil auch ganz am Rande Europas: Mitte des Jahres ist der Grundstein für einen der größten Flughäfen der Welt gelegt worden, und zwar in Istanbul. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nennt ihn schon jetzt "Siegesdenkmal". Und die Erbauer haben große Ziele: Der Airport soll 2018 vollständig in Betrieb sein, jährlich 150 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Insgesamt seien sechs Start- und Landebahnen geplant, es gebe Platz für 500 Flugzeuge. Kosten des Projekts: umgerechnet rund 22 Milliarden Euro.

Erstflüge und ernste Ernüchterungen

Die internationale Luftfahrtindustrie hatte sich derweil für das abgelaufene Jahr viel vorgenommen - und nicht alle Ziele erreicht. So schaffte es Airbus gerade noch rechtzeitig vor Jahresende mit der Auslieferung des ersten Airbus A350. Als weltweit erster Kunde übernahme Qatar Airways kurz vor Weihnachten das erste neue Flugzeug. Die Airline aus Doha hatte es kurz vorher nochmal spanend gemacht und die für Mitte Dezember angesetzte Übergabe kurzfristig abgesagt.

Mit der Auslieferung eines weiteren neuen Flugzeuges nach Deutschland hat Airbus derweil nachhaltigere Probleme: Der A400M für die Deutsche Luftwaffe ist zwar übergeben, aber gefeiert wird noch nicht. Deutschland ist das vierte Land, das den neuen Transporter erhält. Dennoch ist die erste Maschine für die Bundeswehr noch nicht voll funktionsfähig.

© Airbus, Lesen Sie auch: Airbus A320neo zum Erstflug gestartet

Mehr Freude bereitete bei Airbus dagegen Rollout und Erstflug des A320neo. Die A320-Weiterentwicklung mit neuen Triebwerken ist schon jetzt ein Verkaufsschlager. In genau einem Jahr soll - wie in diesem Jahr beim A350 - Qatar Airways die erste Maschine in Empfang nehmen können.

Ganz so schnell ist man in Japan nicht: Der neue Mitsubishi Regionaljet wurde im Oktober feierlich präsentiert, die erst Auslieferung wird aber noch bis mindestens 2017 dauern. Kein gutes Jahr war 2014 dagegen für den neuen Airbus-Konkurrenten Bombardier. Die ersten Auslieferungen der neuen Bombardier CSeries werden sich nach einer Triebwerksexplosion bei Bodentests weiter verzögern.

Weitere Jahresrückblicke finden Sie hier:

Von: airliners.de, mit Material von dpa
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