Hintergrund

Das Comeback der A380 im Leasing

10.08.2018 - 13:25 0 Kommentare

Hifly übernimmt eine gebrauchte A380 und bietet sie im kurzfristigen Leasing an. Das wird angenommen: Der Doppelstöcker ist non-stop im Einsatz. Gibt diese Entwicklung dem Airbus-Programm den Schub, den es braucht?

A380 von Emirates: Großkundin des Doppelstöckers. - © © AirTeamImages.com - Simon Willson

A380 von Emirates: Großkundin des Doppelstöckers. © AirTeamImages.com /Simon Willson

Der portugiesische Leasing-Geber Hifly hatte auf der Luftfahrtmesse im englischen Farnborough seinen erste A380 vorgestellt. Hifly ist die 14. Airline weltweit, die eine A380 in der Flotte hat - und die erste, die ihn als Gebraucht-Superjumbo betreibt.

Die Maschine mit der Seriennummer 006 war zehn Jahre lang für Singapore Airlines unterwegs. Nach Ablauf des Leasingvertrags mit Besitzer Doric hat Hifly die Maschine übernommen. Allerdings nicht um eigene Operations anzubieten, sondern um die Maschine regelmäßig zu verleasen.

Hifly-Chef Paulo Mirpuri sagte, dass sein Lessor auf das Angebot eine viel größere Resonanz hatte, als gedacht. Auch würden Kunden Schlange stehen um Erstkunde zu werden.

Non-Stop im Einsatz

Das Interesse der Airlines an dem Super-Jumbo ist groß. Gemietet werden kann die Maschine seit dem 1. August und seitdem ist sie non-stop im Einsatz. Erster Mieter war Thomas Cook Scandinavia. Der Touristikkonzern setzte den Airbus am 1. und 2. Augst als Zwischenlösung für Flüge auf den Strecken von Kopenhagen nach Larnaca und von Oslo nach Palma de Mallorca ein.

Auch die deutsche Konzern-Airline Condor könnte sich vorstellen, beim langjährigen Partner Hifly den Doppelstöcker kurzzeitig zu ordern - sofern man kurzfristig einen Engpass hätte.

Auch Norwegian greift zu

Vom 3. August bis voraussichtlich 24. August ist die A380 für Norwegian auf der Route zwischen London und New York unterwegs. Die Norweger nutzen den Riesen-Airbus als Ersatz für ihre Boeing 787 "Dreamliner", die zur Triebwerkswartung müssen und daher ausfallen.

Ähnlich macht es auch die französische Fluggesellschaft Air Austral. Die Franzosen waren die ersten, die bekannt gegeben haben, die Maschine für drei Monate leasen zu wollen. Auch der französische Carrier will mit der kurzeitigen Inbetriebnahme den Ausfall von Fluggerät kompensieren.

"Totgesagte leben länger"

Eigentlich schienen die Tage des Superjumbos gezählt; die A380 konnte die an sie gestellten hohen Erwartungen nie erfüllen, sagen Beobachter. Seit dem Start des A380-Programms vor zehn Jahren wurden bisher 228 Jets ausgeliefert.

Aktuell ist der Doppeldecker bei 14 Airlines im Einsatz. In Europa betreiben inklusive Hifly mit Lufthansa, British Airways und Air France vier Airlines die A380. In den USA keine einzige Airline.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Kein Flop, aber auch kein herkömmlicher Erfolg Kommentar zur A380

Mit Abstand größte Kundin mit 104 aktiven Jets ist Emirates. Der Golf-Carrier sorgte erst im Januar mit der Bestellung über 20 Maschinen plus Optionen auf weitere 16 Exemplare dafür, dass Airbus das A380-Programm nicht einstellen musste. Denn ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Fliegers über kurz oder lang einstellen müssen, wie der damalige Verkaufschef John Leahy nach dem Deal klargestellt hatte.

Zukunft als Gebrauchtlösung

Die Zukunft des Jets könnte im kurzfristigen Leasing liegen. Denn laut "Independent" möchte Hifly zwei weitere A380 übernehmen. Dabei handele es sich um zwei Maschinen, die der deutschen Leasinggesellschaft Dr. Peters Group gehören. Auch Virgin Atlantic soll Interesse an einer Mietlösung geäußert haben.

Airbus muss hoffen, dass die Entstehung eines Zweitmarkts den Absatz des A380 ankurbeln wird. Aber im Moment sieht es eher so aus, als ob der Superjumbo nur an Airlines weitergegeben wird, die eine schnelle Lösung für ihre Kapazitätsprobleme benötigen.

Von: br
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