Darlehensstreit zwischen Airbus und Deutschland verschärft sich

30.08.2013 - 14:21 0 Kommentare

Deutschland hat eine millionenschwere Darlehensrate noch immer nicht an Airbus ausgezahlt. Während der Flugzeugbauer nun nicht länger verhandeln will, hält Berlin weiter an einer einvernehmlichen Lösung fest.

Der erste vollständig lackierte Airbus A350 wird aus dem Hangar in Toulouse bugsiert

Der erste vollständig lackierte Airbus A350 wird aus dem Hangar in Toulouse bugsiert
© Airbus - H. Goussee

Airbus A350 XWB in der Halle L34 für Statiktests am Flughafen Toulouse-Blagnac

Airbus A350 XWB in der Halle L34 für Statiktests am Flughafen Toulouse-Blagnac
© Airbus 2012 - P. Masclet

Airbus A350 XWB wird im November 2012 in die Halle L34 für Statiktests bugsiert.

Airbus A350 XWB wird im November 2012 in die Halle L34 für Statiktests bugsiert.
© Airbus 2012 - P. Masclet

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden.

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden.
© Airbus 2012 - P. Pigeyre

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden.

Vorder- und Mittelrumpf des ersten Airbus A350 XWB werden in Toulouse auf der Endmontagelinie miteinander verbunden.
© Airbus 2012 - P. Pigeyre

Der Streit zwischen der Bundesregierung und dem Flugzeugbauer Airbus um einen Kredit für die Entwicklung des neuen Langstreckenflugzeugs A350 eskaliert. Airbus kündigte an, über die überfällige Auszahlung des Darlehensteils von 623 Millionen Euro nicht mehr verhandeln zu wollen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums nannte dies am Freitag in Berlin nicht nachvollziehbar: «Wir gehen davon aus, dass eine konstruktive Lösung möglich ist.» In den Gesprächen habe es eine deutliche inhaltliche Annäherung gegeben.

Der Streit zwischen der Bundesregierung und dem Flugzeugbauer schwelt bereits seit Monaten. Insgesamt beläuft sich die Entwicklungshilfe für den Flieger, für die auch Frankreich aufkommt, auf rund 1,1 Milliarden Euro. Nach Medienberichten verlangt die Bundesregierung von Airbus im Gegenzug zu dem Kredit die Zusage, dass der Nachfolger des Kurzstreckenjets A320 maßgeblich in Deutschland entwickelt wird.

Bei der noch ausstehenden Darlehenssumme handele es sich um Steuergelder. Die Auszahlung könne daher nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen. «Für Airbus gelten die gleichen Kreditregeln wie für alle anderen Kreditnehmer öffentlicher Gelder auch», sagte der Ministeriumssprecher weiter. Dazu gehöre, dass die Vereinbarungen umfassend eingehalten werden. Airbus habe zugesagt, Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Deutschland zu stärken. Hier würden konkrete Vorschläge und deren Umsetzung erwartet.

Deutschland ist neben Frankreich Großaktionär von Airbus. Über die Auszahlung der Schlussrate wird seit langem gestritten. Das Darlehen über insgesamt 1,123 Milliarden Euro war 2010 vereinbart worden. Rund 500 Millionen Euro wurden Ende 2010 ausgezahlt. Das Darlehen wird mit jedem Verkauf des neuen Langstreckenjets zurückbezahlt. Bisher sind mehr als 600 Flieger vom Typ A350 bestellt.

Die Zeitung «Die Welt» hatte berichtet, das Tochterunternehmen des europäischen Luft- und Raumfahrtskonzerns EADS sehe die Gespräche über das Entwicklungsdarlehen als endgültig gescheitert an. Darüber seien auch die Bundesländer mit Standorten informiert worden. Airbus warne vor Konsequenzen für die Standorte und dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Von: dpa, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Fabrice Brégier Bregier: Airbus hält an Jahresziel fest

    Airbus hält trotz Problemen bei Zulieferern an seinem Ziel fest, in 2017 mehr als 700 Maschinen auszuliefern. Das sagte Konzern-Vize Fabrice Bregier "Les Echos". Per Ende November seien bereits knapp 600 Flugzeuge ausgeliefert worden.

    Vom 04.12.2017
  • Helikopter von Airbus. Kasachstan-Vorwürfe: Durchsuchungen bei Airbus

    Französische Ermittler haben die Unternehmenszentrale von Airbus in Paris durchsucht. Es geht um den Verdacht der Bestechung und um Geldwäsche-Vorwürfe, in deren Fokus nun auch Rüstungsexporte an Kasachstan stehen, teilten die Ermittler mit.

    Vom 28.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus