Frankfurt-Anwohner scheitern mit Klage gegen "Dachklammerung"

Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat Klagen von Hausbesitzern in der Anflugschneise auf den Flughafen Frankfurt abgewiesen. Streitpunkt ist das Klammern von Dachziegeln, das Fraport in Flörsheim bezahlt.

Eine Lufthansa-Maschine über den Dächern von Flörsheim am Main (Hessen). - © © dpa - Boris Roessler

Eine Lufthansa-Maschine über den Dächern von Flörsheim am Main (Hessen). © dpa /Boris Roessler

Bei Luftverwirbelungen in Flughafennähe ist das Angebot des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport zur Dachsicherung ausreichend. Die sogenannte Dachklammerung sei Hausbesitzern zumutbar und "geeignet, die Risiken zu beseitigen", entschied der Verwaltungsgerichtshof in Kassel am Dienstag (Aktenzeichen: 9 C 1498/12.T).

Das Gericht wies damit die Klagen von 13 Grundstückseigentümern aus Flörsheim ab. Sie hatten gefordert, die neue Nordwest-Bahn für größere Flugzeuge zu sperren. Solche Flugzeuge können Wirbelschleppen auslösen, die Ziegel von Dächern reißen. Nach Ansicht der Kläger ist das regelmäßig der Fall: Seit 2011 habe es über 20 Wirbelschleppen-Schäden gegeben, sagte der Anwalt der Grundstücksbesitzer: "Jeder, der sich in Flörsheim bewegt, ist bedroht."

Flughafen übernimmt Kosten der Bauarbeiten

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport übernimmt die Kosten für eine freiwillige Dachbefestigung. Doch das Angebot sei Grundstückseigentümern technisch, organisatorisch und finanziell nicht zuzumuten, argumentierten die Kläger. Immer weniger Flörsheimer nähmen das Angebot an. 1000 von 3000 Häusern sind dort bisher umgerüstet.

Die Kasseler Richter sahen das Angebot des Flughafenbetreibers dagegen als zumutbar an. Zudem sei das Gericht überzeugt, dass nicht allein die besonders schweren Flugzeuge Wirbelschleppen verursachten. Revision wurde nicht zugelassen.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Wirbelschleppen: Fraport beginnt mit Dächer-Sicherung

Fraport hatte vor vier Jahren mit der Sicherung von Dächern in der westlichen Einflugschneise des Frankfurter Flughafens begonnen. Bis zu 3.000 Dächer in Flörsheim, Raunheim und Neu-Isenburg sollen seitdem gegen Wirbelschleppen landender Flugzeuge gesichert werden. Dazu werden die Dachziegel mit Metallklammern festgeklemmt. 2011 war in Frankfurt eine neue Landebahn eröffnet worden.

"Grundstückseigentümer müssen auf die veränderte Situation reagieren", erklärten die Vertreter des Landes Hessen. Es gehe um ein Zusammenwirken von Flughafen und Hausbesitzer. Wenn eine Seite nicht mitziehe und etwas passiere, könne sie durch die Verkehrsicherungspflicht belangt werden. Die zusätzliche Befestigung von Dachziegeln sei die "bestmögliche Sicherung, die es in Deutschland gibt", sagten die Vertreter des Landes.

Von: dh mit dpa

Datum: 14.09.2017 - 08:10

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