Dachgewerkschaft IGL wird in weiteren Bereichen aktiv

14.03.2019 - 08:05 0 Kommentare

Neben der Technik wird die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) jetzt in zwei weiteren Bereichen aktiv. Auch für Flughäfen und die Logistik sollen demnächst Tarifkommissionen gegründet werden. Die Dachgewerkschaft hat große Pläne.

Die Reifen an einem Fahrwerk einer geparkten Lufthansa-Maschine stehen am Flughafen in Frankfurt auf einer gelben Markierung.  - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Die Reifen an einem Fahrwerk einer geparkten Lufthansa-Maschine stehen am Flughafen in Frankfurt auf einer gelben Markierung. © dpa /Fredrik von Erichsen

Die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) arbeitet weiter an ihrem Neustart. Nachdem Ende 2018 ein neuer Vorstand gewählt worden war, wurden nun zwei neue Bereiche gegründet.

Neben dem bereits bestehenden Bereich "Technik" gibt es nun nun auch die Bereiche "Logistik" und "Flughäfen", wie der stellvertretende IGL-Vorsitzende Daniel Wollenberg jetzt gegenüber airliners.de mitteilte. Die neue Logistik-Sparte solle im ersten Schritt die Mitarbeiter-Interessen bei Lufthansa Technik Logistik Services vertreten. Der Flughafen-Bereich werde an den hessischen Flughäfen Frankfurt und Kassel aktiv.

"Die nächsten Schritte werden die Gründungen von Tarifkommissionen für die einzelnen Bereiche sein", erläutert Wollenberg. Erklärtes Ziel der IGL sei es, die Tarif- und Beschäftigungsbedingungen in allen Bereichen der Luftverkehrbranche zu verbessern. In der Zukunft sei die Gründung weiterer Bereiche angestrebt.

Im Bereich Technik sieht sich die als neue Dachgewerkschaft auftretende IGL bereits verhandlungsbereit aufgestellt. Aufforderungen zu Tarifgesprächen seien bereits unter anderem an Lufthansa Technik (LHT) und Nayak erfolgt - allerdings bislang ohne Erfolg.

IGL wurde ursprünglich von Flugbegleitern gegründet

Die 2015 von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo neu initiierte IGL sieht sich als gemeinsame Interessenvertretung für alle Beschäftigtengruppen in der Luftverkehrswirtschaft. Sie hatte ursprünglich einen breiten Dialog zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik gefordert und den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) als Plattform dafür vorgeschlagen, was dieser jedoch ablehnte. Das Projekt einer bereichsübergreifenden Luftfahrtgewerkschaft war daraufhin zunächst in der Versenkung verschwunden.

Nun soll aber ein Neustart erfolgen, wobei sich die IGL nicht als Dachverband sondern als eigenständige Gewerkschaft versteht, bei der anderen Branchen- und Industriegewerkschaften Mitglied werden können. Daher sollen jetzt auch wieder Gespräche mit weiteren Luftfahrt-Gewerkschaften und Verbänden geführt, um "die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit auszuloten".

In Deutschland ist die Gewerkschaftslandschaft in der Luftverkehrswirtschaft stark zersplittert. Die meisten Piloten sind in der Pilotenvereinigung Cockpit organisiert. Flugbegleiter finden gewerkschaftliche Vertretung in der Unabhängigen Flugbegleitergewerkschaft (Ufo) sowie bei Verdi. Die Dienstleistungsgewerkschaft kümmert sich zudem um das Bodenpersonal in den Bereichen Dienstleistungen, Services und Technik. Die Technik Gewerkschaft Luftfahrt (TGL) ist derweil ein Teil der IGL. Mit der Fluglotsengewerkschaft GdF gibt es einen Kooperationsvertrag.

Von: dh
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