Curved Steep Approach in Hannover soll Lärmbelastung reduzieren

11.07.2013 - 14:15 0 Kommentare

TUIfly testet in Hannover ein neues Anflugverfahren. Dabei fliegen die Flugzeuge bis kurz vor der Landung in einem steileren Winkel und fliegen eine präzise Kurve. Das Ziel: Weniger Fluglärm am Boden.

Der Curved Steep Approach soll in Hannover die Lärmbelastung am Boden reduzieren.

Der Curved Steep Approach soll in Hannover die Lärmbelastung am Boden reduzieren.
© Hannover Airport TV

Der Curved Steep Approach soll in Hannover die Lärmbelastung am Boden reduzieren.

Der Curved Steep Approach soll in Hannover die Lärmbelastung am Boden reduzieren.
© Hannover Airport TV

Bug einer Boeing 737-800 der TUIfly

Bug einer Boeing 737-800 der TUIfly
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Die TUIfly beginnt heute an ihrem Heimatflughafen Hannover mit dem Test eines neuen Anflugverfahrens. In den kommenden sechs Monaten erprobt die Airline eien sogenannten "Curved Steep Approach", bei dem die Maschinen zum Teil steiler als bisher aus großer Höhe und im Bogen zur Landung anfliegen.

Während der normale Gleitwinkel des Instrumenten-Landesystems (ILS) in Hannover drei Grad beträgt, fliegen die Maschinen nun bis rund acht Kilometer vor der Landeschwelle mit einem Winkel von 4,5 Grad an. Danach erst folgen die Flugzeuge dem normalen ILS bis zur Landung, erläuterte ein TUIfly-Sprecher das neue Verfahren gegenüber airliners.de.

Dieses zweistufige Verfahren unterscheidet sich damit deutlich von ähnlichen Ansätzen wie beispielsweise in Frankfurt. Hier wurde der Gleitwinkel von drei Grad auf 3,2 Grad erhöht - dieser leicht steilere Anflugwinkel wird in Frankfurt allerdings bis zum Aufsetzpunkt durchgängig geflogen.

Durch den steileren Anflugwinkel zu Beginn des Anflugs überfliegen die Flugzeuge Ortschaften in größerer Höhe als zuvor. Gleichzeitig sind die Maschinen mit einem Navigationssystem ausgestattet, dass es erlaubt, sehr präzise eine zuvor festgelegte, auch kurvige Flugbahn einzuhalten. Damit sollen zusätzlich zum steileren Anflugwinkel Wohngebiete am Boden noch gezielter als bislang umflogen werden.

Nach TUIfly-Angaben handelt es sich hierbei allerdings nicht um ein "Ground Based Augmentation System" (GBAS), das Satelliten-Signale mit einer Bodenstation abgleicht, um eine exakte Positionierung des Flugzeugs im Raum zu ermöglichen. GBAS-Anflüge werden bereits in Frankfurt vorbereitet und in Bremen durchgeführt.

Mit Ausnahme der TUIfly-Maschinen, die für Air Berlin fliegen, wird die gesamte TUIFly-Flotte an den Tests beteiligt sein. Für beide Bahnen in Hannover wurden jeweils für beide Landerichtungen entsprechende Anflugwege entwickelt. Während der kommenden sechs Monate werden nun die Lärmauswirkungen an etlichen Messpunkten am Boden gemessen und mit denen der Standardanflugverfahren verglichen.

Die mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Deutschen Flugsicherung (DFS) abgestimmten neuen Landeanflüge werden in Hannover erprobt, weil dort die Verkehrsdichte überschaubar ist. Noch ist das neue Anflugverfahren allerdings nicht offiziell zugelassen. Daher werden "Curved Steep Approaches" zunächst nur unter Sichtflugbedingungen geflogen. Später soll das Verfahren auch unter Instrumentenflugbedingungen angewandt werden und bei Erfolg auch auf anderen Flughäfen zum Einsatz kommen.

Von: airliners.de
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