Wechsel zur Star Alliance

Continental schließt enge Partnerschaft mit United

20.06.2008 - 15:56 0 Kommentare

United Airlines und Continental haben eine enge Kooperation beschlossen. Passagiere der beteiligten Anbieter haben dadurch mehr Auswahl bei Flügen und beim Umsteigen. Wie die beiden Fluggesellschaften am Donnerstag in Chicago mitteilten, wird Continental Airlines die Flugallianz „SkyTeam“ verlassen und wie United ebenfalls Mitglied des Bündnisses „Star Alliance“ mit der Lufthansa werden.

Unter dem Druck rekordhoher Ölpreise und der schwachen US-Konjunktur haben die nach Kundenzahlen zweitgrößte US-Gesellschaft United und die Nummer vier Continental eine umfassende Partnerschaft beschlossen. In den vergangenen Wochen hatten Teams beider Unternehmen intensiv an der Entwicklung kreativer Lösungen zur gemeinsamen Effizienzsteigerung und Synergienutzung gearbeitet, die über die bestehenden Codeshare-Vereinbarungen hinaus gehen. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf Pläne zur Kooperation hinsichtlich der Vielfliegerprogramme, Lounges, Infrastrukturnutzung, Informationstechnologie und des Beschaffungswesens. Als hilfreich und unterstützend erwiesen sich hierbei die während früherer Fusionsverhandlungen entwickelten Beziehungen.

Zahlreiche Kooperation zwischen "Star Alliance"-Mitgliedern geplant

Im Rahmen der neuen Partnerschaft planen Continental und United, Joint Ventures zu bilden, die es ihnen erlauben, untereinander und mit anderen „Star Alliance“-Mitgliedern international zu kooperieren und effektiver in einem zunehmend globalen Luftfahrtmarkt zu konkurrieren.Von der Kooperation erhoffen sich die beiden Unternehmen Kosteneinsparungen. Die beiden Anbieter hatten zuvor auch über eine Fusion verhandelt, diese aber später als zu kompliziert verworfen. Mit ihrer Partnerschaft vermeiden die beiden Fluglinien die hohen Kosten, die eine Fusion mit sich gebracht hätte. Sie erhoffen sich dennoch ähnliche Synergie-Effekte wie bei einem Zusammenschluss.

Zunächst wird Continental beim US-Verkehrsministerium einen Antrag auf Erlaubnis stellen, United – gemeinsam mit Lufthansa, Air Canada und sechs weiteren Airlines – in ihrer schon bestehenden, Immunität gegen kartellrechtlichen Wettbewerbsbeschränkungen genießenden Allianz beizutreten. Dies wird Continental, United, Lufthansa, Air Canada und anderen diese Immunität besitzenden „Star Alliance“-Fluggesellschaften ermöglichen, eng zusammenzuarbeiten und Transatlantik- und andere internationale Joint Ventures aufzubauen, um wettbewerbsstarke Flugpläne, Tarife und Services anzubieten.

Das geplante Transatlantik-Joint Venture, innerhalb dessen Continental, United, Lufthansa und Air Canada den Ertrag teilen werden, wird es den Airlines erlauben, effektiver gegen das beabsichtigte Joint Venture bestimmter SkyTeam-Mitglieder zu konkurrieren, dem kürzlich Immunität gegen kartellrechtlichen Wettbewerbsbeschränkungen zugesichert wurde. Das Transatlantik-Joint Venture soll die Stärken der Fluggesellschaften vereinen und ein besseres und umfassendes Transatlantik-Streckennetz für die Kunden schaffen.

Joint Ventures sind außerdem für die Lateinamerika- und Asien/Pazifik-Region geplant, Continental, United und andere „Star Alliance“-Mitglieder einschließend. Sowohl die Immunität gegen kartellrechtlichen Wettbewerbsbeschränkungen als auch das Codesharing unterliegen der Genehmigung der zuständigen US-Behörden.

Die Lufthansa begrüßte unterdessen die Partnerschaft von United und Continental. «Wir können unseren Kunden nun mit Houston und Newark zwei weitere wichtige Drehkreuze mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten für die USA und Lateinamerika anbieten», sagte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky in Frankfurt. Continental fliege fast 30 Ziele in Europa an, die künftig auch von Lufthansa-Kunden genutzt werden könnten. Zudem sei die Vertriebspräsenz von Continental in den USA sei für die Lufthansa interessant.

Continental Airlines hatte Ende letzter Woche angekündigt, ihre Flüge zwischen Köln/Bonn und New York/Newark zum 3. September einzustellen. Grund seien neben den gestiegenen Kerosinpreisen auch die Lufthansa-Verbindungen nach New York ab Düsseldorf.

Erst Mitte April hatten die Nummer drei Delta Air Lines und der fünftgrößte Anbieter Northwest ihren geplanten Zusammenschluss verkündet. Den meisten traditionellen US-Fluggesellschaften geht es wegen der hohen Öl- und Spritpreise sowie der lahmenden US-Konjunktur sehr schlecht. In den vergangenen Jahren brachten sie gerade erst Insolvenzverfahren hinter sich. Nun fliegen sie bereits wieder in den roten Zahlen.

Zuletzt verkündeten fast alle US-Fluggesellschaften massive Einschnitte in ihrem Streckenplan und die Streichung Tausender Stellen. Weil auf dem Heimatmarkt in den den USA der Wettbewerb ruinös ist, suchen viele ihr Heil auf internationalen Strecken zum Beispiel über den Atlantik. Hier machen sie europäischen Anbietern wie der Lufthansa scharfe Konkurrenz.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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